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Borna Grusel und Kampfgetöse: Zweitägige Zeitreise in die Pegauer Historie
Region Borna Grusel und Kampfgetöse: Zweitägige Zeitreise in die Pegauer Historie
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00:20 07.09.2017
Lautstark dirigierte Hans-Jürgen Hafner (r.) die Angriffe des Ritter-Nachwuchses gegen einen gestandenen Recken.  Quelle: Gislinde Redepenning
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Pegau

 Die Pegauer und ihre Gäste folgten zum traditionellen Altstadtfest rund um den Kirchplatz in Scharen dem Ruf von Edelleuten, in ihren Rüstungen rasselnden Rittern und Gauklern. Sie stürzten sich mit Wonne ins Vergnügen zwischen mittelalterlichem Treiben und neuzeitlichem Trubel.

Einen der Höhepunkte gab es gleich zum Auftakt am Freitag: Rainer Pleß führte als Stadtwachtmeister Kramer unter dem Motto „Mörder, Diebe, Steuerschuldner“ quer durch den Ort. „Sie sind alle unerlaubt hier, lösen Sie sich auf“, wütete er zur Gaudi der deutlich mehr als 100 Anwesenden, die sich am Rathaus versammelt hatten. Gruselig und Gänsehaut verursachend, aber dennoch zum Grinsen und Amüsieren waren seine Ausführungen über Schändlinge und ihre blutrünstige Bestrafungen, wenn sie erwischt, gefoltert, eingekerkert oder gar dem Henker vorgeführt wurden.

Sorgenfrei durchs Leben kommt, wer am Stand von Mike Kaufmann ein Hufeisen erwirbt. „100 Jahre Garantie auf Glück und auf das Eisen“ verspricht der Falkenberger, der sich jedes Jahr auf seinen Auftritt in Pegau freut: „Mir gefällt die große Vielfalt im wunderschönen Flair. Man könnte hier glatt einen DEFA-Märchenfilm drehen. Und es gibt immer wieder Neues zu entdecken.“

Premiere im Reigen der etablierten Aussteller feierten Jana und Marita Osin von der Basteltruhe Markkleeberg mit einem Fundus an märchenhaften, selbst genähten Faschingskostümen. Auch Andrea Auster vom Seegeler Heil- und Wunderbrunnen und Imker Helmut Schroth aus Rüssen waren zum ersten Mal dabei. Sie offerierten den „Sommer im Glas“, Honig von heimischen Bienen. Den bot auch Steffen Kunert an, Vereinschef vom Rassegeflügel- und Rassekaninchenzuchtverein Pegau und Umgebung. Der Verein präsentierte in einer kleinen Tierschau einen Querschnitt der Zuchterfolge und den beliebten Streichelzoo. „Das Gehege ist immer ein Anziehungspunkt für die Kinder“, sagte Kunert.

Auf dem Weg vom Kirchplatz zum Klostergarten, zwischen vornehm in Festgewändern schreitenden Damen und tapferen Soldaten in historischen Uniformen aus dem Biwak im Klostergarten, machten die Festgäste gerne am Volkshaus Station. Dort lockte tolle Mugge zu Mutzbraten. So bot gleich zum Auftakt am Freitagabend das Duo Andy und Teuto, der als Ausnahmegeiger mit seinem virtuosen, temperamentvollem Spiel bestach, eine erfrischende Alternative zu Disko-Klängen.

Mit einem tierischen Vergnügen zu Musik auf der Gitarre warteten Fried Wandel und sein munterer Frettchenzirkus auf. Die Mittelalter-Combo Wurzel Music, „Clemo“ Clemens, „Franzü“ Franziska und „Benni“ Benjamin, ursprünglich aus Borna, jetzt aus Leipzig und Hamburg, ist immer wieder gerne mit einem großen Instrumentarium und kleinen Überraschungen in Pegau zu Gast.

Für dichtes Gedränge sorgten traditionell das Ritterturnier der Recken vom „Bund der Raben“ und die Aufführung der Mitglieder des Pegauer Karneval-Klubs (PKK). Beate Niedzballa mit ihrem historischen Nähkästchen hatte die Akteure diesmal vom Mittelalter in die Zeit der Reformation transferiert und nahm die Wirren um Luthers Thesen rund um die Pegauer Kloster- und Kirchenmauern ins Visier.

Von Gislinde Redepenning

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