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Borna Grundschule Borna-West auf der Suche: Freizeitcampus oder Adresse für Problemfälle
Region Borna Grundschule Borna-West auf der Suche: Freizeitcampus oder Adresse für Problemfälle
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00:17 29.01.2016
Die futuristische Konstruktion der Turnhalle verstößt gegen den untersten Energiestandard. Durch das Dach aus Kunststoff und die Giebel aus Wellblech entweicht die Wärme. Quelle: Andreas Döring
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Borna

Bevor sie das Klassenzimmer verlassen, gibt es noch eine freundliche Aufforderung mit auf den Weg. „Helft alle, Energie zu sparen.“ Also Licht aus, Fenster zu. Doch so sehr sich die Erst- bis Viertklässler der Grundschule in Borna-West auch bemühen: Wegen der fehlenden Dämmung und der maroden Fassade hat ihr Schulhaus einen überdurchschnittlich hohen Energiebedarf. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt Schulleiterin Waltraud Voigt.

Dabei sieht die Vorderfront der Grundschule mit ihrem bunten Mosaik ganz hübsch aus. Aber das ist nur eine Seite der Medaille. „Wenn der Wind schlecht steht, regnet es an der Nordseite rein“, so Voigt weiter. Denn weil die Fördermittel nur begrenzt flossen, waren in der Zeit von 2010 bis 2012 lediglich das Dach und die Südfassade saniert sowie ein Lift angebaut worden. So strahlt die Wärme der Schule nicht mehr in alle Himmelsrichtungen ab, sondern entweicht hauptsächlich über West- und Nordfassade des in den 70er-Jahren in Plattenbauweise errichteten Gebäudes. „Auch in der Ausstattung hat die Schule großen Nachholbedarf“, so Voigt weiter. Mit kräftigen Farben wie Signalgrün und Pink sind die Flure zwar freundlich angepinselt. Aber Fußböden und Türen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Einrichtung einen riesigen Investitionsstau vor sich her schiebt. Von der Haustechnik ganz abgesehen.

Das hat die Kommune erkannt. Für Verwaltung und Stadtrat ist es unstrittig, dass mindestens drei Millionen Euro notwendig sein werden, um der Grundschule das Outfit einer modernen Bildungseinrichtung zu verpassen. Noch schwieriger ist die bauliche Situation der Turnhalle. Die Dachkonstruktion und die Giebel aus Wellblech müssen jeden scharf geschossenen Ball fürchten. Energetisch ist das futuristisch anmutende Gebäude längst durchgefallen. Anderthalb Millionen Euro veranschlagt die Kommune für die Sanierung. Stadträte von Borna schlagen einen Neubau und damit eine völlig veränderte Konzeption für den Schulstandort vor. Zur Debatte steht ein Freizeitcampus mit dem Jahnbad ergänzt durch ein Freizeitbecken und einer modernen Turnhalle. Die Stadt legt den Fokus auf Integrationsangebote, die darauf ausgerichtet sein sollen, Kinder mit Migrationshintergrund und ihre Eltern sowie lernschwache Kinder zu unterstützten. Geschnürt wurde deshalb ein Konzept, mit dem sich Borna um Gelder aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) bewirbt. Die Planungen für das Projekt sollen in diesem Jahr laufen. In den beiden darauffolgenden Jahren könnte die Bauphase starten. So geht es aus den Unterlagen hervor, die von der Stadt eingereicht worden sind.

Freizeitcampus oder Integrationsstandort? In der Brust von Schulleiterin Voigt schlagen zwei Herzen. Sie könne sich beides vorstellen. Für Integrationsangebote sehe sie durchaus Bedarf. Immerhin bedürfen mehr als ein Drittel der Grundschüler zusätzlicher Förderung. Denn neben den Kindern mit Migrationshintergrund, die in sogenannten DaZ-Klassen die deutsche Sprache erlernen, haben andere Probleme mit verschiedensten Unterrichtsstoffen oder zeigen emotionale sowie soziale Auffälligkeiten. „Es ist nicht nur die bauliche Hülle, die gemacht werden muss“, so Voigt. Doch wie zusätzliche Angebote in den Alltag integriert werden sollen, bleibe im Unklaren. Schließlich seien zahlreiche Klassenräume nach dem Unterricht durch die Musikschule Ottmar Gerster belegt.

Der Ruf als Freizeitcampus hätte Charme – gerade im längst begonnnen Wettbewerb der Bornaer Grundschulen um die Erstklässler. Doch vor einem Turnhallenneubau müsse Voigt zufolge das Freigelände neu konzipiert werden. „Die Schüler brauchen Bewegungsmöglichkeiten, um auszuspannen und sich auszutoben“, so Voigt. Derzeit lernen 210 Kinder in zwei bis drei Klassen auf jeder Altersstufe.

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Von Birgit Schöppenthau

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