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Borna Großdeuben: Petition für barrierefreien Bahnhof abgelehnt
Region Borna Großdeuben: Petition für barrierefreien Bahnhof abgelehnt
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00:38 06.05.2018
Der Bahnhof in Großdeuben wird nicht barrierefrei umgebaut – zum Ärger der Anwohner. Quelle: Julia Tonne
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Böhlen/Großdeuben

Trotz Anbindung an das Leipziger Neuseenland, trotz stetigen Zuzugs in den Böhlener Stadtteil: Der Großdeubener Haltepunkt wird nicht barrierefrei umgebaut. Da half keine Petition des Bewohners Gerald Rattunde. Im Dezember hatte der Sächsische Landtag eine entsprechende Petition der Großdeubener abgelehnt, nun zog der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags nach.

Anwohner Gerald Rattunde kämpft für den barrierefreien Umbau des Haltepunktes Großdeuben. Quelle: Julia Tonne

Wie berichtet, baut die DB Netz AG im Rahmen des Ausbaus der Sachsen-Franken-Magistrale entlang der Bahntrasse zwischen Markkleeberg und Böhlen Brücken und Gleise in Großdeuben neu und um. Auch die Neugestaltung des dortigen Haltepunktes steht auf der Agenda. Und seither setzt sich Rattunde gemeinsam mit anderen Mitstreitern aus dem Ortsteil für einen barrierefreien Ausbau ein.

Der Sächsische Landtag hatte das Anliegen bereits mit der Begründung abgelehnt, dass an dem Bahnhof lediglich 250 Ein-/Ausstiege zu verzeichnen seien.

Und auch das Bundesverkehrsministerium beruft sich auf eben diese Zahl und lehnt das Gesuch ab. „Beim Umbau eines bestehenden Personenbahnhofs mit einem täglichen Reisendenaufkommen bis 1000 Reisende pro Tag müssen keine Aufzüge oder Rampen zusätzlich zu Treppen vorgesehen werden, wenn ein vollständig barrierefrei erschlossener Personenbahnhof im Umkreis von maximal 50 Kilometern an der gleichen Strecke vorhanden ist“, teilt das Ministerium in seinem Schreiben mit.

Verweis an den Zweckverband

Sowohl in Böhlen (3,5 Kilometer entfernt) als auch zukünftig in Markkleeberg Gaschwitz (2,3 Kilometer entfernt) sei ein barrierefreier Zugang möglich. Rattunde wird daher empfohlen, sich an den Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) als Aufgabenträger zu wenden, um die Möglichkeit einer übergangsweisen Barrierefreiheit zu erfragen.

Für den Großdeubener ist die Antwort nur schwer nachvollziehbar. „Hilfe für ältere Menschen mit Rollator, Hilfe für Eltern mit Kinderwagen für Menschen mit Handicaps sollte nicht von täglichen Ein- und Ausstiegszahlen abhängig gemacht werden, denn jeder kann einmal in diese Situationen kommen“, macht Rattunde deutlich.

Böhlen kann Investition nicht stemmen

Dennoch scheint das Unterfangen aussichtslos. Auch Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) hatte sich gegenüber ZVNL und DB Netz AG bemüht, eine Lösung zu finden. „Es gab Gespräche mit beiden und zudem mit einem Ingenieurbüro“, sagt er.

Zwar seien sowohl Rampen als auch Aufzüge möglich, allerdings müsse die Stadt die Varianten selbst finanzieren, „und das kann Böhlen derzeit nicht stemmen“.

Von Julia Tonne

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