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Borna Grundschule Borna-West soll modernen Bildungscampus bekommen
Region Borna Grundschule Borna-West soll modernen Bildungscampus bekommen
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Rund um die Grundschule in Borna-West soll ein moderner Bildungscampus mit Sport- und Freizeitmöglichkeiten entstehen. Quelle: Thomas Kube
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Borna

Die Stadtverwaltung hat das Areal jedoch längst auf dem Schirm. Im Rahmen der Stadtentwicklung will sie Fördermittel beantragen, um die Grundschule weiter und die Turnhalle energetisch zu sanieren. Das geht einer großen Mehrheit der Bornaer Stadträte offenbar nicht weit genug. Auf Drängen der Fraktionen von CDU, Bürger für Borna/Freie Wähler (BfB/FW) sowie der SPD und FDP wurde der Vorschlag unterbreitet, ein Konzept für die Entwicklung des Schulstandortes im Westen der Stadt zu entwerfen. An erster Stelle steht dabei die Fertigstellung der Sanierung des Schulgebäudes, die seit langem auf der Agenda der Stadt steht, bis heute aber nicht beendet worden ist. "Dieser Stillstand ist aus Sicht der betroffenen Eltern und Kinder unbefriedigend, so dass hier dringender Handlungsbedarf besteht", begründete Sylvio Weise (CDU) den Vorstoß. Ein Abriss der Turnhalle eröffne die Möglichkeit, den Schulkomplex alternativ zu ordnen. Ein Sportneubau an anderer Stelle berge die Chance, am Jahnbad ein Außenbecken zu integrieren. Damit könne dem Wunsch der Bevölkerung nach einem Freibad im Stadtgebiet nachgekommen werden, betonte Weise.

Dass rund um die Schule Handlungsbedarf besteht, darüber herrschte im Stadtrat Einigkeit. Deshalb hat die Stadtverwaltung bereits Nägel mit Köpfen gemacht und Schule sowie Sporthalle in einem Sanierungspaket verankert, dass mit Hilfe von Fördermitteln bis 2020 umgesetzt werden soll. Aber anders als die Stadträte sieht Stadtchefin Luedtke den Standort als sozialen Brennpunkt. Wie aus einem Handlungskonzept zur integrierten Stadtentwicklung hervorgeht, sollen spezielle Angebote zur Integration von Flüchtlingen und zur Förderung sozial schwacher Kinder geschaffen werden. Voraussetzung dafür ist die Fortführung der Sanierung am Schulgebäude. Nach der Instandsetzung des Daches und der Südfassade müssen die Nord- und Westseite trockengelegt und modernisiert werden. Auch ein Innenausbau ist vorgesehen. Dafür veranschlagt die Kommune rund drei Millionen Euro, die über ein Programm zur Armutsbekämpfung von der EU mit 80 Prozent gefördert werden könnten. Die Kosten zur Ertüchtigung der Sporthalle werden auf 1,4 Millionen Euro geschätzt. "Eine Sanierung ist realistisch", zerstreute Katrin Ehrlicher vom Leipziger Regionalbüro der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft die Bedenken einiger Stadträte. Außerdem gab die Projektentwicklerin zu bedenken, dass ein Hallenneubau nur unter besonderen Gesichtspunkten in dieser Höhe gefördert werde. "Ein Neubau muss bundesweit Modellcharakter haben", sagte sie.

Nach einer lebhaften Diskussion verständigten sich die Stadträte darauf, an beiden Handlungssträngen festzuhalten. Luedtke wurde mit einer entsprechenden Konzeption beauftragt, derzufolge ein Campus in West entstehen könnte. Die Sanierung der bestehenden Gebäude im geplanten Zeitfenster wird dennoch im Europäischen Fonds für regionale Entwicklung eingereicht.

Birgit Schöppenthau

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