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Borna Grund- oder Oberschule in Deutzen? Darüber entbrennt heftige Debatte
Region Borna Grund- oder Oberschule in Deutzen? Darüber entbrennt heftige Debatte
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14:05 19.05.2015
Blick auf die Grundschule Deutzen - möglicherweise sollen hier einmal Oberschüler lernen. Quelle: Jens Paul Taubert

Einige Gemeinderäte wollen an der Grundschule nicht rütteln lassen, auch wenn Deutzen der zentrale Oberschulstandort einer ländlichen Gemeinde mit Regis-Breitingen und Neukieritzsch werden könnte.

So jedenfalls steht es in einem Maßnahmenkatalog, mit dem die Gemeinde für den Ortsteil Deutzen Eingang in zwei Förderprogramme finden will. Für das Unterdorf östlich der Pleiße mit Schule, Kindergarten und Kulturpark möchte die Gemeinde Geld aus dem Programm "Kleine Städte und Gemeinden" (KSP) akquirieren. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Erhalt wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Funktionen, die auch auf das Umland wirken. Für den Westteil des Ortsteils zielt Neukieritzsch auf das Programm Stadtumbau Ost, welches sowohl Abriss von Wohnraum als auch die Aufwertung von Wohngebieten fördert.

Das dem Gemeinderat vorgelegte Konzept soll im Laufe des Jahres mit Förderanträgen untersetzt werden, enthält aber schon eine Reihe von Einzelmaßnahmen mit Kosten, Fördersatz und Zeitschienen. So ist der grundhafte Ausbau der östlichen August-Bebel-Straße für dieses Jahr vorgesehen, die Barbarastraße wäre im nächsten Jahr dran. Für die Jahre 2019 bis 2021 werden Maßnahmen zur Aufwertung des Kulturparkes mit Erschließungsanlagen an der Reihe. Für das Oberdorf sind für die nächsten Jahre bereits konkrete, mit Straße und Hausnummer versehene Abrissvorhaben aufgelistet.

Keines der Vorhaben war im Gemeinderat so umstritten, wie die künftige Nutzung der Schule, deren Sanierung mit rund drei Millionen Euro und einer Zeitschiene bis 2018 im Förderkonzept aufgeführt ist. Hinzu kommt ein mit einer Million veranschlagter Erweiterungsbau für die Turnhalle mit einem Realisierungszeitraum bis 2019. Hintergrund der Überlegungen sind einerseits die gemeinsamen Absichten von Regis-Breitingen und Neukieritzsch, andererseits die Prognosen über die Zahl der Schulanfänger in Deutzen. Die beiden Kommunen haben im vorigen Jahr vereinbart, sich innerhalb von zehn Jahren auf eine Einheitsgemeinde zuzubewegen. Regis-Breitingen will die Oberschule erhalten, kann aber den Sanierungsbedarf auf absehbare Zeit nicht allein stemmen. In der gemeinsamen Arbeitsgruppe wurde bereits über eine gemeinsame Oberschule gesprochen. Deutzen wäre ein zentraler Standort, da die Schüler der jetzigen Regiser Schule zu jeweils etwa einem Drittel aus Neukieritzsch, Regis und Borna kommen.

Dagegen ist die Zukunft der Grundschule in Deutzen ungewiss. "Ab dem Schuljahr 2017/18", sagte Bürgermeister Henry Graichen (CDU), "reduziert sich die Schülerzahl auf die Hälfte." Weil der Freistaat das Schulgesetz ändern will, so Graichen, müsste die Schule zwar nicht geschlossen werden, wäre aber nur noch mit jahrgangsübergreifendem Unterricht weiterzuführen. "Für vier Klassen reicht es dann nicht mehr". Er selbst halte das nicht für günstig, mindestens aber müsste eine solche Variante mit Eltern und Lehrern besprochen werden.

Die Deutzener Abgeordnete Julia Schlenstedt (Bürger für Deutzen - BfD) entgegnete, das werde unterschiedlich gesehen und fragte Graichen, ob er meine, eine Oberschule statt einer Grundschule würde die Attraktivität des Ortes steigern. Gemeinderat Hans Brummer aus Deutzen (Linke), empfahl, zur Frage des jahrgangsübergreifenden Unterrichts "eine wissenschaftliche Meinung einzuholen". Jens Buder (BfD) warf ein, die weiterführende Schule könnte zur Attraktivitätssteigerung Deutzens beitragen, will aber auf die Grundschule nicht verzichten. Er empfahl, die Formulierung im Konzept auf "Umnutzung zur Grund- und Mittelschule" zu ändern. Graichen sah darin kein Problem, appellierte aber erneut an die Gemeinderäte, die Diskussion über die Grundschule nicht ohne die Eltern zu führen.

Das Grobkonzept für die Entwicklung Deutzens wurde mit einer Enthaltung ohne Gegenstimme beschlossen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.03.2015
André Neumann

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