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Borna Großdeubener Unternehmer wehrt sich gegen Verleumdungen
Region Borna Großdeubener Unternehmer wehrt sich gegen Verleumdungen
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00:21 21.10.2017
Quelle: dapd
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Böhlen

Dumme Sau, Betrüger, Kinderschänder: die Wortwahl ist alles andere als fein. Doch genau diese Worte finden sich seit einem halben Jahr in regelmäßigen Abständen im Böhlener Stadtteil Großdeuben immer wieder an Werbeschildern. Angeprangert wird mit den verbalen Entgleisungen Ralf Dölle, Inhaber des gleichnamigen Bestattungsunternehmens. Der hat mittlerweile vier Anzeigen bei der Polizei erstattet, sämtliche Schilder regelmäßig geputzt und sich jetzt zudem an Zeitungen und Fernsehsender gewandt, um dem Spuk ein Ende zu bereiten.

Im Frühjahr waren die ersten Schmierereien im Ortsteil aufgetaucht, danach folgten weitere Verleumdungen alle paar Wochen. Die letzten „Beschriftungen“ dieser Art sind erst wenige Tage alt und noch deutlich zu erkennen. Mittlerweile hat Dölle auch eine Vermutung, wer dahinter stecken könnte, den Namen hat er der Polizei mitgeteilt – und eben dort ist dieser längst kein unbekannter mehr. „Ich vermute, dass sich ein früherer Mitarbeiter des kommunalen Friedhofs Markkleeberg an mir rächen will“, erklärt der Bestatter. Der habe laut Dölle vor einigen Jahren versucht, ihn an „etwas unsauberen“ Methoden zu beteiligen, was Dölle ablehnte. Und auch bei der Stadtverwaltung Markkleeberg, wo der Mann seit Jahren nicht mehr arbeitet, ist der Name nicht unbekannt, wie aus dem Rathaus zu erfahren ist.

Vor einem Jahr liefen sich Dölle und der Friedhofsgärtner bei einer Bestattung in Taucha erneut über den Weg, doch auch dort arbeitet der Gärtner mittlerweile nicht mehr. Wie es aus dem evangelisch-lutherischen Pfarramt heißt, sei er vor einigen Monaten gekündigt worden, weil er immer wieder Mitarbeiter auf bösartige Weise verleumdet haben soll – in Form von Briefen und verbalen Anschuldigungen. Deshalb habe sich das Pfarramt von dem entsprechenden Mitarbeiter getrennt.

Kurze Zeit später begannen die Schmierereien in Großdeuben. „Das kann doch kein Zufall sein“, macht Dölle deutlich. Für ihn bedeute das öffentliche Anprangern auf den Werbeschildern eine Bedrohung seines Unternehmens. „Natürlich kommen Kunden daran vorbei, die dann falsche Schlüsse ziehen“, sagt er. Rückendeckung erhält er dennoch – von vielen Großdeubenern selbst. „Wer uns kennt, nimmt das zum Glück nicht ernst.“

Dölle versucht derzeit, die Schmierereien auf seinen eigenen Werbeschildern zu verhindern, indem er speziellen Lack verwendet, von dem sich die Verleumdungen schnell entfernen lassen. Doch der Täter behilft sich nun anders und zerkratzt zusätzlich die Flächen. „Letztlich ist der Mann lediglich zu feige, mal direkt bei mir zu klingeln“, erklärt der Bestatter, „hätte er genug Mut, würde er mir seine Meinung von Angesicht zu Angesicht sagen.“

Der Unternehmer, der im vergangenen Jahr den 20. Geburtstag seiner Firma gefeiert hat, hofft, dass demnächst wieder Ruhe einkehrt, schließlich habe die Polizei ihre Ermittlungen aufgenommen. Und auch die Bewohner würden Augen und Ohren offen halten. Womöglich zeige ja auch der Täter endlich ein Einsehen, damit aufzuhören und sich zu stellen.

Von Julia Tonne

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