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Grünes Herz für Natur und Umwelt entwickeln

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Borna/Frohburg. Wer glaubt, im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) ein wenig Laub schieben zu können und ansonsten viel Zeit für andere Dinge haben dürfte, der ist auf dem sprichwörtlichen Holzweg unterwegs.

. Das FÖJ ist ein Bildungsjahr und ermöglicht, jungen Menschen das Arbeitsleben in der Natur mitzuerleben und mitzugestalten. In Sachsen gibt es elf anerkannte Träger des FÖJ. Einer davon ist die Naturförderungsgesellschaft Ökologische Station Borna-Birkenhain. Bis Ende dieser Woche sind die 21 Freiwilligen des Trägers auf dem ersten Seminar in Frohburg.

„Das erste Seminar steht unter dem Zeichen des Kennenlernens und des Teamwork. Die kommenden vier Seminare werden von den Freiwilligen selbst vorbereitet", erklärt Christiane Franke, pädagogische Mitarbeiterin der Ökologischen Station. Zusammen mit Einsatzstellenbetreuer Ingo Thienemann leitet sie das Seminar, in dem neben Spielen zur Gruppenfindung auch Exkursionen auf dem Programm stehen. Seit 2003 fungiert die Ökologische Station als Träger für das FÖJ.

Der 19-jährige Jonathan Pforr ist einer von den Freiwilligen, die direkt in der Ökologischen Station eingesetzt sind. Der Abiturient kommt aus der Nähe von Kassel und sei aufgrund der vielversprechenden Internetseite der Station zum FÖJ nach Sachsen gekommen. „Ich habe in der Schule bereits ein Betriebspraktikum bei einem Schäfer gemacht und bin deshalb jetzt in der Schafzucht und Landschaftspflege eingesetzt", erzählt Jonathan Pforr. Er möchte nach dem FÖJ ein Biologiestudium aufnehmen und sich deshalb schon einmal praktisch mit Umweltbildung und Ökologie auseinandersetzen. „Das FÖJ gibt mir außerdem die Möglichkeit, ein Umweltdenken zu entwickeln", sagt Jonathan weiter. Die 23-jährige Bornaerin Franziska Berger interessiert sich eher für Tiere und absolviert deshalb ihr FÖJ im Tierheim Oelzschau. Dort ist sie für die Reinigung der Zwinger, für das Gassigehen und die Fütterung zuständig. Die Tiervermittlung möchte sie in den nächsten Monaten ebenfalls begleiten. „Da ich nach meiner Lehre zur Verkäuferin leider keinen Erfolg bei der Jobsuche hatte, hoffe ich, dass es durch das FÖJ mit einer Ausbildung zur Tierpflegerin klappt", berichtet Franziska Berger. Viele der FÖJ-ler wählen danach diesen Berufsweg. Andere gehen in die Landschaftspflege oder in die pädagogische Richtung.

Während ihres FÖJ erhalten die jungen Menschen fachliche Anleitung bei all ihren Tätigkeiten. So zum Beispiel von Ingo Thienemann, der auf dem Landschaftspflegehof „Harmonie" in Kleinpriesligk bei Groitzsch arbeitet und in den vergangenen sechs Jahren FÖJ-ler betreut hat. Er ist seit über 35 Jahren Naturschutzhelfer und gibt seine Erfahrungen gern weiter. „Die Freiwilligen machen zu 99 Prozent praktische Tätigkeiten und sollen verstehen, wie die Dinge funktionieren. Natürlich bleibt schwere körperliche Arbeit da nicht aus. Deshalb müssen die jungen Menschen auch willens sein, diese Arbeiten zu machen", teilt Ingo Thienemann seine Eindrücke mit.

Die 21 Freiwilligen, die in den Einsatzstellen im Landkreis Leipzig arbeiten, sind zwischen 16 und 24 Jahren alt. „Wir haben in diesem Jahr eine ausgeglichene Zahl aus Haupt-, Realschülern und Abiturienten. Die Nachfrage ist ähnlich wie in den Vorjahren geblieben", bemerkt Christiane Franke von der Ökologischen Station Borna-Birkenhain.

Das nimmt Michael Ruske, Mitglied im Vereinsvorstand der Sächsischen Umweltakademie der Urania in Dresden, allerdings anders wahr: „In diesem Jahr sind die Bewerberzahlen für das FÖJ extrem eingebrochen und das scheint ein bundesweiter Trend zu sein. Von den insgesamt 300 FÖJ-Stellen in Sachsen sind viele noch unbesetzt".

Auch der Träger Ökologische Station Borna-Birkenhain hat noch drei offene Stellen zu besetzen. Zu erfragen sind die freien FÖJ-Stellen in den möglichen Arbeitsbereichen Natur- und Umweltschutz, Landschafts- und Tierpflege, Umweltbildung und Umwelttechnik direkt bei der Ökologischen Station Borna-Birkenhain unter Telefon 03433/74 11 50.

Sina Meißgeier

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