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Borna Groitzsch sucht Kulturstätte: Sanierung des Volkshauses würde 2,5 Millionen kosten
Region Borna Groitzsch sucht Kulturstätte: Sanierung des Volkshauses würde 2,5 Millionen kosten
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14:51 07.03.2016
Das Volkshaus steht derzeit zum Verkauf. Erste Kostenschätzungen für eine Sanierung gehen von rund 2,5 Millionen Euro aus. Quelle: Julia Tonne
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Groitzsch

Der Groitzscher Stadtrat hat sich einstimmig für die Erweiterung des SOP-Fördergebietes um den Bereich des Schützenplatzes und das angrenzende Volkshaus ausgesprochen. Hintergrund dafür ist die derzeitige Diskussion in der Stadt über eine Kultur- und Veranstaltungsstätte, die beste Bedingungen für Vereine, Künstler und Besucher bieten soll. Eine Variante ist das Volkshaus, das allerdings saniert werden müsste. Um eben diese Sanierung gefördert zu bekommen, muss aber die Erweiterung des SOP-Fördergebietes um den Schützenplatz vom Stadtrat beschlossen werden.

Drei Kulturstätten hätte die Stadt zur Verfügung – das Kulturhaus Großstolpen, das Sportlerheim und das Volkshaus –, doch alle drei bieten völlig andere Voraussetzungen und müssten zudem umfangreich umgebaut und / oder saniert werden. Dass gerade jetzt die Diskussion auftaucht, liegt zum einen daran, dass das Volkshaus zum Verkauf steht und zum anderen Fördermittel nur noch bis Ende dieses Jahres beantragt werden können. Wie berichtet, sucht die Stadt nach einer Kulturstätte, die nicht nur Vereinen zur Verfügung steht, sondern auch Künstler und damit Besucher aus der ganzen Region locken soll.

In den kommenden Wochen wollen Verwaltung und Bewohner gemeinsam alle drei Möglichkeiten prüfen. Das Sportlerheim in Groitzsch hat eine Kapazität von maximal 200 Plätzen. Allerdings fehlen eine Bühne und Umkleideräume für Künstler. Eine Vergrößerung des Saales auf 250 Plätze würde mit rund 1,2 Millionen Euro zu Buche schlagen. Die für den Erweiterungsbau notwendigen Flächen aber seien laut Bürgermeister Maik Kunze (CDU) nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Geprüft werde auch, inwieweit das Kulturhaus in Großstolpen geeignet ist. Das aber, so der Bürgermeister, werde immer weniger genutzt – was zum einen an der Entfernung zum Stadtzentrum liege, zum anderen an der schlechten Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Überdies seien zwingend Investitionen nötig, unter anderem in die Heizungsanlage, die Wärmedämmung und den Brandschutz.

Das Volkshaus, das seit mittlerweile fünf Jahren leer steht, sucht derzeit einen neuen Besitzer. „Mit der Wiederinbetriebnahme der Einrichtung könnte an die ursprüngliche Nutzung angeknüpft werden“, machte Kunze während der jüngsten Stadtratssitzung deutlich. Hier seien nicht nur Veranstaltungen jeder Art möglich, zusätzlich gebe es auch zahlreiche Übungs- und Proberäume für Vereine. Neben einem repräsentativen Saal mit umlaufender Galerie verfüge das Haus über eine große Bühne und diverse Nebenräume. Und noch ein Kriterium spielt bei der Entscheidung eine Rolle: die Erreichbarkeit. Kunze geht davon aus, dass die gute zentrumsnahe Lage „belebende Auswirkung auf die Innenstadt“ habe. Ein wirtschaftlicher Gaststättenbetrieb sei hingegen nicht geplant, die Versorgung müsse über einen Cateringservice abgedeckt werden.

Eine erste Kostenschätzung für die Sanierung des Volkshauses geht von etwa 2,5 Millionen Euro aus. Wie der Stadtrat informiert wurde, könne die Stadt über das Bund-Länder-Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren (SOP)“ 56,6 Prozent der Summe vom Sächsischen Ministerium des Innern (SMI) gefördert bekommen. Doch um an eben diese Fördermittel zu kommen, muss das entsprechende SOP-Gebiet um den Schützenplatz erweitert werden. „Und damit wiederum muss eine Erhöhung des Förderrahmens für das gesamte Gebiet durch das SMI um 1,6 auf dann 5,2 Millionen Euro einhergehen“, so Kunze weiter. Eine Realisierung aber, so machte der Rathauschef deutlich, solle ohne Kreditaufnahme und Neuverschuldung gelingen. Kunze rechnet damit, dass sich die Sanierung bis zum Jahr 2020 hinziehen würde. Solange könne das Kulturhaus Großstolpen weiter genutzt werden.

Stadtrat Lothar Gläser (SPD) erklärte, zunächst nicht von der Idee begeistert gewesen zu sein, das Volkshaus zu nutzen. „Aber das Konzept hat mich überzeugt. Mit Fördermitteln sollten wir das anpacken.“

Von Julia Tonne

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