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Gute Ernte im Scheuer

Gute Ernte im Scheuer

Die Körner sind unter Dach und Fach: Etwa 14 Tage später als in anderen Jahren ist jetzt die Getreideernte rund um Borna und Geithain beendet worden. Angesichts der Wetterkapriolen bis ins späte Frühjahr hinein sind die meisten Landwirte mit dem Ertrag zufrieden, sagt Dietmar Mühlberg, von der Röthaer Außenstelle des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

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So sieht der Fahrer eines Hightech-Mähdreschers das zu erntende Getreidefeld.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Dieses Jahr war alles ein bisschen unnormal", meint Pflanzenbau-Experte Mühlberg. Zunächst der lange Winter, so dass das Pflanzenwachstum erst Mitte April einsetzte, dann die massiven Niederschläge im Mai und Juni, verbunden mit Hochwasser und Hagel. Die Auswirkungen bekamen die Bauern auch beim Getreide zu spüren. Durch die Feuchtigkeit in der Blütezeit hatte die Pilzkrankheit Fusarium leichtes Spiel. Hochwasser vernichtete ganze Schläge vor allem an der Weißen Elster. Und trotz blendenden Erntewetters im Juli und August mussten die Landwirte die Mähdrescher zum Teil stehen lassen, weil das Korn noch nicht die nötige Reife erreicht hatte. So zog sich die Ernte hin.

Dennoch: Die Bauern der Region "sind mit einem blauem Auge davon gekommen und im Allgemeinen zufrieden", sagt Mühlberg. Der Ertrag schwanke zwar von Betrieb zu Betrieb und von Fläche zu Fläche. Es sei aber im Vergleich zu den anderen Jahren eine leicht überdurchschnittliche Ernte eingefahren worden. Laut Mühlberg schluckten die gefräßigen Bäuche der Mähdrescher bei den Hauptkulturen Wintergerste und Winterweizen zwischen 50 und 90 Dezitonnen je Hektar. Das seien etwa drei bis fünf Dezitonnen weniger als im vorigen Jahr, als die Landwirte eine sehr gute Getreideernte einfuhren und auch noch einen Toppreis erzielten. Hintergrund dafür waren weltweite Missernten, so dass das Getreide auf Rekordniveau gehandelt wurde. Für den Weizen etwa gab es 23 bis 24 Euro je Dezitonne. In diesem Jahr sehe das schon wieder anders aus, weiß Mühlberg. Auch in anderen Teilen der Welt stand das Getreide gut auf dem Halm, der Marktwert von Weizen liege heuer bei 18 bis 19 Euro je Dezitonne, der von Gerste ein bis zwei Euro darunter. Entscheidend sei aber auch, wie die Landwirte auf den Markt reagieren. "Mit alten Verträgen werden bessere Preise erzielt."

Die Qualität des Getreides, das in diesem Jahr im Landkreis vom Halm geholt wurde, sei durch den - von Schlag zu Schlag unterschiedlichen - Fusarium-Befall insgesamt schlechter, erklärt Mühlberg weiter. Der Pilz befällt die Pflanzen in der Blüte und liebt feuchtes Wetter. Mühlberg: "Fusarium ist in diesem Jahr vor allem bei Wintergerste aufgetreten, aber auch bei Winterweizen und Triticale." Das Getreide nimmt dann eine für den Laien nicht erkennbare rötliche Färbung an und lässt auch Gewicht. Für Nahrungsmittel sei es nicht mehr verwendbar und auch als Futter nur eingeschränkt einsetzbar.

Im Röthaer Amtsbereich, der den Landkreis Leipzig und die landwirtschaftlichen Flächen der Messestadt umfasst, war in diesem Jahr auf 32 790 Hektar Winterweizen angebaut worden. Das entspricht etwa 35 Prozent des Ackerlandes. "Der Weizen ist immer noch am lukrativsten", erläutert Mühlberg das Geschäftsmodell. Er landet nicht nur als Mehl in den Backstuben, sondern wird vor allem auch ins Teigwaren-Land Italien verkauft. Wintergerste, ein Futtergetreide, war auf 13 900 Hektar oder 15 Prozent der Ackerfläche herangewachsen.

Die anderen Getreidesorten spielen in der Region kaum eine Rolle. Roggen nahm eine Fläche von 3000 Hektar ein, und das Futtergetreide Triticale, eine Mischung aus Weizen und Roggen, wuchs auf 1600 Hektar heran. Auf lediglich 660 Hektar war Sommergerste, die an die Bierbrauer verkauft wird, ausgesät und geerntet worden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.09.2013

Prenzel, Frank

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