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Groitzscher Schüler entscheiden Kunstwettbewerb für sich

Leipzig Groitzscher Schüler entscheiden Kunstwettbewerb für sich

Mit Wettbewerben kennen sich Lehrer und Schüler des Wiprecht Gymnasiums Groitzsch aus. Kürzlich flatterte Kunstlehrerin Gloria Schellenberg ein Schreiben des Bildermuseums Leipzig auf den Schreibtisch, worin zum ersten Preis im Wettbewerb „Helden gesucht“ gratuliert wird.

Die Jury des Kunstwettbewerbs „Helden gesucht“ hat die Arbeiten aus dem Groitzscher Wiprecht Gymnasium auf den ersten Platz gesetzt.
 

Quelle: Wolfgang Zeyen

Groitzsch.  Mit Wettbewerben kennen sich Lehrer und Schüler des Wiprecht Gymnasiums Groitzsch aus. Fast monatlich sind Kinder und Jugendliche unterwegs, um sich unter Beweis zu stellen und ihre Schule zu repräsentieren. Vor einigen Wochen flatterte Kunstlehrerin Gloria Schellenberg ein Schreiben des  Museums der bildenden Künste Leipzig auf den Schreibtisch, worin zum 1. Platz des Wettbewerbes „Helden gesucht“ gratuliert wurde. Mit ihren A3-formatigen Bildern: „Fremd? Nein! Freund!“, die bereits im Kunst-Unterricht der fünften Klasse entstanden sind, konnten einige Schüler der jetzigen 7a und 7b die Jury – bestehend unter anderem aus dem Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt und dem Leipziger Künstler Sighard Gille – von sich überzeugen.

Das Museum der bildenden Künste hatte bereits im Herbst diesen Wettbewerb ausgerufen, an dem sich insgesamt 17 Schulen aus dem Landkreis und Leipzig beteiligten. Anlass dafür war die Ausstellung „Eugéne Delacroix & Paul Delaroche – Geschichte als Sensation“. Das 1845 gemalte Bildnis von Napoleon nach dem Empfang der Nachricht vom Einzug der Verbündeten in Paris von Delaroche warf für den Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt die Frage nach aktuellen Heldenbildern auf. Die Antworten dazu lieferten die jungen Künstler der 17 Schulen.

Doch am meisten überzeugen konnten die Werke der Groitzscher, die sich in ihren Bildern mit Helden des Alltags beschäftigen. Wann gelten Menschen als Helden? Sind es die, die Migranten bei der Integration helfen, oder sind es Leute, die Menschen mit Behinderungen unterstützen? „Für die Schüler stand schnell fest, dass es darum geht, das Anderssein festzuhalten und zu thematisieren“, erklärt Schellenberg. Held sei nicht jemand, der am lautesten schreit, er würde die Welt retten, sondern jemand, der immer ein offenes Ohr für andere habe, der für andere da sei. Die künstlerische Darstellung schien die Jury zu beeindrucken, immerhin sprach sie den Siebtklässlern den ersten Preis zu und lädt sie zudem nach den Winterferien zu einem Besuch in die Red-Bull-Arena mit Backstage-Führung ein.

Zusammen mit den Bildern „Fremd? Nein! Freund" hatte Schellenberg auch Fotografien ans Bildermuseum geschickt. Die Schüler fotografierten sich gegenseitig bei unglaublichen Aktionen mit Superkräften, wobei optische Täuschungen aus ihnen Superhelden machten.

Für die Gymnasiasten ist nach dem Wettbewerb vor dem Wettbewerb. Obwohl der Preis vom vergangenen Jahr noch nicht eingelöst ist, laufen die Vorbereitungen für den nächsten schon auf Hochtouren. Schellenberg und ihre Schüler wollen den Sächsischen Kinderkunstpreis nun auch ergattern und arbeiten an Comics zum Motto „Trau Dich“. Einsendeschluss ist im April, im Mai werden alle eingereichten Arbeiten dann im Bornaer Stadtkulturhaus zu sehen sein.

Erst dann wird klar, ob alles für den Comic-Leser interessant und verständlich dargestellt worden ist, in Bildern, kurzen Texten, Sprechblasen und so weiter. „Spannend dabei ist es ja, mit wenigen Worten und vielen Bildern auch viel auszudrücken“, macht Schellenberg deutlich. Doch bevor die Jury die Werke zu sehen bekommt, müssen die Comics von den Schülern untereinander bewertet werden. „Erst dann wird klar, ob alles verständlich ist, der Text zum Bild und die Reihenfolge passen.“ Die Einsendungen für diesen Wettbewerb sind ab 21. Mai im Stadtkulturhaus zu sehen.

Von Julia Tonne

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