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Borna Gute Fahrt im Neuseenland: ÖPNV steuert Attraktionen und Hotels an
Region Borna Gute Fahrt im Neuseenland: ÖPNV steuert Attraktionen und Hotels an
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00:30 22.03.2018
Die Luftaufnahme zeigt die schwimmende Kirche „Vineta“ auf dem Störmthaler See.  Quelle: hsc cul
Landkreis Leipzig

 Glitzernde Seen, attraktive Wassersportangebote und quirlige Uferpromenaden im Leipziger Neuseenland hatten bisher ein Manko: Viele der Attraktionen waren nur mit dem Auto erreichbar. Das soll sich mit Beginn der neuen Ausflugssaison ändern. „Kurz vor Ostern fällt der Startschuss für einen neuen Saison- und Linienverkehr im südlichen Leipziger Neuseenland“, informierte Landrat Henry Graichen (CDU). Für sein jüngstes Überlandgespräch zum Thema hätte sich der Kreischef keinen passenderen Ort aussuchen können: Akteure aus ÖPNV, Tourismus und regionaler Wirtschaft kamen im Ferienresort Lagodiva am Störmthaler See zusammen, um sich auf die Umsetzung des neuen Buskonzepts einzuschwören.

Der Störmthaler See, der zuletzt eine rasante Entwicklung genommen hat, soll ähnlich wie Zwenkauer, Markkleeberger, Hainer und Cospudener See ab sofort besser erschlossen werden. „Viele der Attraktionen, die an den Seen entstanden sind, waren bisher nur für Autofahrer erreichbar“, verdeutliche Graichen. „Nunmehr sind die Ausflugsgebiete auch ohne eigenen Pkw anzusteuern.“ Dafür gehen ab 24. März drei Saison-Linien an den Start, die an Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien vor allem Ausflügler locken sollen.

 Rund um die ehemaligen Tagebaugewässer entstanden zahlreiche Attraktionen - ohne dass der ÖPNV bisher groß Notiz davon nahm. Deshalb ist die Vorfreude insbesondere der touristischen Anbieter riesig. „ Die fehlende ÖPNV-Anbindung war für uns immer ein großes Problem“, bekannte Rüdiger Pusch, Leipziger Krystallpalast-Chef, Betreiber der schwimmenden Kirche „Vineta“ und weiterer Angebote auf der Magdeborner Halbinsel. „Jetzt können uns auch viele Leipziger, Muldentaler oder Besucher aus dem Chemnitzer Raum besser erreichen“, hofft der Sprecher der AG Seen. „Zwar kommt ein Drittel unserer Kundschaft mit dem Rad“, berichtete Pusch. „Aber viele hätten sicher nichts dagegen, den Rückweg auch einmal mit dem Bus anzutreten.“ Auch der gesamte Rundkurs um den Störmthaler See sei vielen zu anstrengend, weshalb das neue Angebot unzählige neue Möglichkeiten eröffne.

Auch Sanda Locher, Lagovida-Chefin, erhofft sich mehr Besucher. Bislang rollt die Linie 106, besser bekannt als „Markkleeberger“, schon bis vor die Tür des Ferienresorts. Ab 24. März führt die Linie nunmehr, von Markkleeberg kommend, am Störmthaler See entlang weiter über Espenhain und Rötha bis zum S-Bahnhof Böhlen. Damit verbindet die 106 gleich vier Seen – und ist natürlich wie die anderen Angebote auch auf die S-Bahn und sogar die Abfahrt der Fahrgastschiffe abgestimmt.

„Um das Angebot an den Ausflügler zu bringen, rollt gerade eine umfangreiche Info-Kampagne an“, wie Andreas Kultscher, Geschäftsführer der Regionalbus Leipzig, verkündete. So wurden 20 000 Flyer gedruckt, die gratis verteilt werden und in örtlichen Tourismus-Informationen ausliegen. Auch in Leipzig wird massiv für die Sommerfrische am See geworben.

Weitere Leuchttürme wie der Freizeitpark Belantis, der Bergbau-Technik-Park oder der Hainer See mit der Lagune Kahnsdorf werden ebenfalls besser angebunden. Dafür erhält unter anderem die Linie 101 eine neue Route, die von Zwenkau über Böhlen und Kahnsdorf nach Borna führt.

An dem Konzept feilt der Kreis bereits seit 2016. Mit im Boot saßen die Kommunen im Projektgebiet: Zwenkau, Pegau, Elstertrebnitz, Böhlen, Groitzsch, Rötha, Neukieritzsch, Regis-Breitingen, Großpösna, Kitzscher, Belgershain, Borna und Markkleeberg. Wie bei Muldental bei Fahrt müssten auch im Neuseenland die Bedürfnisse des Schülerverkehrs berücksichtigt werden, so Graichen. Hier hatte sich bereits Protest geregt, den der Pötzschauer Uwe Halfwassen noch einmal zum Ausdruck brachte. „Wir müssen aufpassen, dass unsere Ortsteile nicht zum Bermuda-Dreieck in Sachen Nahverkehr werden“, appellierte er an die Entscheider.

 Aus Mölbis, Pötzschau und Oelzschau hatte sich erst vor wenigen Wochen eine Flut von E-Mails über das Landratsamt ergossen, weil Bürger eine Abkopplung ihrer Dörfer befürchten. Graichen sagte zu, alle Hinweise zu prüfen. „Das gesamte Linienkonzept wird ohnehin nicht vor Mitte 2019 umgesetzt.“

Von Simone Prenzel

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