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Groitzsch stellt Bauantrag für eine neue Kindertagesstätte „Schilfkörbchen“

Sebastians Hof Groitzsch stellt Bauantrag für eine neue Kindertagesstätte „Schilfkörbchen“

Der Groitzscher Stadtrat hat den Weg zum Bauantrag fürs neue Domizil der Kindertagesstätte „Schilfkörbchen“ freigemacht. Die Kommune hofft nun auf eine schnelle Genehmigung, um noch in diesem Jahr mit dem Umbau des Obergeschosses im Geschäftshaus Sebastians Hof zu beginnen. Fürs Projekt Volkshaus wurde ein Planungsbüro aus Jena ausgewählt.

Groitzsch stellt jetzt den Bauantrag fürs neue Domizil der Kindertagesstätte „Schilfkörbchen“ (l.). Sie soll in das dahinterstehende große Gebäude Sebastians Hof umziehen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Groitzsch. Am Freitag endlich konnte Bürgermeister Maik Kunze (CDU) den Bauantrag fürs neue Domizil der Kindertagesstätte (Kita) „Schilfkörbchen“ unterzeichnen. Am Abend zuvor hatte der Groitzscher Stadtrat beschlossen, dass für die evangelische Einrichtung ein Großteil des Obergeschosses im Geschäftshaus Sebastians Hof umgebaut wird. Schon Mitte 2013 hatte die Kommune den Ankauf organisiert, unter anderem mit der Idee, die Steppkes hier unterzubringen. Nicht ganz so lange soll der Vorlauf fürs Volkshaus dauern. Die Abgeordneten entschieden sich für ein Planungsbüro aus Jena.

Nach weit mehr als 40 Jahren ist die Nutzungsdauer der barackenartigen Kita schon lange überschritten. Zudem gibt es dort Brandschutzmängel, heißt es in der Begründung des Stadtratsbeschlusses. Ein Umzug ins benachbarte Gebäude Sebastians Hof minimiert nicht nur dessen Leerstand, sondern bringt dem Nachwuchs einen wesentlichen Platzgewinn von 500 auf rund 800 Quadratmeter. Damit kann die Einrichtung, die jetzt über eine Betriebserlaubnis von zwölf Krippen- und 51 Kindergartenplätzen verfügt, um zehn Krippenplätze erweitert werden. Das alte Kita-Gebäude wird abgerissen, wodurch die Garten- und Freifläche auf 1800 Quadratmeter vergrößert wird.

Das Vorhaben kostet laut Planung mehr als 1,3 Millionen Euro, kein Pappenstiel. Deshalb fragte Stadtrat Lothar Gläser (SPD) nach der Finanzierung. Laut Bürgermeister Kunze ist diese mit Verkaufserlösen für andere Flächen des Gebäudekomplexes sowie Fördermitteln aus dem Kommunalinvestitionskraftstärkungsgesetz („Brücken in die Zukunft“) und dem Städtebauprogramm SOP „weitgehend in trockenen Tüchern“.

Nach mehr als einem Dutzend Planungs(teil)entwürfen, die das Ingenieurbüro Hennig Gräber wegen Ämterforderungen und Trägerwünschen gefertigt und dem Parlament beziehungsweise seinen Ausschüssen vorgelegt hatte, gab es fast keine Beanstandung. Lediglich nannte Gläser die geforderte Schallschutzmauer zum angrenzenden Schulkomplex „rausgeschmissenes Geld“. Kunze plädierte dennoch dafür, um weitere Verzögerungen zu vermeiden. Das sah das Gremium ebenso und ließ den Beschluss einstimmig passieren – ohne den als Planer befangenen Stadtrat Gräber (CDU). Gehofft wird nun, dass die Arbeiten noch vor Jahresende beginnen können und bis Mitte 2018 abgeschlossen sind.

Fürs Projekt Volkshaus am Schützenplatz wurden erst die frühen Architektenleistungen beauftragt. Das seit Jahren leer stehende Gebäude mit Saal, Bühne und Nebenräumen soll zu einer Kultur- und Veranstaltungsstätte für 400 Personen entwickelt werden.Aufgrund der ersten Kostenschätzung von 2,5 Millionen Euro war eine europaweite Ausschreibung erforderlich. 13 Büros forderten die Unterlagen ab, fünf Bewerbungen gingen ein, schließlich gab es nur vier Angebote, über die Verhandlungsgespräche geführt wurden. Die Bewertungskommission mit Bauamtsleiter Dirk Schmidt und Stadtrat Gräber entschied sich schließlich für PBR Planungsbüro Rohling AG aus Jena und damit gegen zwei Leipziger Unternehmen sowie Architekt Joachim Albus aus Pegau. Die Thüringer verlangen zudem das niedrigste Honorar. Das Groitzscher Parlament erteilte ihnen den Zuschlag.

Von Olaf Krenz

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