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Großmutter darf ihre Enkelin nicht sehen

Großmutter darf ihre Enkelin nicht sehen

Hella Hertlitschke ist tieftraurig. Die Großmutter darf ihre fünfjährige Enkeltochter nicht sehen. Dabei hat die Kleine mehrere Jahre bei ihr gelebt, bis das Kind einer vormals drogenabhängigen Mutter in eine Pflegefamilie kam.

Borna. Eine Geschichte, zu der sich das Landratsamt als zuständige Behörde unter Verweis auf den "geschützten familiären Bereich", um den es dabei geht, nicht äußern will.

Vier Jahre lang sei sie die Bezugsperson für ihre Enkelin gewesen, sagt Hella Hertlitschke. Die 70-Jährige, Mutter von acht Kindern, nahm die Enkelin zu sich, als ihre Tochter Maria in Schwierigkeiten steckte. Die heute 26-Jährige sei drogenabhängig gewesen, und so sei das Kind, das noch einen zweieinhalbjährigen Bruder hat, der bei seinem Vater lebt, in die Obhut der Großmutter gekommen. Seit Ende letzten Jahres lebt das Mädchen bei einer Pflegefamilie. Das hatten die Verantwortlichen des Sachgebietes Besondere Soziale Dienste im Landratsamt entschieden. Eine Entscheidung, mit der die Großmutter im Prinzip einverstanden ist. Allerdings nicht in jedem Punkt. "Ich darf meine Enkeltochter ja nicht mal mehr sehen", klagt sie. Kein kurzer Besuch, nichts.

Nicht einmal vorgestern, als das Mädchen seine fünften Geburtstag hatte. Das schmerze sie sehr, weil sie immerhin seit dem dritten Lebensmonat des Mädchens deren Bezugsperson gewesen sei, klagt Hella Hertlitschke. Zwar darf sie ihrer Enkelin Briefe schreiben, "und das mache ich auch jede Woche". Mehr allerdings nicht. Immerhin: Ihre Tochter, nach Angaben von Hella Hetlitschke seit Jahresbeginn nicht mehr drogenabhängig, hat aller zwei Wochen Kontakt zu ihrer Tochter. Dann dürfe sie das Mädchen für ein bis eine anderthalb Stunden sehen, sagt die Oma, die sich beim Gedanken an ihre Enkelin richtig elend fühlt. Seit sie keinen Kontakt mehr zu der Fünfjährigen haben darf, erhielt sie lediglich ein kleines Foto und ein kleines gemaltes Bild. Das, sagt Hella Hertlitschke, tue ihr weh.

Das Landratsamt Leipziger Land hält sich in der Angelegenheit ausdrücklich bedeckt. Aussagen zur Genehmigung oder Verweigerung eines Umgangsrechtes gebe es generell nicht, erklärt Behördensprecherin Brigitte Laux dazu auf LVZ-Anfrage. Das berühre "den geschützten innersten familiären Bereich". Deshalb äußere sich das Landratsamt zu konkreten Fällen auch nicht. Ausschlaggebend für eine Entscheidung zum Umgangsrecht sei immer das Kindeswohl. Vor einer Entscheidung würden daher auch die Betroffenen angehört.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.09.2013

Nikos Natsidis

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