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Borna Großdeubener machen Bahn für Risse in Häusern verantwortlich
Region Borna Großdeubener machen Bahn für Risse in Häusern verantwortlich
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00:28 26.03.2018
Durch die Nähe zur Bahntrasse und die Bauarbeiten der Bahn in Großdeuben sollen Risse in einigen Wohnhäusern entstanden sein. Quelle: Julia Tonne
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Böhlen

Im Böhlener Stadtteil Großdeuben haben die Bewohner in den vergangenen Jahren viel Geduld bewiesen. Doch nun ist durch die anhaltenden Bauarbeiten der Bahn an den drei Unterführungen erster Ärger aufgetreten. Mehrere Anwohner im Platanenweg, deren Grundstücke unmittelbar an die Bahntrasse grenzen, haben Risse in ihren Hausfassaden entdeckt.

Bahn lehnt Beteiligung an Schadensregulierung ab

Der Grund soll nach Aussage einer Bewohnerin der Einbau der Ersatzbrücke in der Lindenstraße gewesen sein, bei dem das Rammen zum Einsatz gekommen sei. „Tagelang hat es überall vibriert. Kurze Zeit später haben wir Risse in der Fensterbank entdeckt, in der Fassade und auch im Flurbereich“, sagt die Hauseigentümerin. Doch die Bahn lehnt bislang jegliche Kostenübernahme der Schäden ab.

Zwei Eisenbahn-Behelfsbrücken wurden in der Lindenstraße in Großdeuben eingebaut. Quelle: Andreas Döring

Mit einem Schreiben hatte sich die Anwohnerin bereits Ende 2017 an die DB Netz AG gewandt. Diese ist Bauherr der Strecken-Komplettsanierung der Sachsen-Franken-Magistrale, die auf über 554 Kilometern die Städte Leipzig und Dresden über Werdau mit Hof verbindet. „Als das Vibrieren nicht aufhörte, haben mein Nachbar und ich bei den zuständigen Bauarbeitern nachgefragt. Da wurde uns erklärt, man sei bei den Rammarbeiten auf Felsgestein gestoßen“, erzählt sie. Zwar sei es für die ganze Nachbarschaft und alle Anlieger nachvollziehbar, dass „derartige unvorhersehbare Dinge, also Risse“ auftreten können, allerdings sei sie nicht gewillt, die Folgen dafür zu tragen. Immerhin beliefe sich die Sanierung der Risse auf nunmehr fast 5000 Euro. Zu dem Ergebnis kommt ein Gutachter, den die Eigentümerin beauftragt hatte.

Streit auf dem Papier hat begonnen

Die DB Netz AG hingegen erklärt in ihrem Antwortschreiben an die betreffende Familie, dass Rammarbeiten gar nicht erfolgt seien. „Zur Ausführung gelangte eine gebohrte Rammrohrgründung (dabei werden offene Stahlrohre in die Erde einvibriert, Anm. der Red.), welche keine beziehungsweise nur geringe Vibrationen in den Untergrund einleiten...“ Es könne also ausgeschlossen werden, „dass die dargelegten Schäden in einem kausalen Zusammenhang mit den von uns beauftragten Bauleistungen stehen“.

Allerdings war nach Aussage der Anwohnerin kurz nach den Arbeiten ein Gutachter der Bahn im Platanenweg unterwegs gewesen, um sich „bei den Anwohnern zu erkundigen“, ob diese Schäden an ihren Häusern festgestellt hätten. „Das heißt, die Bahn widerspricht sich selbst“, macht die Hauseigentümerin deutlich.

Schuldzuweisungen verärgern Betroffene

Sie selbst hatte nach dem Besuch einen eigenen Gutachter beauftragt, der die neu entstandenen Risse dokumentiert hat. Dessen Ergebnisse wiederum sind bei der DB Netz AG auf dem Schreibtisch gelandet, die dann aber im Januar 2018 erneut jeglichen Schadenanspruch zurückweist. „Die Risse an dem Gebäude haben rein gar nichts mit den Bauarbeiten der Bahn zu tun“, macht Matthias Sieber von der DB Netz AG deutlich. Vielmehr solle sich die betreffende Familie an den Bauträger des Hauses wenden, möglicherweise habe falscher Baugrund zu den Rissen geführt.

Dennoch hofft die Anwohnerin noch auf Einsicht beim Bauherrn, denn „die Risse müssen ja saniert werden“. Spätestens mit dem nächsten Winter würde eindringende Feuchtigkeit zu Eisbildung und damit zur Vergrößerung der Risse führen. Und mit einer Tube Silikon, wie sie die Nachbarn von der Bahn erhalten hätten, lasse sie sich nicht abspeisen.

Von Julia Tonne

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