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Borna Großreinigung im Bornaer Jahnbad: Schruppen, scheuern und schleifen
Region Borna Großreinigung im Bornaer Jahnbad: Schruppen, scheuern und schleifen
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11:21 12.07.2016
Reinigungsarbeiten im großen Becken des Bornaer Jahnbades. Erst am 23. Juli stehen Schwimm- und Saunabereich den Besuchern wieder offen. Quelle: Julia Tonne
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Borna

Im Jahnbad in Borna ist das Wasser aus allen Becken verschwunden. Es fehlen mal eben 900 Kubikmeter vom kühlen Nass. Der Grund: Das Bad wird einer jährlichen Rundumreinigung unterzogen. Ob Becken, Sauna, Sanitäranlagen oder die Technik: Dieser Wochen kommt alles auf den Prüfstand und wird gründlich geputzt. Dafür ist die Einrichtung seit Beginn der Sommerferien geschlossen.

„Hier sieht derzeit jeder Zentimeter mal einen Scheuerschwamm und Putzlappen“, sagt Schwimmmeister Ingolf Müschke. Das Wasser aus den Becken ist zunächst bereits peu à peu abgelassen und in die Kanalisation geleitet worden, nachdem es entchlort wurde. Geputzt und gewienert wurde auch schon, das Nichtschwimmerbecken war dran. Und das war schon wegen der Tiefe nicht ganz so aufwendig. Um im Schwimmerbecken nach ganz unten zu kommen, mussten sich die sechs Bad-Mitarbeiter zuweilen etwas einfallen lassen. Kurzerhand seilten sie sich auf den Beckenboden ab. Das entfällt in den beiden kleineren Becken. Doch die Substanzen, mit denen gereinigt werden, sind identisch.

„Wir arbeiten natürlich viel mit Chemie, denn innerhalb eines Jahres setzt sich so viel Schmutz ab, der mit einfachen Mitteln nicht zu lösen wäre“, erklärt Objektleiter Jens Sydow. So gebe es unter anderem Spezialreiniger in verschiedenen Konzentrationen – je stärker, desto wirkungsvoller, zum Beispiel bei Rostflecken. Und davon gebe es einige, denn die bilden sich dort, wo das Wasser über längere Zeit steht, wie an Startblöcken und an den Einstiegen.

Geschrubbt wird auch eine Etage tiefer im Saunabereich. In den drei Hitzekammern wird das Holz an Wänden, Decken und Sitzbänken abgeschliffen, sämtliche Fliesen, Gänge, Duschen und Öfen werden gereinigt. Genau das sind die Arbeiten, die dann erfolgen, wenn oben frisches Wasser wieder in die Becken geleitet wird. Denn das geschieht langsam, aber kontinuierlich. Zwischen 15 und 20 Kubikmeter aus der Trinkwasserleitung sprudeln stündlich ins Becken, entsprechend dauert es rund eine Woche, bis die Wasserkante wieder oben angekommen ist. Nachts wird der Zulauf jedoch abgestellt, weil dann niemand vor Ort ist und bei möglichen technischen Problemen und Pannen eingreifen könnte. Doch allein mit dem Einleiten ist es nicht getan, gleichzeitig muss das Wasser erwärmt werden. Ist die Wanne sozusagen voll, komme die Chemie rein, also Chlor und pH-Wert-Regulierer. Sind alle Parameter in Ordnung, überprüfe das Gesundheitsamt alles und gebe die Halle wieder frei.

Sechs Mitarbeiter sind derzeit täglich und gleichzeitig vor Ort, um zu Lappen und zu Eimer zu greifen. Auch die technischen Anlagen wie Filter, Pumpen und Kanäle werden während der Zeit überprüft. „Hier gibt es wirklich keine Ecke, die nicht kontrolliert und gesäubert wird“, macht Arno Müller, stellvertretender Objektleiter, deutlich.

Das ganze Unterfangen, für das die Halle rund vier Wochen für den Badebetrieb gesperrt ist, dient neben der gründlichen Reinigung auch der Werterhaltung. Ein weiterer Aspekt ist der, dass weniger Chemie im laufenden Betrieb verwendet werden muss, wenn alles einmal gereinigt worden ist.

Ab Sonnabend, 23. Juli, ist das Jahnbad für die Besucher wieder freigegeben. Sydow hofft, dass die Gäste den Aufwand würdigen und auch selbst auf Sauberkeit achten, indem sie zum Beispiel ihren Müll aus den Umkleideschränken mitnehmen.

Von Julia Tonne

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