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Groitzscher Mühlgraben muss entschlammt werden – doch die Genehmigung fehlt

Behördenärger Groitzscher Mühlgraben muss entschlammt werden – doch die Genehmigung fehlt

In den kommenden Wochen soll mit der Schlämmung des Mühlgrabens in Groitzsch begonnen werden. Doch derzeit muss die Stadtverwaltung noch auf die Genehmigung der unteren Wasserbehörde warten. Steffen Löbig, im Rathaus zuständig für Hochbau, Umwelt, Gewässer, Grünflächen, hofft, dass die bald eintrudelt, denn die Maßnahme sei dringend notwendig.

Mit der Schlämmung des Mühlgrabens in Groitzsch kann in den nächsten Wochen begonnen werden. (Symbolfoto)

Quelle: Thomas Kube

Groitzsch. „Hier kommt schon längst kein Wasser mehr in Groitzsch an“, sagt Löbig. Mittlerweile hätte sich so viel Sediment von der Schnauder im Mühlgraben abgelagert, dass die Schlammschicht rund einen halben Meter dick sei. Über Jahre sei die Unterhaltung des Gewässers „kaum oder nur sporadisch“ erfolgt, wie Bürgermeister Maik Kunze (CDU) im Amtsblatt mitteilte. Die Kosten für die Entfernung des Schlamms, so der Rathauschef weiter, übernehme vollständig die Mibrag, mit der die Stadt einen Nachbarschaftsvertrag abgeschlossen hat. Kunze rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von zirka 82.000 Euro, so eine Schätzung aus dem Jahr 2014.

Die Unterhaltungsmaßnahme ist bei der unteren Wasserbehörde angezeigt. Bisher fehlt aber nicht nur deren Zustimmung, auch die Stellungnahme der unteren Naturschutzbehörde steht noch aus. Und mit den Anliegern seien laut Löbig noch Abstimmungen notwendig. „Die Anlieger müssen über die geplanten Maßnahmen und die Art der Durchführung informiert werden. Wir bewegen uns bei den Arbeiten teilweise auf privaten Grundstücken. Auch wenn diese Arbeiten laut sächsischem Wasserrecht geduldet werden müssen, gibt es sicher in bestimmten Fällen Klärungsbedarf“, begründet Löbig.

Die Schlämmung soll, geht es nach dem Willen der Stadtverwaltung, noch im Herbst beginnen. Die Arbeiten am ersten Abschnitt zwischen Brösener Wehr und Bundesstraße 176 könnten dann bis Februar abgeschlossen sein. „Zunächst wird der Schlamm aus dem Mühlgraben geholt und soll am Ufer zwischengelagert werden“, erklärt Löbig das anstehende Prozedere. Ist der Aushub abgetrocknet, muss dieser auf einer Deponie entsorgt werden. Denn häufig sei der Schlamm mit Schwermetallen belastet und müsse speziell entsorgt werden.

Der zu schlämmende Mühlgraben hat eine Gesamtlänge von etwa 3,5 Kilometern. Die Unterhaltung sei bisher aufgrund der hohen Kosten, insbesondere für die Entsorgung des Schlammes jeweils nur sporadisch erfolgt. Der Mühlgraben dient unter anderem als Entspannung im Falle eines Hochwassers von der Schnauder her.

Ein weiterer Grund für die Schlämmung ist laut Löbig, dass sich das Mühlrad an der Stadtmühle Groitzsch auch bei Mittelwasserstand wieder drehen würde. „Im Moment kommt nur Wasser in Groitzsch an, wenn die Schnauder einen erhöhten Wasserstand aufweist“, sagt Löbig. Zudem sei der Mühlgraben, in dessen Unterlauf Fische leben, notwendig, damit es im Hechtgraben Wasser gibt. „Gibt es kein Wasser im Mühlgraben, gibt es auch keines im Hechtgraben.“

Von Julia Tonne

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