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Groitzsch treibt Umbau voran: Mehr Licht und Platz für die Kita „Schilfkörbchen“

Gebäudekomplex Sebastians Hof Groitzsch treibt Umbau voran: Mehr Licht und Platz für die Kita „Schilfkörbchen“

Der Umbau des Gebäudekomplexes Sebastians Hof in Groitzsch soll endlich weitergehen. Die Stadt will die Planung jetzt abschließen, um den Bauantrag zu stellen. Schließlich soll in die obere Etage die benachbarte Kindertagesstätte „Schilfkörbchen“ umziehen.

Die evangelische Kindertagesstätte „Schilfkörbchen“ (li.) soll in das dahinterstehende große Gebäude Sebastians Hof umziehen, wenn um- und ausgebaut worden ist – unter anderem mit Fenstern an dieser Front. Die Baracke wird dann abgerissen, die Fläche erweitert den Gartenbereich.

Quelle: Jens Paul Taubert

Groitzsch. Varianten und Änderungen hat es schon einige gegeben. Nun will die Stadt Groitzsch einen Schlussstrich unter die Planung ziehen sowie Nägel mit Köpfen machen bei der weiteren Umgestaltung des Gebäudes Sebastians Hof. Schließlich soll im größten Teil der oberen Etage die jetzt noch benachbarte Kindertagesstätte (Kita) ein modernes Domizil erhalten. Für die nächste Ratssitzung am 3. November ist der Baubeschluss vorgesehen, anschließend wird der Bauantrag gestellt. Der Umzug der Steppkes könnte dann 2018 erfolgen.

Immer wieder gab es Abstimmungsbedarf mit übergeordneten Behörden und dem Träger der Einrichtung „Schilfkörbchen“, der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Groitzsch, sagt Bürgermeister Maik Kunze (CDU). „Das ging so weit, dass das eine Amt des Kreises unser Projekt befürwortete, ein anderes aber ablehnte.“ Ein Einwand zum Standort sei etwa die Immission von der benachbarten Oberschule gewesen. „Also zu viel Krach. Kinder stören Kinder. Das hatten wir auch noch nicht“, so Kunze. Jetzt, nach Klärung der Probleme, kann er darüber schmunzeln.

Der Gesamtkomplex hat zahlreiche Händler und Dienstleister kommen und gehen sehen. Der für die Kita vorgesehene Bereich bis zur Stadt- und Schulbibliothek beherbergte einst unter anderem eine Drogerie-Filiale (Schlecker) und ist derzeit noch teilweise von einer Spielothek belegt. Letztere zieht, nachdem die Kommune inzwischen die Kündigung ausgesprochen hat, wohl bis zum Jahresende aus. „Wenn es mit der Baugenehmigung läuft, wie geplant, könnte im ersten Quartal 2017 der eigentliche Baubeginn sein“, sagt der Bürgermeister. Die Bohrungen im Boden, durch die die Hauptleitungen für Wasser, Abwasser und Strom geführt werden, sind bereits vorhanden. „Das haben wir gleich erledigen lassen, als der untere Bereich für das Post-Verteilerzentrum hergerichtet wurde.“ Überschneidungen, etwa bei den Zugängen, gibt es sonst allerdings nicht.

Auf jeden Fall werden auf der Rückseite große Fenster geschaffen. Das sei kein Problem bei der Betonmauer. „Dann wird das hier eine schöne helle und freundliche Einrichtung“, betont Kunze. „Damit verbessert sich das ,Schilfkörbchen‘ extrem.“ Das aktuelle Gebäude sei vor etwa fünf Jahrzehnten wahrscheinlich als Behelfseinrichtung in Barackenform errichtet worden. „Es ist nicht mehr zeitgemäß. Da wird es trotz der Sanierungen und Renovierungen wirklich Zeit für etwas Neues.“

Nicht zuletzt ermöglicht der folgende Abriss des alten Objekts eine Erweiterung des Gartenbereichs. Und das künftige Domizil kann mehr Mädchen und Jungen aufnehmen. „Wir haben im ,Schilfkörbchen‘ derzeit zwölf Krippen- und 51 Kindergartenplätze und dabei eine Auslastung von rund 98 Prozent“, sagt Silke Große, Amtsleiterin der Groitzscher Haupt- und Ordnungsverwaltung. „Überhaupt sind bei uns alle Krippen rappelvoll, und in den Kindergärten gibt es nur wenig Puffer“, fügt sie hinzu. Da kommt es der Kommune zupass, dass nach dem Umbau von Sebastians Hof zumindest zehn weitere, also 22 Krippenplätze zur Verfügung stehen.

Für ’n Appel und ’n Ei sei das Projekt natürlich nicht zu haben, merkt Bürgermeister Kunze an. Rund 1,3 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Etwa eine Million Euro sollen aus Förderprogrammen kommen, die Stadt steuert circa 300 000 Euro bei, und die Kirche als freier Träger der Einrichtung beteiligt sich mit einem fünfstelligen Betrag.

Von Olaf Krenz

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