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Groitzscher Unternehmen Agross wird 25 – neuer Kuhstall geplant

Großstolpen Groitzscher Unternehmen Agross wird 25 – neuer Kuhstall geplant

Zum 25. Geburtstag hat das Agrar- und Beteiligungsunternehmen Agross aus dem Groitzscher Ortsteil Großstolpen gar keine ausufernden Wünsche. Lediglich zwei stehen auf der Liste: Die Erhöhung des Milchpreises und die Verringerung des Flächenverlusts durch den Tagebau. Das Unternehmen feiert seinen Geburtstag am 12. Juni mit einem Hoffest.

In einigen Tagen ziehen die ersten Kälber in die Iglus ein. Daneben entsteht ein neuer Stall für 365 Milchkühe.

Quelle: Andreas Döring

Groitzsch/Großstolpen. Zum 25. Geburtstag hat das Agrar- und Beteiligungsunternehmen Agross aus dem Groitzscher Ortsteil Großstolpen gar keine ausufernden Wünsche. Lediglich zwei stehen auf der Liste: Der Milchpreis sollte in absehbarer Zeit wieder steigen. Zudem sollte sich der Flächenverlust, der dem Tagebau geschuldet ist, in begrenztem Rahmen halten.

Mit beiden Herausforderungen hat das Unternehmen, das im Juni ein Vierteljahrhundert alt wird, derzeit zu kämpfen. Bis zum Jahr 2019 verliert Agross rund 400 Hektar Ackerfläche an den Tagebau, der Milchpreis von rund 23 Cent kann längst die Herstellungskosten nicht mehr decken. Dennoch investiert das Agrar-Unternehmen dieses Jahr in einen neuen Kuhstall am Tierstandort Wischstauden rund 1,8 Millionen Euro. Zwar muss Agross die Summe nicht komplett aus eigener Tasche zahlen, über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums gibt es eine teilweise Förderung, „dennoch muss eine solche Investition gerade in diesen Zeiten gut überlegt sein“, macht Lars Hartung, Geschäftsführender Vorstand, deutlich. Andererseits sei ein neuer Stall längst überfällig gewesen, um dem Tierwohl weiter gerecht zu werden. Im Oktober soll er stehen und 365 Kühen Platz bieten, fertig sind bereits die Iglus, in denen die Kälber groß werden.

Neben der Milchgewinnung ist die Pflanzenproduktion das wichtigste Standbein von Agross. Angebaut werden unter anderem Mais und Gerste, außerdem Weizen, Raps und Zuckerrüben. Doch zunehmend verliert der Betrieb an Ackerfläche, seit 2012 zwischen 25 und 50 Hektar jährlich, bis dann 2019 insgesamt 400 Hektar vom Tagebau einverleibt sein werden. 75 Prozent der jetzigen genutzten Flächen sind zudem nach dem Tagebau rekultiviert. Doch genau damit steht Agross vor einem nicht unerheblichen Problem. „Bei den Kippenböden ist die Kapillarität nicht sehr ausgeprägt. Das heißt, dass die Böden nur wenig Grundwasser aufnehmen können“, erklärt Hartung. Von daher falle auch die Ernte um rund 25 Prozent geringer aus als auf natürlich gewachsenen Böden. Auf rekultivierten Flächen ernte das Unternehmen „plus/minus Null, das schmälert den Gewinn“, so der Geschäftsführer weiter. Mehrere Jahrzehnte dauere es, bis diese Böden ähnlich rentabel seien wie natürliche. Im Vergleich zum Jahr 1991 hat Agross nur geringfügig weniger bewirtschaftete Flächen, allerdings hat sich der Anteil an Kippenflächen bis heute fast verdoppelt. Wohingegen sich der Tierbestand so gut wie halbiert hat.

Drittes Standbein ist seit 2006 die Biogasanlage. Grund für die damalige Investition war, die Tierproduktion wirtschaftlicher zu machen, wie Sabine Renker, ebenfalls im Vorstand der Agross, erklärt. Die Anlage speise sich hauptsächlich aus Mais und Gülle.

Was recht untypisch für ein Landwirtschaftsunternehmen anmutet, ist der Zweig der Immobilienverwaltung. 65 Wohnungen vermietet Agross in Groitzsch und Neukieritzsch. Einst lebten hier die umgesiedelten Breunsdorfer und Mitarbeiter der früheren LPG, die Wohnungen hat Agross mit der Wende übernommen. Zum Betrieb gehört zudem ein Hofladen in Großstolpen, in dem es Futtermittel, Heu und Stroh für den Kleintierbedarf genauso gibt wie Gartengeräte, Sämereien, Pflanzen und Kartoffeln.

Für die Zukunft sehen Renker und Hartung noch andere Herausforderungen auf die Firma zukommen. Dabei spielt die Diskussion um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ebenso eine Rolle wie das immer weiter nachlassende Interesse an landwirtschaftlichen Berufen bei Jugendlichen. „Das kann in Zukunft ein großes Problem werden – allerdings nicht nur für uns“ – betont Hartung.

Agross feiert am Sonntag, 12. Juni, mit Anwohnern und anderen Interessierten ein großes Geburtstagsfest auf dem Hof in Großstolpen. Von 10 bis 16 Uhr gibt es unter anderem Spiel und Spaß mit der Freiwilligen Feuerwehr, den Agross-Soccer-Cup, eine Hüpfburg, Kutschfahrten und Ponyreiten sowie eine Kleintierausstellung und Flurfahrten.

Von Julia Tonne

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