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Borna Groitzscher Kritik an Abbau von grünen Pfeilen
Region Borna Groitzscher Kritik an Abbau von grünen Pfeilen
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00:48 21.04.2018
Ein grüner Pfeil erlaubt das Rechtsabbiegen bei roter Ampel. Quelle: Archiv
Groitzsch

Die Ampel-Kreuzung am südlichen Ortsausgang des Groitzscher Stadtgebiets hat ihr kleines Extra verloren. Vor Kurzem wurden die grünen Pfeile an beiden Nebenstraßen der Schusterstraße (Bundesstraße 176) – Am Pappelhain und Am Bahndamm – demontiert. Der Grund sind „andere Bedingungen als beim Bescheid zu ihrer Anbringung“, heißt es aus dem Straßenverkehrsamt des Landkreises. Bei Einwohnern und Stadtverwaltung stößt das auf Kritik.

Grüne Pfeile plötzlich weg

„Als ich aus dem Urlaub kam, waren sie weg“, sagt FDP-Abgeordneter Kai Ludwig. „Bürger haben bei mir wegen des Grundes nachgefragt.“ Das Begehr reichte er bei der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses an den Bürgermeister weiter. Maik Kunze (CDU) sagte Klärung zu, verwies aber auf die Zuständigkeit des Landratsamtes.

Beide brachten die Anordnung mit dem neuen Radweg Groitzsch–Pödelwitz in Verbindung. „Rücksprache mit der Stadt hat es nicht gegeben“, so Kunze. „Nachvollziehen kann ich das überhaupt nicht. Das ist eben deutscher Bürokratismus.“

Vielleicht hänge das ja auch damit zusammen, dass mal im Gespräch gewesen sei, die gemeinsamen Rad- und Fußwege an der Schusterstraße wegen zu geringer Breite aufzuheben und Radwege auf der Fahrbahn zu markieren. „Aber das wäre ja viel zu gefährlich.“

Erklärungen der Kreis-Sprecherin

Schon im letzten Juni waren die Radwege in Groitzsch gemeinsam von Stadtverwaltung, Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Polizei und Landratsamt begutachtet worden, kommt Aufklärung von Kreis-Pressesprecherin Brigitte Laux.

Dort sei der Rückbau des Grünpfeils, wie das Schild im Amts(west)deutsch heißt, festgelegt worden, da er an dieser Stelle laut Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung unzulässig sei: „Es darf nicht verwendet werden, wenn… der freigegebene Fahrradverkehr auf dem zu kreuzenden Radweg für beide Richtungen zugelassen ist oder der Fahrradverkehr trotz Verbotes in der Gegenrichtung in erheblichem Umfang stattfindet und durch geeignete Maßnahmen nicht ausreichend eingeschränkt werden kann.“

Kreis spricht nur von einem Pfeil

Das habe nichts mit dem neuen Radweg zu tun, sondern „gilt immer im innerörtlichen Bereich“. Eine verkehrsrechtliche Anordnung sei im Juli gefertigt worden.

Im Straßenverkehrsamt des Kreises ist allerdings nur von einem Pfeil die Rede, an der Straße Am Pappelhain. „Als er 2001 angeordnet worden war, lauteten die Vorschriften noch anders. Und auf dem Fußweg sowie dem Stück Fahrbahn an der Kreuzung war noch kein Radweg markiert.“

Jetzt sei davon auszugehen, dass Radfahrer die Straße Am Pappelhain kreuzen, um dahinter über die B 176 in die Straße Am Bahndamm Richtung Großpriesligk zu fahren – und umgekehrt. Deshalb musste der grüne Pfeil dort verschwinden; warum das erst kürzlich passiert sein soll, sei nicht bekannt, den Auftrag hatte die Straßenmeisterei erhalten.

Ludwig: Auch an Ampel Am Bahndamm war grüner Pfeil

Für Kai Ludwig steht „hundertprozentig“ fest, dass es auch an der Ampel Am Bahndamm ein solches Zeichen gegeben hatte. „Da ist zu sehen, wie sich die Entscheidungsträger an ihren Schreibtischen auskennen. Die können mir mit ihren Vorschriften gestohlen bleiben. Das wird ja immer schlimmer.“

Er sehe an der Kreuzung kein Problem für Rechtsabbieger, sodass sie unbedingt auf die grüne Ampelphase warten müssten. Vor allem seien dort Radler nur selten unterwegs.

Von Olaf Krenz

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