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Groitzscher Heimatfreunde haben viele Pläne für das neue Jahr

Naturfreunde- und Heimatverein Groitzscher Heimatfreunde haben viele Pläne für das neue Jahr

Die Groitzscher Natur- und Heimatfreunde haben wieder einen prall gefüllten Terminkalender – von Ausstellung bis Wanderung und Konferenz bis Dorfjubiläum. Darüber hinaus bemühen sich die mehr als 70 Mitglieder verstärkt um Nachwuchs und schneidern extra für die Kindergärten und Schulen ein Programm zurecht.

Historischer Stadtrundgang mit Bruder Roland Meyer durch Groitzsch.

Quelle: Dietmar Schäfer

Groitzsch. Den Tanz auf vielen Hochzeiten beherrschen die mehr als 70 Mitglieder des Groitzscher Naturfreunde- und Heimatvereins schon seit vielen Jahren. Daran wird sich auch 2016 nichts ändern, denn ihr Terminkalender ist so prall gefüllt wie nie. Im Mittelpunkt steht laut dem Vereinsvorsitzenden Dietmar Schäfer die Innensanierung der Alten Wache in der Albin-Jahn-Gasse, in der seit mehr als 15 Jahren eine Ausstellung über Groitzscher Handwerk- und Industriegeschichte zu sehen ist. In den oberen Räumen müssen dringend der Putz und die Elektrik erneuert werden, außerdem soll das Grundkonzept der Ausstellung überholt werden. „Jetzt wollen wir endlich damit loslegen“, freut sich Dietmar Schäfer. Der zweite wichtige Eckpfeiler in diesem Jahr ist die 600-Jahr-Feier im Ortsteil Berndorf. Passend dazu geben Dietmar Schäfer und der Groitzscher Ortschronist Roland Meyer ein neues Buch über Groitzsch und seine 29 Ortsteile heraus. Es soll neben Fotos und Geschichten der Einwohner auch Fakten und Hinweise auf Denkmäler, Festlichkeiten, Jubiläen und sonstige Besonderheiten enthalten. „Ich hoffe, dass wir es bis zum Berndorfer Jubiläum hinbekommen“, so der Vorsitzende weiter.

Eröffnet wird das Veranstaltungsjahr aber traditionsgemäß mit der touristisch-historischen Elster-Schnauderauen-Konferenz in der Stadtmühle Groitzsch. Bereits zum 17. Mal treffen sich befreundete Heimatvereine aus dem Dreiländereck sowie Chronisten, Archäologen, Wissenschaftler und Hobbyhistoriker, um über regionale Themen zu sprechen. Am 23. Januar dreht sich ab 10 Uhr alles um einheimische Bodenschätze – von der Braunkohle über verschiedene Kiese, Sande und Lehme bis hin zu Gesteinen wie Rochlitzer Porphyr. Weitere feste Termine sind die Pfingst- und die Adventswanderung, das Treffen mit dem Schwäbischen Albverein aus Neckartenzlingen im Juni, das dritte Groitzscher Nightlife am 9. September, der Tag des offenen Denkmals am 10. September sowie der Weihnachtsmarkt im Dezember. Das Salz in der Suppe machen aber auch die vielen verschiedenen Vorträge und Ausstellungen in der Stadtmühle und im Museum sowie die historischen Stadtführungen sowohl mit Dietmar Schäfer und Roland Meyer als auch mit Kay Rausch und Sylvia Benndorf. „Wir haben oft Reisegruppen oder Firmen zu Gast, die sich Groitzsch auf besondere Weise ansehen möchten“, so ihre Erfahrung. Zum festen Programm gehören darüber hinaus vielfältige Angebote für Kindergärten und Schulen wie Wäsche waschen wie zu Großmutters Zeiten, drucken, basteln oder Hortabschlussfeiern im Stadtturm, verpackt als Gruselnächte.

Doch zunächst steht am 16. Februar die Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahl auf dem Plan. Laut Dietmar Schäfer stehen alle Vorstandsmitglieder für die nächsten drei Jahre erneut zur Wahl – und legen vermehrt Augenmerk auf das Gewinnen jüngerer Mitglieder. „Das wird schwer“, meint der Groitzscher, „denn erfahrungsgemäß liegen bei den Kindern und Jugendlichen eher Sportvereine, die Feuerwehr und der Karneval hoch im Kurs. Aber wir bemühen uns zumindest, mit verschiedenen Angeboten das Interesse an unserer Stadtgeschichte zu wecken. Vielleicht kann sich ja der eine oder andere dafür erwärmen.“

Außerdem soll 2016 der Ulrike-von-Levetzow-Wanderweg – der erste überregionale Wanderweg des Altkreises Borna – in Erinnerung gebracht werden. Im Februar, rund um den Geburtstag der einstigen Goethe-Geliebten (1804-1899), wollen die Groitzscher Heimatfreunde entlang dieses gelb-weiß ausgeschilderten Weges bis zum Gedenkstein am Rittergut Löbnitz-Bennewitz wandern. Dort erwartet sie ein kleiner Imbiss samt netten Gesprächen über die berühmte Löbnitzer Tochter. Über ihre Liason mit dem Dichter – sie war 19, er 74 – schrieb sie am Ende ihres Lebens: „Es hat mir schon oft leid getan, dass die Erinnerung an die Zeit, welch ich Goethe gekannt, mit mir begraben werden, und damit auch all die falschen, oft fabelhaften Geschichten, welche darüber gedruckt wurden, nicht widerlegt werden...“

Von Kathrin Haase

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