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Borna Grundwasser an 145 Stellen im Landkreis Leipzig gemessen
Region Borna Grundwasser an 145 Stellen im Landkreis Leipzig gemessen
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11:15 21.03.2018
Durch die Flutung ehemaliger Tagebaurestlöcher wie dem Hainer See steigt das Grundwasser an. Quelle: Archiv
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Landkreis Leipzig

Eine Begrenzung des Grundwasseranstiegs speziell in der ehemaligen Bergbauregion im Leipziger Südraum ist nicht erstrebenswert. Darauf hat jetzt das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (SLfULG) hingewiesen. Die Behörde hatte im Oktober sachsenweit die Grundwasserstände gemessen. Dabei war der Grundwasserstand an mehr als 3000 Messstellen im Freistaat untersucht worden, von denen sich nach Angaben von SLfULG-Pressesprecherin Karin Bernhardt 145 im Landkreis Leipzig befanden. Zwischen Groitzsch, Geithain und Gerichshain wurden dabei insgesamt 1051 Messdaten erhoben.

Natürliche Schwankungen machen präzise Angaben unmöglich

Aussagen darüber, wo das Grundwasser besonders niedrig oder hoch ist, seien aber nicht möglich, weil „der Grundwasserstand witterungsbedingten innerjährlichen und auch überjährlichen Schwankungen ausgesetzt“ sei. Hinzu kämen geologisch bedingte Schwankungen, die örtlich sehr unterschiedlich sein könnten, so dass Grundwasser nur wenige Dezimeter als auch viele Meter tief sein könne.

Der jahrzehntelange Bergbau habe das Grundwasser über große Flächen tief abgesenkt. Außerdem, so Sprecherin Bernhardt weiter, sei der Untergrund durch die Grundwasserabsenkung stark belüftet worden, weshalb die belüfteten Sedimente so genannte Pyrit-Mineralien enthalten. Dadurch habe sich die Beschaffenheit des Grundwassers verändert, dass saurer werde. Außerdem komme es zu Eisenaustritten in Oberflächengewässern. Derartige Probleme gebe es rechts und links der Mulde nicht, sagt Sprecherin Bernhardt weiter.

Wasserhaushalt soll sich langsam wieder einstellen

Es sei zudem ökonomisch und ökologisch sinnvoller, „wenn sich der natürliche Wasserhaushalt langsam wieder einstellt“. Andernfalls müssten etwa ewig Pumpen laufen. Durch die Flutung der ehemaligen Tagebaurestlöcher steige das Grundwasser außerdem etwas langsamer an. An vielen Tagebaurestseen und in deren Umgebung gebe es bereits wieder den natürlichen Grundwasserstand.

Bei der sachsenweiten Grundwassermessung, bei der im Landkreis Leipzig 73 ehrenamtliche Pegelbeobachter im Einsatz waren, auch Informationen über das Gefälle und die Fließrichtung des Grundwassers gewonnen worden, so Sprecherin Bernhardt weiter. Die ermittelte Grundwasseroberfläche sei auch für den Hochwasserschutz von Bedeutung. Weil das Grundwasser jährlichen Schwankungen unterliegt, gibt es im Frühjahr 2016 einen weiteren sachsenweiten Messtag.

In Sachsen wird das Grundwasser bereits seit dem Jahr 1869 durch punktuelle Messungen untersucht. 1912 erfolgte die Einrichtung eines staatlichen Beobachtungsdienstes. Seither messen zahlreiche Bürger freiwillig und ehrenamtlich den Grundwasserstand. Das Resultat der aktuellen Grundwassermessung wird der Öffentlichkeit in einer interaktiven Karte zugänglich gemacht.

Von Nikos Natsidis

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