Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Groitzscher Heimatfreunde haben viele Pläne für das neue Jahr
Region Borna Groitzscher Heimatfreunde haben viele Pläne für das neue Jahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:41 12.01.2016
Ein Waschtag wie zu Großmutters Zeiten im Museum Groitzsch. Fast 90 Hortkinder spüren am eigenen Leib, wie beschwerlich und anstrengend die Waschtage in früheren Zeiten waren. Quelle: Dietmar Schäfer
Anzeige
Groitzsch

Den Tanz auf vielen Hochzeiten beherrschen die mehr als 70 Mitglieder des Groitzscher Naturfreunde- und Heimatvereins schon seit vielen Jahren. Daran wird sich auch 2016 nichts ändern, denn ihr Terminkalender ist so prall gefüllt wie nie. Im Mittelpunkt steht laut dem Vereinsvorsitzenden Dietmar Schäfer die Innensanierung der Alten Wache in der Albin-Jahn-Gasse, in der seit mehr als 15 Jahren eine Ausstellung über Groitzscher Handwerk- und Industriegeschichte zu sehen ist. In den oberen Räumen müssen dringend der Putz und die Elektrik erneuert werden, außerdem soll das Grundkonzept der Ausstellung überholt werden. „Jetzt wollen wir endlich damit loslegen“, freut sich Dietmar Schäfer. Der zweite wichtige Eckpfeiler in diesem Jahr ist die 600-Jahr-Feier im Ortsteil Berndorf. Passend dazu geben Dietmar Schäfer und der Groitzscher Ortschronist Roland Meyer ein neues Buch über Groitzsch und seine 29 Ortsteile heraus. Es soll neben Fotos und Geschichten der Einwohner auch Fakten und Hinweise auf Denkmäler, Festlichkeiten, Jubiläen und sonstige Besonderheiten enthalten. „Ich hoffe, dass wir es bis zum Berndorfer Jubiläum hinbekommen“, so der Vorsitzende weiter.

Eröffnet wird das Veranstaltungsjahr aber traditionsgemäß mit der touristisch-historischen Elster-Schnauderauen-Konferenz in der Stadtmühle Groitzsch. Bereits zum 17. Mal treffen sich befreundete Heimatvereine aus dem Dreiländereck sowie Chronisten, Archäologen, Wissenschaftler und Hobbyhistoriker, um über regionale Themen zu sprechen. Am 23. Januar dreht sich ab 10 Uhr alles um einheimische Bodenschätze – von der Braunkohle über verschiedene Kiese, Sande und Lehme bis hin zu Gesteinen wie Rochlitzer Porphyr. Weitere feste Termine sind die Pfingst- und die Adventswanderung, das Treffen mit dem Schwäbischen Albverein aus Neckartenzlingen im Juni, das dritte Groitzscher Nightlife am 9. September, der Tag des offenen Denkmals am 10. September sowie der Weihnachtsmarkt im Dezember. Das Salz in der Suppe machen aber auch die vielen verschiedenen Vorträge und Ausstellungen in der Stadtmühle und im Museum sowie die historischen Stadtführungen sowohl mit Dietmar Schäfer und Roland Meyer als auch mit Kay Rausch und Sylvia Benndorf. „Wir haben oft Reisegruppen oder Firmen zu Gast, die sich Groitzsch auf besondere Weise ansehen möchten“, so ihre Erfahrung. Zum festen Programm gehören darüber hinaus vielfältige Angebote für Kindergärten und Schulen wie Wäsche waschen wie zu Großmutters Zeiten, drucken, basteln oder Hortabschlussfeiern im Stadtturm, verpackt als Gruselnächte.

Doch zunächst steht am 16. Februar die Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahl auf dem Plan. Laut Dietmar Schäfer stehen alle Vorstandsmitglieder für die nächsten drei Jahre erneut zur Wahl – und legen vermehrt Augenmerk auf das Gewinnen jüngerer Mitglieder. „Das wird schwer“, meint der Groitzscher, „denn erfahrungsgemäß liegen bei den Kindern und Jugendlichen eher Sportvereine, die Feuerwehr und der Karneval hoch im Kurs. Aber wir bemühen uns zumindest, mit verschiedenen Angeboten das Interesse an unserer Stadtgeschichte zu wecken. Vielleicht kann sich ja der eine oder andere dafür erwärmen.“

Außerdem soll 2016 der Ulrike-von-Levetzow-Wanderweg – der erste überregionale Wanderweg des Altkreises Borna – in Erinnerung gebracht werden. Im Februar, rund um den Geburtstag der einstigen Goethe-Geliebten (1804-1899), wollen die Groitzscher Heimatfreunde entlang dieses gelb-weiß ausgeschilderten Weges bis zum Gedenkstein am Rittergut Löbnitz-Bennewitz wandern. Dort erwartet sie ein kleiner Imbiss samt netten Gesprächen über die berühmte Löbnitzer Tochter. Über ihre Liason mit dem Dichter – sie war 19, er 74 – schrieb sie am Ende ihres Lebens: „Es hat mir schon oft leid getan, dass die Erinnerung an die Zeit, welch ich Goethe gekannt, mit mir begraben werden, und damit auch all die falschen, oft fabelhaften Geschichten, welche darüber gedruckt wurden, nicht widerlegt werden...“

Von Kathrin Haase

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Er hat losgelassen. Nach 25 Jahren als Landrat dreier Landkreise. Nach seiner Verabschiedung Ende Juli ist der frühere Landrat Gerhard Gey (CDU) in seinem neuen Leben angekommen. „Und mir ist es noch keinen Tag langweilig gewesen“, sagt der Mann vom Jahrgang 1950.

12.01.2016

Umzugswagen in Gnandorf: Die letzten Mieter in der Neuen Platekaer Straße 1 bis 19 ziehen in den kommenden Wochen aus. Wie Andreas Beier, Chef der Bornaer Wohnungsgenossenschaft (BWG) sagte, ist die Vereinbarung mit der Stadt Borna über den Rückbau unterschrieben. Und die beiden Blöcke sind nicht die letzten, die fallen.

15.01.2016

Genau genommen müsste Böhlen laut des Verteilerschlüssels 116 Asylbewerber aufnehmen. Genau genommen aber sind es ab Februar fast 400 Menschen, die in der Stadt Unterkunft finden, bis ihr Asylantrag bewilligt oder abgelehnt wird.

11.01.2016
Anzeige