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Borna Groitzscher Morde: Familien der Opfer als Nebenkläger
Region Borna Groitzscher Morde: Familien der Opfer als Nebenkläger
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01:00 15.09.2010
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Groitzsch

Neben der hauptanklagenden Staatsanwaltschaft Leipzig, gilt es als sehr wahrscheinlich, dass sich auch die Familien der drei Opfer an dem Prozess als Nebenkläger beteiligen.

Details zu rechtlichen Schritten und Angaben zu den Hintergründen der Tat könnten derzeit aber noch nicht genannt werden, da die Anwälte der Familien bislang weder Akteneinsicht erhalten hätten. Noch sei es bisher möglich gewesen, mit den Angehörigen tiefer greifendere Beratungen zu führen. Wie der Groitzscher Rechtsanwalt Michael Eißner, der die Familie des 19-jährigen Opfers Patrick B. vertritt, erklärte, „sind die Familien derzeit keinesfalls in der Lage, sich mit den Umständen detailliert auseinanderzusetzen. Sie sind noch sehr betroffen."

Eißner geht aber, wie sein Bornaer Kollege Reinhard Baehr auch, der die direkten Angehörigen des ersten Opfers, Tino L., begleitet, davon aus, dass mit Nebenklagen fest gerechnet werden kann. „Zu Einzelheiten kann und werde ich mich aber nur in Abstimmung mit der Familie äußern. Und die ist - verständlicherweise - noch nicht so weit", sagte Eißner. Reinhard Baehr bat um selbiges Verständnis: „Ich werde mich momentan nicht dazu positionieren. Das geschieht nur in Abstimmung mit meiner Mandantschaft."

Es ist davon auszugehen, dass auch die dritte Nebenklägerin zunächst keine Äußerungen zur Sache machen kann, machen wird - der 23-jährige Denis H. konnte bislang noch nicht einmal beerdigt werden. Dem Vernehmen nach wird die Familie von der Leipziger Anwältin Ina Alexandra Tust vertreten.

N. gilt als dringend tatverdächtig, Patrick B. (19) und Denis H. (23) Ende August dieses Jahres und Tino L. (27) im April 2009 durch mehrere Schüsse aus einem Revolver auf beziehungsweise in unmittelbarer Nähe zu dem von ihm erworbenen Grundstück in der Langendorfer Straße getötet zu haben.

Michael Eißner, der auch im Groitzscher Schützenverein mitwirkt, sagte mit Blick auf die Todesumstände und die mutmaßliche Tatwaffe - ein Revolver des Kalibers 357 Magnum - dass es sich bei dem Täter „nur um einen trainierten Schützen handeln kann. Es ist ein gängiges Kaliber, dass auch bei der Jagd als Fangschusswaffe eingesetzt wird. Wer damit mehrfach trifft, ist geübt im Umgang mit Schusswaffen". Die Opfer beschrieb der Groitzscher als „ganz normale Jungs".

Der Tatverdächtige, der wenige Tage nach der Tat im bayerischen Kraiburg am Inn festgenommen wurde, nachdem er selbst die Polizei angerufen hatte, schweigt indes weiter. Wie dessen verteidiger Malte Heise mehrfach erklärt hatte, sei zunächst nicht damit zu rechnen, dass der 40-Jährige Einlassungen macht.

Thomas Lieb

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