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Borna Groitzscher Einspruch verzögert Wasserenthärtungsanlage
Region Borna Groitzscher Einspruch verzögert Wasserenthärtungsanlage
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00:19 05.06.2017
Groitzsch hat den Beschluss über den Doppelhaushalt verschoben. Quelle: Jens Paul Taubert
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Groitzsch

Zügiger, als erwartet, arbeiteten die Groitzscher Stadträte am Donnerstagabend das Programm ihrer öffentlichen Sitzung ab. Was wesentlich daran lag, dass der Beschluss über den Doppelhaushalt 2017/2018 verschoben wurde. Und beim Einspruch gegen die Errichtung einer Enthärtungsanlage im Wasserwerk Kesselshain gab es keine wirkliche Debatte – es war wohl schon alles gesagt.

Technische Probleme führten laut Bürgermeister Maik Kunze (CDU) zur Absetzung des Etat-Punktes. „Gerade beim Haushalt ist uns wichtig, dass Gründlichkeit vor Schnelligkeit geht“, sagte er. Kämmerer Steven Weizenmann ergänzte später, dass er kurzfristig im Computerprogramm aufgetauchte Differenzen nicht einfach auflösen konnte. Die Verschiebung des Beschlusses auf die eingeschobene Sitzung am 6. Juli stoppe aber keine Investition. „Wir haben hauptsächlich Fortsetzungsmaßnahmen. Und neue Projekte, wie der Kindergarten im Sebastians Hof, sind über Fördermittelzusagen bereits in der Finanzplanung verankert.“

Groitzsch hatte schon in der Versammlung des Zweckverbandes Wasser/Ab­wasser Bornaer Land (ZBL) die Wasserenthärtungsanlage abgelehnt. Da sie dennoch beschlossen worden war, hatte Kunze am Freitag nach Himmelfahrt Einspruch per Fax und Einschreiben eingelegt. Das sei für eine Mitgliedskommune nach dem Sächsischen Gesetz über kommunale Zusammenarbeit möglich, wenn der Beschluss für sie von besonderer Wichtigkeit oder erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung ist. Beides treffe hier zu. Der Stadtrat bestätigte sein Handeln nun einstimmig. Das sei eigentlich nicht erforderlich, zeige aber den Groitzscher Bürgerwillen, so der Stadtchef. „Ich bin bei unserer Gewerbeschau mehrfach darauf angesprochen und darin bestärkt worden.“

„Wir sind schon dafür, dass auch andere Kommunen weicheres Wasser wie wir erhalten, aber der Weg muss ein anderer sein.“ Bisher können wohl nicht alle Verbandsräte die Tragweite überschauen. Entstehen doch Kosten für die Anschaffung von rund 721 000 Euro und den jährlichen Betrieb von circa 230 000 Euro. „Zudem hat noch keiner gesagt, wer dafür bezahlt, dass die täglich etwa 430 Kubikmeter Schadstoffe, die im Wasser aus den Brunnen bei Kitzscher gelöst sind, in der Kläranlage Espenhain entsorgt werden“, so Kunze. Der Einspruch habe aufschiebende Wirkung: Bevor die Anlage kommt, müsse der ZBL einen neuen Beschluss fassten.

Von Olaf Krenz

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