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Borna Groitzscher Rassegeflügelschau zu Jubiläum und Gedenken
Region Borna Groitzscher Rassegeflügelschau zu Jubiläum und Gedenken
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10:18 08.11.2018
Im November 2014 haben die Vorsitzende Petra Penndorf und Ausstellungsleiter Gerhard Reichardt (l.), ihr Vater und Vorgänger, den erfolgreichen Züchtern Siegfried Hein (r., Amsterdamer Kröpfer und Werner Stopfkuchen (Altenburger Trommeltaube) gratuliert. Quelle: Gislinde Redepenning
Groitzsch/Grossstolpen

Indianer und Malayen, Andalusier und Brahma waren bei einer der ersten Ausstellungen dabei. Heute heißen die Favoriten der Gastgeber Amsterdamer Ballonkröpfer, La Flèche, Strasser und Altenburger Trommeltauben. Der Rassegeflügelzuchtverein Groitzsch und Umgebung veranstaltet am Wochenende im Kulturhaus Großstolpen eine neue Präsentation mit gleich zwei Titelthemen: die Kreisschau zum 130-jährige Bestehen des heimischen Vereins und die Gerhard-Reichardt-Gedächtnisschau.

Gerhard Reichardt war lange Vereinsvorsitzender des Groitzscher Zuchtvereins. Ihm zu Ehren findet die Schau am Wochenende statt.

Auf Traditionen wie diese können nicht viele Gemeinschaften in der Region verweisen, welcher Hobbys auch immer. Der Verein wurde unter dem Namen „Rassegeflügelzüchter zu Groitzsch“ am 25. April 1888 gegründet. Gerade zehn Monate später zeigten die Mitglieder um den Gründungsvorsitzenden Otto Etzold erstmals öffentlich ihre Tiere, erzählt die heutige Chefin Petra Penndorf. Bei der zweiten Auflage im Februar 1891 waren 354 Hühner in mehr als 20 Rassen (darunter Andalusier, Malayen, Brahma) sowie 446 Tauben in über zehn Rassen (darunter Indianer) zu sehen.

Mehrere Schauen an einem Wochenende

Diesmal haben sich insgesamt 51 Züchter mit 412 Tieren angemeldet. Die Groitzscher richten dabei sowohl die Kreisrassegeflügelschau (inklusive Wassergeflügel) des Kreisverbandes Borna als auch die Hauptsonderschau des Sondervereins der Nackthalshühner, Zwerg-Nackthalshühner und Rumänischen Nackthalstümmler (Tauben) aus. Die Qualität der Vögel, der Zuchterfolg also, wird schon am Donnerstag ermittelt, wenn die Preisrichter ihre Bewertung abgeben. Wenn das Prädikat „sehr gut“ heißt, bedeutet es das nicht wirklich für die Züchter. Immerhin gibt es noch die Steigerung „hervorragend“ und die höchste Note „vorzüglich“.

Sieben Frauen züchten selbst

Zehn Groitzscher Mitglieder, genau die Hälfte des Vereins, stellen sich mit ihren Tieren dem Urteil. Wie die Vorsitzende Penndorf selbst. „Ich bin mit 14 dazugekommen, über die Eltern. Damals wie heute züchte ich La Flèche. Die Hühner haben einen Kamm wie ein V, das sieht aus wie zwei Hörner.“ Die 50-Jährige ist nicht einzige Frau bei den Schusterstädtern. Immerhin sieben mischen mit, dabei eine Jugendliche.

In seinem langen Bestehen erlebte der Verein Hochs und Tiefs. Nach den Weltkriegen musste die Zuchtarbeit mühevoll wieder aufgebaut werden. Zur DDR-Zeit gab es Phasen, wo das Futter fehlte. Allerdings ergänzten nun Arbeiter den seit Beginn dominierenden Mittelstand. Die Gemeinschaft wuchs in den Spitzenzeiten vor 1990 auf rund 40 Mitglieder.

Schau in Gedenken an Ehrenvorsitzenden Reichardt

Da war längst Gerhard Reichardt Vorsitzender, seit 1972. Gut vier Jahrzehnte leitete er die Rassegeflügelzüchter. Zu­dem war er Ausstellungschef. Ihm persönlich hatten es Nackthalshühner angetan. Als er aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten musste, wurde Tochter Petra Penndorf im Februar 2013 seine Nachfolgerin. Der Ehrenvorsitzende starb am 8. März 2018, wenige Tage nach seinem 80. Geburtstag. „Weil er den Verein so lange mit Engagement und Wissen geprägt hat, steht die Schau im Gedenken an ihn“, sagt Penndorf.

Die Ausstellung im Kulturhaus Großstolpen wird am Sonnabend, 10 Uhr, feierlich eröffnet. Es gibt Grußworte und Ehrungen. Besucher sind bereits ab 9 Uhr willkommen. Während sie sich am ersten Tag bis 17 Uhr umschauen können, ist das am Sonntag von 9 bis 14 Uhr möglich.

Von Olaf Krenz

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