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Borna Groitzsch plant für Rewe – Größe ist Problem
Region Borna Groitzsch plant für Rewe – Größe ist Problem
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05:01 23.05.2018
Die schraffierte Fläche umfasst das Gebiet, das für die mögliche Ansiedlung von Rewe und eines Drogeriemarktes vorgesehen ist. Quelle: Stadt Groitzsch
Groitzsch/Pegau

Es kommt Bewegung in die Ungewissheiten um Lebensmittelhändler Rewe in der Elsterregion. Die Filiale in Pegau wird zum Ende des Jahres tatsächlich geschlossen, nachdem sich ein solches Gerücht für 2017 nicht bestätigt hatte. Für einen größeren Markt, der dort keinen Platz hat, bereitet Groitzsch nun die planerischen Grundlagen vor.

Bürgermeister sieht noch viel Klärungsbedarf

Der Stadtrat hat dafür in seiner jüngsten Sitzung eine Änderung des Bebauungsplanes „Gewerbegebiet Süd, an der B 176“ beschlossen. Allerdings erwartet Bürgermeister Maik Kunze (CDU) noch wesentlichen Klärungsbedarf und eine Menge Absprachen, bis eine Ansiedlung möglich wird.

Offiziell geht es nicht direkt um Rewe. In den Dokumenten über das freie Areal zwischen der Bundesstraße 176 und dem Ortsteil Großpriesligk ist allgemein von einem Vollsortimenter die Rede. Für diesen Lebensmittel-Supermarkt, der die ge­samte Bandbreite dieser Branche – sowohl niedrig- als auch höherpreisige Waren – abdeckt, wird eine Verkaufsfläche von maximal 1600 Quadratmeter genannt.

Details enthält erst der Bauantrag

Da wäre Platz für 12 000 bis 15 000 Artikel. Für einen Drogeriemarkt sind 700 Quadratmeter vorgesehen, während Läden für Konzessionäre (wie Bäcker und Fleischer) 150 Quadratmeter einnehmen können. Präzise Details werde erst ein Bauantrag enthalten – wann immer er gestellt werde.

Die (möglichen) Unternehmen bauen nicht selbst. Dafür gibt es Investoren, die dann als Vermieter fungieren. Der Name des Interessenten für Groitzsch fiel in der Ratssitzung nicht. Es soll sich dabei um Klaus Landau aus Kleinmachnow (bei Berlin) handeln.

Der ließ unter anderem im November 2016 einen Rewe-Markt in Wurzen eröffnen und ist derzeit in Grimma auf dem Gelände des bisherigen Jahn-Stadions (Kunstrasen) engagiert – mit einem ähnlichen Projekt, wie es in der Schusterstadt entstehen könnte. An der Mulde geht es um ein Bauvolumen von knapp vier Millionen Euro.

Marktgröße ist der Knackpunkt

Ob das in Groitzsch auch gelingt, kann er aber nicht sagen, erklärte Bürgermeister Kunze. Die Marktgröße sei der Knackpunkt. Die ist, fügte er später hinzu, bisher in Sachsen für einen sogenannten grundzentralen Verbund wie Groitzsch/Pegau nicht vorgesehen; dieses Problem habe auch die geplante Erweiterung des Discounters Netto.

Dazu müsste der Investor weitere Diskussionen mit dem Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen, der die Entwicklung im Großraum um die Messestadt organisiert, sowie mit der Landesdirektion als Genehmigungsbehörde führen. Immerhin geistert das Vorhaben schon seit fünf Jahren durch die Region.

In dieser Zeit hat es schon einige Male für Wirbel und Kritik bei den lokalen Gewerbetreibenden, Einwohnern und auch Rathäusern in Groitzsch und Pegau gesorgt. Die Landesdirektion hatte für eine Rewe-Ansiedlung die Erarbeitung eines gemeinsamen Einzelhandelskonzepts für beide Kommunen gefordert, was allerdings laut Kunze an der Verweigerung in der benachbarten Elsterstadt gescheitert war. Dort war eine firmeninterne Konkurrenz zur Filiale an der Bundesstraße 2 abgelehnt worden.

In Pegau zieht Rewe Ende des Jahres aus

Die wird es nun nicht mehr geben. In Pegau muss Rewe bis zum Ende des Jahres ausziehen. Wenn also nicht zügig der Neubau in Groitzsch angegangen wird, so Bürgermeister Kunze, wird die Kundschaft für dieses Vollsortimenter-Angebot abwandern. Vorerst vielleicht nach Zwenkau, wo allerdings auch eine Erweiterung in Erwägung gezogen werde. Lebensmittelmärkte setzen immer mehr auf Größe, fügte er hinzu.

Nach dem Stadtratsbeschluss wird die Änderung des Bebauungsplans öffentlich ausgelegt. Das heißt, Interessenten können im Rathaus Einblick in das Dokument nehmen – zwischen dem 2. Juli und dem 3. August.

Von Olaf Krenz

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