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Groitzsch und Pegau ganz groß im Chemnitzer Museum

Groitzsch und Pegau ganz groß im Chemnitzer Museum

Pegau und Groitzsch haben die sächsische Historie entscheidend mit geprägt - das zeigt das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz, kurz smac. Es ist das Schaufenster der sächsischen Landesarchäologie und präsentiert 300 000 Jahre Kulturgeschichte auf dem Gebiet des heutigen Freistaats.

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Ein Raum des Chemnitzer Museums ist allein Wiprecht II gewidmet.

Quelle: HansHermann Koch

Chemnitz/Pegau/Groitzsch. Die Ausstellungsmacher haben eine lebendige, multimediale und gleichzeitig sinnliche Schau gestaltet. Sitz des Museums ist das ehemalige Kaufhaus Schocken in der Chemnitzer Innenstadt - ein architektonisches Juwel der Klassischen Moderne, gebaut nach dem Entwurf des berühmten Architekten Erich Mendelsohn. Der Pegauer Hobby-Archäologe und Historiker Tylo Peter war dort - und begeistert.

 

 

Viele der bisher in Dresdner Kellern schlummernden Exponate seien nun zu sehen. Der Großstorkwitzer Reiterstein aber leider nicht. "Dieses Ochsengespann haben wir in Zauschwitz in den 60er ausgegraben. Da bin ich nach der Schule gleich mit dem Fahrrad hingeflitzt", erinnerte sich Tylo Peter und zeigte auf Fundstücke, die jetzt endlich ausgestellt werden können. "Hier die Mutter mit dem ungeborenen Baby im Bauch. Ein Sensationsfund, weltweit. Die Venus von Zauschwitz. Und da, das Antennenmesser, ich habe es in der Hand gehabt!" Zauschwitz hier und Pegau da. All dies in der ersten Etage, wo es unter dem Motto "Kulturen der Sesshaftigkeit" um die Zeit von 5500 vor Christi bis 800 geht.

 

 

In der oberen Etage, welche die Geschichte "Von der slawischen Aufsiedlung bis zur Industrialisierung" (800 bis 1850) behandelt, staunte der Pegauer über die Fülle der Exponate und die Schönheit eines separaten Raumes über die Besiedlung der hiesigen Region. Das Zimmer ist allein Wiprecht II gewidmet. "Immer wieder dieser Wiprecht"! hieß es schon in einem von Peters Vorträge vor Jahren.

 

 

Hier wird in schönen und aufwendig gestalteten Vitrinen, bei herrlichem Spiel von Licht und Dunkel das Leben Wiprechts dargestellt. In der Mitte des Raumes, ganz in weiß, eine große Nachbildung der Wiprechtsburg. "Endlich eine richtige Nachbildung und keine Fantasien", freute sich der Historiker. Und da stehen sie, die beiden auf zwei Jahre beschränkten Leihgaben der Stadt Pegau. Das ist zum einen das romanische Fensterelemente aus dem ehemaligen Sankt Jakob Kloster. Daneben, überlebensgroß an der Wand, Wiprecht. Eine Nachbildung der Nachbildung des Kenotaphs aus dem Deutschen Museum in Nürnberg. Das Original wurde 1556 bei dem Abriss des Benediktiner-Klosters in die Sankt Laurentiuskirche gebracht.

 

 

Wer sich die wichtige Rolle der Groitzsch-Pegauer Region in der Entwicklung Sachsens veranschaulichen will und wer sich von einer neuen, atemberaubenden Definition von Museum beeindrucken lassen möchte, sollte unbedingt nach Chemnitz fahren.

 

 

Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz, Stefan-Heym-Platz 1, Telefon 0371/911999-0, Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 20 Uhr. www.smac.sachsen.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.10.2014
Hans-Hermann Koch

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