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Borna Großes Entsetzen in Regis-Breitingen
Region Borna Großes Entsetzen in Regis-Breitingen
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15:20 24.03.2010
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. Erinnerungen werden wach: Das Aus der Mittelschule steht einmal mehr zur Debatte. Die Einwohner sind entsetzt. Der Förderverein appelliert. Die Stadtverwaltung hat inzwischen entschieden, die Beratung im Stadtrat am Donnerstag öffentlich zu machen.

Mitglieder des Elternrates und des Fördervereins der Mittelschule Regis-Breitingen sind am Dienstagabend über die drohende Schulschließung informiert worden. Zuvor hatten die meisten aus der LVZ erfahren, was sich da abzeichnete. „Das Entsetzen war groß. So eine kurzfristige aber weitreichende Entscheidung kann doch nicht innerhalb von einer Woche gefasst werden...", glaubte auch die Fördervereinschefin Corina Beyer ihren Ohren nicht trauen zu können. Beyer zählt indes auf die Regiser Bewohner. „Für eine Einwohnerversammlung ist es wohl zu spät. Weswegen wir alle, die sich für die Mittelschule interessieren, aufrufen, sich zu der Stadtratssitzung einzufinden", so Beyer. Wegen des zu erwartenden großen Interesses wurde im Rathaus indes entschieden, die Diskussion des Stadtrates öffentlich zu führen und die Tagesordnung um den entsprechenden Punkt zu erweitern. Damit alle Gäste Platz finden, wird der Stadtrat Donnerstagabend (19 Uhr) in der Stadion-Sporthalle tagen.

Der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, Mario Fritzsche, äußerte sich ebenfalls: „Die jetzigen Schülerzahlen im Landkreis beweisen einmal mehr, dass diese für alle Schulen im Landkreis reichen würden. Allerdings müsste das auch politisch gewollt sein. Mittelschulen wie Kitzscher und Regis stehen seit Jahren am Pranger und erhalten keine Fördermittel. So kann man dem Image einer Schule auch schaden und Schülerströme bewusst in andere Schulen lenken. Wer meldet schon sein Kind in einer Schule an, die immer und immer wieder von Schließung bedroht ist." Aktuell hat die Mittelschule 33 Anmeldungen für die neuen fünften Klassen erhalten - sieben zu wenig. Womit Regis-Breitingen neben der Einrichtung in Kitzscher (ebenfalls 33 Anmeldungen) die Anforderungen an die geforderte Zweizügigkeit (mindestens 40 Schüler) nicht erreichte.

Die Forderung des Landrats Gerhard Gey (CDU) an Regis-Breitingen empfindet Fritzsche „als Erpressung und ich hoffe unser Stadtrat wird in dieser Angelegenheit nicht nachgeben". Gey hatte in einer Sonderberatung mit Bürgermeister Thomas Kratzsch und später auch gegenüber der LVZ erklärt, dass die Pleißestadt dauerhaft nur die Grundschule erhalten könne. Für deren Sanierung beziehungsweise einen Neubau stellte Gey Fördergelder in Aussicht, wenn der Stadtrat die Aufhebung der Mittelschule befürwortet und damit „im Sinne einer ganzheitlichen Schulnetzplanung" entscheidet, so Gey. Fritzsche entgegnet: „Eine Schulnetzplanung sollte neben den Kostenaspekten auch optimale Lernbedingungen für die Schüler berücksichtigen. Doch genau diese Lernbedingungen optimieren zu wollen, lassen die Vorschläge zur Schulnetzplanung seit Jahren immer wieder vermissen." Der Fördervereins-Vize erinnerte sich an Worte des früheren Kultusministers Steffen Flath: „Der sagte, dass in Sachsen keine Schule mehr geschlossen wird."

Mittelschulleiterin Dagmar Meißner war am Dienstag ebenso - wie die meisten anderen - von der Entwicklung überrascht worden. Zwar werde sie „höchstwahrscheinlich" die Diskussion im Stadtrat verfolgen, möchte aber „zunächst von einer öffentlichen Stellungnahme absehen", so Meißner.

 

Thomas Lieb

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