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Borna Groitzsch und Mibrag im Gespräch: Stadt hält an Obertitz fest
Region Borna Groitzsch und Mibrag im Gespräch: Stadt hält an Obertitz fest
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00:17 11.11.2016
Anfang Oktober hat die Mibrag Tagebau-Großgeräte von Schleenhain nach Peres umgesetzt. In einigen Jahren will das Unternehmen auch das Abbaufeld Groitzscher Dreieck wieder nutzen. Quelle: Andreas Döring
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Groitzsch

Gegensätzliche Meinungen müssen einen Dialog nicht ausschließen. Nach diesem Prinzip haben sich jetzt Groitzscher Stadt- und Ortschaftsräte mit Vertretern der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag) und der Mitteldeutschen Umwelt- und Entsorgung GmbH (Mueg) hinter verschlossenen Türen zusammengefunden. Diskussionspunkte waren vor allem die Abbaggerung des Ortsteils Pödelwitz, der Neuaufschluss des Tagebaus Groitzscher Dreieck mit einer Inanspruchnahme des Dorfes Obertitz sowie die spätere Entstehung eines größeren Neukieritzscher Sees, der in früheren Planungen keine wesentliche Rolle gespielt hatte.

Dass die Mibrag auch im dritten Be­reich ihres Tagebaus Vereinigtes Schleenhain, Groitzscher Dreieck, erneut Braunkohle abbauen will, war schon beim Abschluss des Nachbarschaftsvertrages mit der Stadt Groitzsch im August 2012 klar gewesen. Doch inzwischen will das Unternehmen nicht nur die im Braun­kohlen­plan vorgegebenen Abstände zu Ortschaften ändern, sondern Obertitz gar ganz für den Bodenschatz opfern. Das soll auch für den Groitzscher See westlich vom Ortsteil Berndorf gelten, der sich zu einem Naturrefugium entwickelt hat. Die Kommune, die nach dem mehrheitlichen Votum der Pödelwitzer noch der Abbaggerung dieses Dorfes zugestimmt hatte, lehnt, wie berichtet, diese neuen Vorhaben ab. Seit deren Bekanntwerden lässt die Stadt den Nachbarschaftsvertrag ruhen.

„Wir haben über den aktuellen Arbeitsstand zum Antrags- und Genehmigungsverfahren des Rahmenbetriebsplanes für den Tagebau Vereinigtes Schleenhain informiert“, teilte Bernd-Uwe Haase, Kaufmännischer Geschäftsführer der Mibrag, mit, der mit Bastian Zimmer, Direktor Planung, an dem Treffen teilnahm. „Dabei ging es insbesondere um die Stellungnahmen und Hinweise, die aus der Groitzscher Region zum Erörterungstermin vorgetragen und in die Umweltverträglichkeitsuntersuchung des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain aufgenommen wurden.“ Details aus der Zusammenkunft nannte er nicht.

„Wir haben konträre Standpunkte“, sagte der Groitzscher Bürgermeister Maik Kunze (CDU) nach dem Gespräch mit den Unternehmensvertretern. „In Anbetracht der Braunkohlensituation in Deutschland halte ich es für schwierig, heute noch Ortslagen in Anspruch zu nehmen“, fügte er mit Blick auf die Pläne der Bundesregierung hinzu, aus dem Braunkohleabbau auszusteigen. Die Mibrag setze sich selbst unter Druck, wenn sie weiter ihr Prinzip „alles oder nichts“ verfolge. „Aber selbst wenn Obertitz rausgelassen wird, gibt es durch das Umfeld noch eine große Beanspruchung für das Dorf und zahlreiche weitere Orte.“ Allerdings könne die Mibrag in einem solchen Fall wohl eher mit Zustimmung rechnen.

Nachdem die Bergbaufirma ein neues Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung beim Oberbergamt in Freiberg beantragt hatte, gaben Groitzsch und weitere Träger öffentlicher Belange erste Stellungnahmen ab. „Einiges davon ist schon beachtet worden, vieles aber nicht, ging aus der ersten Unterrichtung hervor“, so Kunze. Die Mibrag habe nun Zeit bis 2019, alle Unterlagen beizubringen und die verschiedenen Gutachten und Studien über die Auswirkungen der beantragten Arbeiten erstellen zu lassen. „Dann hört uns das Oberbergamt noch einmal an, ehe es eine Entscheidung fällt“, erklärte der Bürgermeister. „Das alles dauert. Schließlich muss das Ganze mit Bedacht gemacht werden, weil es riesige und langfristige Folgen hat.“ Er geht deshalb davon aus, dass das Planfeststellungsverfahren bis 2020/2021 läuft.

Außerdem erhielten die Groitzscher bei der Zusammenkunft Informationen über den Bau der Mineralstoffdeponie Profen-Nord von Bauherr und künftigem Betreiber Mueg selbst. „Es bleibt dabei: Wir sind davon nicht betroffen“, sagte Stadtchef Kunze.

Von Olaf Krenz

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