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Borna Großes Rettungsaufgebot am Hainer See
Region Borna Großes Rettungsaufgebot am Hainer See
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14:53 19.05.2015
Gestern bot sich wieder ein idyllisches Bild, doch in der Nacht zuvor spielte sich ein aufwendiger Polizei- und Feuerwehreinsatz auf dem Hainer See ab. Quelle: Thomas Kube

Kurz zuvor, so berichtete es gestern Alexander Bertram von der Pressestelle der Polizeidirektion Leipzig, hatten zwei Frauen aus Kahnsdorf unabhängig voneinander über den Notruf gemeldet, sie hätten über dem See ein Notsignal gesehen. Beide hätten versichert, es wären keine gewöhnlichen Feuerwerkskörper gewesen, sondern wirklich Signalraketen. Deswegen und weil sich die Polizei noch an einen Vorfall vom vorigen Jahr am Kulkwitzer See erinnerte, bei dem ein Mann ertrunken war, lief die Rettungsmaschinerie an. Zuerst wurde die Feuerwehr Kahnsdorf alarmiert. Die ist zwar nicht offiziell für die Wasserrettung vorgesehen und auch nicht dafür ausgerüstet. Allerdings haben drei Kameraden bei der Segelschule Hank an der Lagune Kahnsdorf den Motorbootschein gemacht. Außerdem haben die Kameraden einen Schlüssel für Hanks 15-PS-Boot vom Typ Lotus und dürfen es jederzeit für Einsätze nutzen. Zwei Kameraden fuhren damit am Dienstagabend auf den dunklen See hinaus und suchten den möglichen Absender der Signale.

Lichter waren auf dem Wasser nicht zu sehen. Doch während die Hubschrauberbesatzung von der Luft aus offenbar nicht fündig wurde, entdeckten die Feuerwehrleute im Lichtstrahl ihrer mobilen, hellen Feuerwehr-Scheinwerfer tatsächlich ein Floß auf dem Wasser, auf dem vermutlich acht Leute fröhlich feierten. "Sie hatten einen Grill dabei, etwas Bier getrunken, waren aber friedlich und nicht betrunken", beschrieb ein Feuerwehrmann später die Situation. Leuchtmittel oder Feuerwerk hätten sie nicht in die Luft geschossen, beteuerten die Feiernden. Zwar ist eine solche nächtliche Bootsfahrt in der Finsternis nicht ungefährlich. Doch da die Feuerwehrleute nichts vorfanden, das auf ein Unglück hindeutete, kehrten sie mit ihrem Boot ans Ufer zurück.

Ein Polizist war nicht mit an Bord. Die Beamten erwarteten das Floß in der Lagune, um die Personalien der spätabendlichen Ausflügler aufnehmen zu können, doch die schipperten offenbar an ein ganz anderes Ufer des großen Sees und wurden nicht mehr gesehen. "Wir haben keine Personalien aufnehmen können", sagte Bertram der LVZ. Und nicht nur das: Ob es wirklich ein Notsignal gab und wo das herkam, von diesem Floß, einem anderen Wasserfahrzeug oder vom jenseitigen Ufer, war bis gestern völlig unklar.

Die Feuerwehrleute konnten das Gefährt wegen der Dunkelheit nur vage als Floß erkennen. Die beiden einzigen Vermieter am See haben derartiges nicht im Angebot. Christian Conrad, Geschäftsführer von Seebetreiber Blauwasser, kennt nur zwei Anlieger, die am Hainer See ein Floß besitzen, und ist außerdem überzeugt: "Wenn da etwas gewesen wäre, hätte ich schon davon erfahren". Auch eine Grünanlagen-Firma hat an der Lagune ein Floß im Einsatz, das Baumaschinen transportieren kann. Auch das, sagte ein Mitarbeiter der LVZ, habe am Morgen unangetastet an seinem Platz gelegen.

Stattdessen berichteten gestern Kahnsdorfer, dass am Ufer gegenüber der Lagunenhäuser und auch an anderen Stellen des Sees Leute Dienstagabend gefeiert und Feuerwerkskörper abgefeuert hätten. Die Geschichte bleibt rätselhaft.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.09.2014
André Neumann

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