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Borna Groitzsch trauert um Uwe Hermann – Arzt und Stadtrat der ersten Stunde
Region Borna Groitzsch trauert um Uwe Hermann – Arzt und Stadtrat der ersten Stunde
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00:19 23.06.2017
Uwe Hermann war leidenschaftlicher Arzt. Quelle: Foto: Mathias Bierende
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Groitzsch

Als „Götter in weiß“ werden sie oft bezeichnet, die Ärzte. Statt als ein solcher in anderen Sphären zu schweben, hat Dr. Uwe Hermann zwischen den Menschen und für sie gewirkt. Nicht allein in medizinischer Hinsicht. Seit 1990 hat er als Groitzscher Stadtrat das Geschehen und die Entwicklung der Kommune wesentlich mitbestimmt. Überraschend ist der im November 1941 Geborene jetzt 75-jährig gestorben, bei der Gartenarbeit zusammengebrochen, das Herz. Er hinterlässt Ehefrau Iris, Sohn Yves Hermann und Gattin Cordula Meier-Hermann sowie zwei Enkelkinder.

„Das tut mir unendlich leid“, sagt Frank Espenhain, der mit Uwe Hermann von der 1. Klasse an die Groitzscher Schule besuchte. „Auch Iris war dabei, seine Jugendliebe. Das hat sich bis heute gehalten.“ Nach der 8. Klasse trennten sich die Wege. Während Espenhain zwei Jahre bis zur mittleren Reife in Pegau lernte und dann Augenoptiker wurde, legte Hermann das Abitur ab und studierte Medizin. Ab und zu trafen sie sich beim Tanzen. „Und als er als Kinderarzt und Allgemeinmediziner in Groitzsch praktizierte, wurde er mein Hausarzt. Ich kannte ihn ja.“ Später fachsimpelten sie über Orchideen. Unvergessen bleibe für ihn, so Espenhain, dass ihn der Doktor einmal trotz ihres guten Verhältnisses anbrüllte: „Ich kam in die Praxis, und er schrie: Willst Du Dir die Kartoffeln von unten anschauen? Dann hat er mich wegen eines Herzproblems zum Spezialisten überwiesen. Er war mein Lebensretter.“

Doch half er nicht nur Kranken. Vor der ersten freien Wahl zum Stadtrat trat er an SPD-Mann Lothar Gläser heran: „Er wollte sich engagieren. Er wurde gewählt und hat seitdem die Interessen der Groitzscher vertreten.“ Beide sind – waren – die dienstältesten Abgeordneten, 27 Jahre lang, immer in der SPD-Fraktion. „Mit seinem Bekanntheitsgrad hat er uns immer viele Stimmen geholt. Er war nicht Mitglied. Ihm ging es nicht ums Politische, sondern um das Rationale.“

Für Bürgermeister Maik Kunze (CDU) steht fest: „Ein herber Verlust. Mit ihm hat uns ein Stadtrat der ersten Stunde verlassen.“ Er habe sich bis zuletzt in die Debatten eingebracht, auch wenn es körperlich nicht mehr ganz so gut funktionierte, er mit Stock laufen musste. Hermann habe großes Ansehen in der Bevölkerung genossen. „Es sind ja viele Groitzscher durch seine Hände als Arzt gegangen.“ Mehr als 8000 Patienten hatte er im Jahr. Besonders engagiert habe er sich bei der Nachfolgeregelung, als gleich vier Mediziner in der Stadt weit über dem Altersdurchschnitt für den Ruhestand waren. Hermann selbst, so Kunze, konnte die Schwiegertochter von der Übernahme seiner Praxis überzeugen; der Sohn ist Chirurg/Oberarzt in Grimma. „Eine gute medizinische Versorgung war ihm wichtig“, sagt Kunze. Die Stadt werde ihm ehrend gedenken.

Die Trauerfeier findet am Freitag ab 16 Uhr in der Kirche Groitzsch statt, die Beerdigung schließt sich an.

Von Olaf Krenz

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