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Groitzsch: Zentralanschluss noch für drei Dörfer

Groitzsch: Zentralanschluss noch für drei Dörfer

In den kommenden zwei Jahren werden die Groitzscher Dörfer Nehmitz, Kleinhermsdorf und Gatzen ans zentrale Abwassernetz angeschlossen - alle übrigen Ortsteile müssen bis Ende 2015 auf private biologische Kleinkläranlagen umgestellt haben.

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Alte Klärgruben müssen bis Ende 2015 durch biologische Kleinkläranlagen ersetzt werden.

Quelle: LVZArchiv

Groitzsch. "An diesem Termin wird sich nichts ändern", sagt Andreas Müller, im Groitzscher Rathaus verantwortlich für alle Abwasserangelenheiten. Es gebe immer mal wieder Diskussionen, ob der Termin nicht nach hinten verschoben werden könnte, weil andere Bundesländer wie zum Beispiel Thüringen ihren Bürgern für die Umrüstung länger Zeit geben. Doch Sachsen habe erst kürzlich - als im Sommer das Wassergesetz novelliert wurde - nochmals bekräftigt, daran festzuhalten. Per 1. Januar 2016 würde für die bisher üblichen Kleinkläranlagen die Betriebserlaubnis erlöschen. Trotz einer möglichen Förderung bedeutet die Umstellung auf eine biologische Anlage für die Betroffenen erhebliche Kosten und sorgt daher auch mitunter für Unmut.

Wie der Stadtmitarbeiter berichtet, haben sich in einem Dorf mehrere Bürger zusammen geschlossen, gemeinsam ihre biologischen Kleinkläranlagen gekauft, auch die künftige Wartung mit mehreren Haushalten verknüpft - und konnten so Geld sparen. Solch eine Gruppenlösung ist sicher eine gute und sinnvolle Sache, meint er.

15 der 29 Groitzscher Ortsteile müssen umrüsten, in Öllschütz und Nöthnitz ist dies bereits geschehen. Im Vorfeld erhalten die Betroffenen einen so genannten Sanierungsbescheid. Als nächstes werden diese Briefe nach Obertitz, Michelwitz, Altengroitzsch und Saasdorf verschickt. Doch zuvor braucht die Stadt die wasserrechtliche Genehmigung vom Landratsamt, die bisher noch nicht eingetroffen ist, so Müller.

Die anderen 14 Groitzscher Dörfer sind zentral angeschlossen - oder werden dies noch wie Nehmitz, Kleinhermsdorf und Gatzen. Für die Stadt Groitzsch ist das ein kostenintensives Projekt, weil dafür kaum noch Fördermittel fließen. Dabei kostete zum Beispiel der Anschluss von Auligk 470 000 Euro, damals noch mit großzügiger Förderung.

Was für den Bürger teurer ist - Zentralanschluss oder biologische Kleinkläranlage - kann man nicht pauschal sagen, meint Andreas Müller. Der Abwasserbeitrag werde nach Grundstücksgröße berechnet. Daher sei die private Anlage für einen großen Dreiseitenhof mit 2000 Quadratmetern am Ende billiger, ein Einfamilienhaus mit wenig Grundfläche dagegen liege beim Zentralanschluss sicher günstiger.

Der Grund, warum nicht alle Dörfer zentral angeschlossen werden können, hat mit der Wirtschaftlichkeit zu tun - es ist zu teuer, überall ein Kanalsystem zu verlegen. Hinzu kommt der demografische Wandel. Die Bevölkerungszahlen schrumpfen, vor allem auf dem Land. In manchen Dörfern werden mittelfristig wesentlich weniger Einwohner leben, sagen Studien. Daher genehmigt der Gesetzgeber es vielerorts nicht, dort für viel Geld Kanäle und Kläranlagen zu bauen.

Hintergrund ist die Europäische Wasserrahmenrichtlinie. Die beinhaltet, dass die Grundstücke entweder zentral angeschlossen sind oder auf eine private biologische Kläranlage umgerüstet haben - in Sachsen bis Ende 2015.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.10.2013

Carell-Domröse, Claudia

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