Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Großfeuer vernichtet vier Eigenheime in Gaulis - Neun Menschen sind obdachlos
Region Borna Großfeuer vernichtet vier Eigenheime in Gaulis - Neun Menschen sind obdachlos
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 09.12.2012

Sechs Feuerwehren waren bis weit in die Nacht im Einsatz, doch sie konnten keines der Häuser retten. Drei Bewohner erlitten einen Schock. Ein Kamerad der Böhlener Wehr wurde bei den Rettungsarbeiten durch einen Stromschlag verletzt.

Am Sonntagmorgen rückte die Böhlener Feuerwehr erneut mit Blaulicht und mehreren Fahrzeugen in den Ortsteil Gaulis aus. Wieder stand eine Rauchsäule über einem der vier Reihenhäuser an der Dorfstraße. In dem zweistöckigen Komplex, der am Vortag durch einen Großbrand zerstört worden war, flammten Glutnester auf.

Das Feuer brach offenbar in einem Anbau am Giiebel des Komplexes aus und fraß sich schnell über Fassade und Dachstuhl. Quelle: Olaf Becher

Fassungslos standen die Bewohner, die über Nacht bei Verwandten oder in einem Böhlener Hotel untergekommen waren, vor den Trümmern ihrer Heime. „Das Schlimmste ist, dass man nichts mehr hat“, sagte ein älterer Mann. Binnen Minuten vernichteten die Flammen einen Lebenstraum. Der Wind habe das Feuer richtig angefacht, sagte er. Probleme mit dem Löschwasser hätten die Feuerwehr in Nöte gebracht.

Viele Meter hoch hatten am Sonnabend kurz nach 14 Uhr die Flammen in den Nachmittagshimmel geschlagen, vermischt mit dunklem Qualm. Das Feuer, das nach ersten Ermittlungen der Polizei offenbar am Giebel des Gebäudes in einem Anbau ausgebrochen war, fraß sich, vom Wind begünstigt, an der hellblau gestrichenen Holzverkleidung entlang, die die komplette Fassade des Obergeschosses einhüllt. Ebenso schnell griff das Feuer auf den Dachstuhl über und vernichtete ihn auf der gesamten Länge.

„Das Feuer ist förmlich durchgewandert“, konstatierte der Böhlener Stadtwehrleiter Jens Mieth. Die Feuerwehren Böhlen, Rötha, Borna, Zwenkau, Großdeuben und Groitzsch waren mit mehr als 60 Kameraden im Einsatz, um den Brand zu bekämpfen. Erst nach acht Stunden war der Einsatz beendet.

Über Nacht blieb eine Brandwache vor Ort. Kurz nach 8 Uhr am Sonntag qualmte es im Haus Nummer 23 erneut. Wieder rückte die Feuerwehr aus. Mieth bestätigte Probleme mit den Hydranten. „Deckel waren zugefroren, andere nicht gleich zu finden“, sagte er. Letzteres habe nicht nur am Schnee gelegen, sondern auch daran, dass Hinweisschilder entfernt worden seien.

Rauch und Flammen über dem Komplex. Quelle: Olaf Becher

Neun Bewohner im Alter zwischen 18 und 72 Jahren verloren durch den Brand ihr Heim. Alle hätten ihre Häuser noch verlassen können, doch drei von ihnen erlitten einen Schock und wurden medizinisch versorgt. Die Stadt Böhlen kümmerte sich um die provisorische Unterbringung der Brandopfer. Wer nicht bei Verwandten oder Freunden unterkam, für den wurden Hotelbetten bereitgestellt.

„Die Gebäude sind nicht mehr bewohnbar. Der Schaden ist sehr hoch und kann noch nicht beziffert werden“, sagte Polizeihauptkommissar Peter Müller von der Polizeidirektion Westsachsen. Die Kriminalpolizei habe noch am Sonnabend ihre Ermittlungen aufgenommen. Am Sonntag wurde der Brandursachen-Ermittler in Gaulis erwartet.

Beim Löscheinsatz verletzt wurde ein 23-Jähriger der Böhlener Feuerwehr. Er erlitt nach Aussage des Stadtwehrleiters einen Stromschlag, obwohl zu diesem Zeitpunkt die Energiezufuhr zum Gebäude schon unterbrochen gewesen sei. Der Mann kam vorsorglich zur Beobachtung ins Krankenhaus.

Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Aufatmen von Gerald Förster ist mehr als deutlich. „Es ist bestes Wetter für Sonntag angekündigt", freut sich der Mit-Organisator des 7. Eulaer Adventslaufs.

07.12.2012

Bei einem Wohnungsbrand Sonnabend früh in Borna ist ein 89-jähriger Mann ums Leben gekommen. Die anderen Mieter des Mehrfamilienhauses in der Tummelwitzer Straße blieben unverletzt.

03.12.2012

Der Groitzscher Naturfreunde- und Heimatverein unter Führung des Ortschronisten Roland Meyer hat intensivste Nachforschungen unternommen, um einen urkundlichen Nachweis für die Jahreszahl 1214 als Datum für die Stadtrechtsverleihung zu finden.

29.11.2012