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Groitzscher Firma steckt die Konkurrenz in den Sack

Groitzscher Firma steckt die Konkurrenz in den Sack

Ein Dinosaurier unter den Groitzscher Gewerbebetrieben ist die Papiersackfabrik in der Langendorfer Straße. Schon seit der vorletzten Jahrhundertwende wird an diesem Standort produziert, anfangs Rohfilzpappe, seit 40 Jahren sind es nun Papiersäcke in verschiedenen Größen und Ausfertigungen sowie seit Kurzem genähte Flachsäcke.

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Peter Peißker (2.v.r.), der Inhaber der Fabrik mit seiner Frau Sonja (r.) und den Mitarbeitern (v. l.) Bärbel Grund, Maik Scheuner, André Hantke und Ingo Peißker.

Quelle: Jens Paul Taubert

Groitzsch. Peter Peißker, 59 Jahre alt, ist seit genau 20 Jahren Eigentümer der kleinen Fabrik und beschäftigt neben seiner Frau Sonja, 60 Jahre alt, sechs weitere Mitarbeiter im Ein-Schicht-Betrieb.

 

 

Täglich werden in Groitzsch bis zu 15 000 Papiersäcke hergestellt, von 45 bis 80 Zentimetern Breite und 55 bis 120 Zentimetern Länge bis hin zu Übergrößen beispielsweise im Format ein Meter mal 1,50 Meter, wie sie etwa für die Tierkörperbeseitigung verwendet werden. Das Papier besteht, je nach Verwendungszweck, aus recyceltem Material, beispielsweise für Abfall- und Kompostsäcke, oder aus Frischfasern im Fall von Futtermittelsäcken.

 

 

Hauptabnehmer der Produkte sind Kommunen und Landratsämter aber auch Chemie- und Metallbetriebe in ganz Deutschland. Ein Teil der Ware sei sogar in Amerika gefragt, erklärt Peter Peißker, etwa zum Verstauen von Filtertechnik, die später in der Flugzeugindustrie Verwendung findet. Bedruckt werden die Papiersäcke mit umweltfreundlichen, wasserlöslichen Farben und verklebt mit einem Gemisch auf der Basis von Kartoffelstärke. "Von allen Vorlieferanten liegen uns Unbedenklichkeitserklärungen sowie Zertifikate für Lebensmittelechtheit vor", so der Wahl-Groitzscher, der wie seine Frau aus dem überbaggerten Käferhain stammt.

 

 

Die Konkurrenz etwa aus Polen und Italien ist groß und sitzt den Groitzschern im Nacken. "Die Händler drücken natürlich die Preise, um in den Markt reinzukommen, und dadurch machen sie vieles kaputt", erzählt Peißker. Doch der Betriebsinhaber, der seit 1987 im Unternehmen arbeitet, lässt sich davon nicht beeindrucken, er biete seinen Kunden weiterhin 1-A-Qualität made in Groitzsch/Germany an. Die Maschinen in der Fabrik mit langer Geschichte laufen wie am Schnürchen, zwar sind sie schon etwas älter und ohne filigrane Elektronikteile, dafür aber robust und weniger störanfällig. Als gelernter Schlosser konnte der 59-jährige Inhaber kleinere Reparaturen bisher immer noch selbst erledigen. Und das möchte er gern auch die nächsten Jahre so weiter handhaben.

 

 

Bereits im Jahr 1901 hatte die Groitzscher Rohpappenfabrik GmbH unter Carl-Friedrich Weber ihre Produktion aufgenommen. Damals waren dort bis zu 60 Mitarbeiter beschäftigt gewesen. Bis 1975 wurde an diesem Standort Rohpappe hergestellt, danach auf Papiersäcke umgeschwenkt. Mit der Wende sollte die kleine Fabrik geschlossen werden, doch der Initiative des damaligen Produktionsstättenleiters Peter Peißker ist es zu verdanken, dass ein Familienunternehmen aus Baden-Württemberg, die Firma Kugel, die Groitzscher Fabrik von der Treuhand kaufte. Aufgrund geänderter Eigentumsverhältnisse drohte 1994 erneut die Schließung - bis Peißker die Firma selbst übernahm und bis heute erfolgreich führt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.01.2015
Kathrin Haase

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