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Großstolpener Ortschaftsrat moniert Trassenführung des neuen Radweges

Gefahr Großstolpener Ortschaftsrat moniert Trassenführung des neuen Radweges

Dass nun tatsächlich die Arbeiten für den Bau des Radweges zwischen Groitzsch und Pödelwitz laufen, wird an der Strecke mit Freude aufgenommen. Allerdings äußerte der Ortschaftsrat Kritik an der Trassenführung im und am Dorf Großstolpen. Zudem wurde eine spezielle Beschilderung angemahnt.

Beim Bau des Radweges Groitzsch–Pödelwitz auf der ehemaligen Bahntrasse wird der Schotter geborgen und aufbereitet, ehe er als Unterbau/Frostschutz wieder eingebaut wird. Sebastian Kummer im Lader der Firma Strabag bringt das Material zum Zwischenlager neben der Kartoffelhalle Großstolpen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Groitzsch/Grossstolpen. Dass nun tatsächlich die Arbeiten für den Bau des Radweges zwischen Groitzsch und Pödelwitz laufen, wird an der Strecke mit Freude aufgenommen. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Großstolpener Ortschaftsrates deutlich. Allerdings wurde dort auch Kritik laut. Vor allem die Trassenführung im und am Dorf Großstolpen selbst wurde von Ortsvorsteher Steffen Sokolowski (Unabhängige Wählervereinigung) bemängelt. Zudem mahnte er eine spezielle Beschilderung an.

Zunächst fasste der Groitzscher Bürgermeister Maik Kunze (CDU), der Gast dieser Zusammenkunft war, das langwierige Verfahren um den Radweg zusammen. „Das Projekt läuft seit fünf Jahren. So richtig hatte ich nicht mehr an die Umsetzung geglaubt.“ Wobei es ernsthafte Ideen und erste Versuche bereits in den 90er-Jahren, wiederholte Forderungen gerade auch aus dem Ortschaftsrat auch Anfang der 2000er-Jahre gegeben hatte. Verantwortet wird das Vorhaben vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Die mit rund 1,3 Millionen Euro angegebenen Finanzen kommen zum größten Teil vom Bund – weil der Radweg die Bundesstraße 176 begleiten soll.

„Wir haben zunächst gedacht, dass die Stadt lediglich die Grundstücke einbringt“, so Kunze. Doch die Kosten für die Kommune, die im Auftrag des Amtes die Ausschreibungen und Vergaben durchführt, sind längst im sechsstelligen Bereich angekommen. „Aufgrund der langen Zeit mussten wir mehrfach die Trasse vom Bewuchs freischneiden. Wir müssen geschützte Tiere einsammeln und in neu errichtete Ersatzhabitate umsetzen lassen. Und kürzlich hat das Land den Umfang der förderfähigen Kosten unseres Anteils verringert.“

Dennoch sei er froh über das Projekt, das Groitzsch allein überhaupt nicht hätte stemmen können. Zum einen können so vor allem Kinder und Jugendliche aus der Schusterstadt sicher zum Großstolpener See radeln. Und es schließe die Lücke in der auch touristisch zu nutzenden Verbindung nach Neukieritzsch und Borna.

Die positiven Aspekte waren natürlich in Sokolowskis Sinn. Doch das Abweichen der Trasse von der 1999 stillgelegten Bahnstrecke Groitzsch–Neukieritzsch, auf der sie weitgehend verläuft, bereitet ihm Probleme. Gerade in Großstolpen muss aufgepasst werden, dass die Sicherheit für Jüngere sowie Ältere nicht gefährdet wird. „Hier sind doch größere, vor allem Lieferfahrzeuge unterwegs.“ Auch hege er Zweifel, dass die Radfahrer, speziell die Hobby-Renner, tatsächlich den Weg nutzen. „Die suchen sich doch die kürzeste Strecke, auch auf der B 176.“ Er regte zudem eine Beschilderung zu Gefahrenstellen, aber auch zu touristischen Zielen an.

Sokolowskis Vorwurf, die Stadt habe bei der Trasse nicht aufgepasst, widersprach Bürgermeister Kunze. „Die haben wir nicht allein festgelegt. Gerade wegen der Bahnbrücke vor Großstolpen hat das Landesamt die Strecke verändert. Deren Sanierung wäre zu teuer gewesen.“ Über die Beschilderung sei noch nichts entschieden worden. „Da muss bei der Verkehrsschau vor der Freigabe Einfluss genommen werden.“ Groitzsch hoffe, den Bau Ende des Jahres zu beenden. Das Landesamt gehe vom Frühjahr 2018 aus.

Von Olaf Krenz

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