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Hähnels Orgel in Steinbach klingt wieder wie zu ihrer Erbauungszeit

Hähnels Orgel in Steinbach klingt wieder wie zu ihrer Erbauungszeit

Die Steinbacher Orgel ist zurück. Das Instrument, das Johann Ernst Hähnel 1736/37 in der Dorfkirche aufstellte und das in den vergangenen Monaten aufwendig restauriert wurde, erklang am Sonntag erstmals wieder, erst in einem Festgottesdienst, am Abend dann mit Frauenkirchen-Kantor Matthias Grünert am Spieltisch.

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Frauenkirchen-Kantor Matthias Grünert gab an der restaurierten Orgel das erste Konzert.

Quelle: Jens Paul Taubert

Steinbach. Ein Ereignis, das weit über Steinbach hinaus in das durch die Orgelstraße verbundene Leipziger Land wirkte.

Mit der alten Orgel ist ein neuer Klang heimgekehrt in die Steinbacher Dorfkirche: Die Orgelbauer der Dresdner Firma Jehmlich haben das Instrument des über die Region hinaus bedeutsamen Orgelbaumeisters Hähnel nicht nur gesäubert und repariert; sie haben spätere technische Veränderungen zurückgenommen, sodass die Orgel tönt wie in ihrer Entstehungszeit. Verblüffend ist indes nicht nur dieser neue Klang. Es ist vor allem die kurze Zeit, in der diese Restaurierung möglich wurde. „Seit der Gründung unseres Fördervereins Hähnel-Orgel sind gerade mal zweieinhalb Jahre ins Land gegangen", sagte Stephan Blaut. Der Musikwissenschaftler ist nicht nur Mitbegründer des Vereins; im Grunde gab er überhaupt den Anstoß für dieses ehrgeizige Projekt: An einem Wochenende war er nach Steinbach gekommen, hatte sich Kirche und Orgel angeschaut, am Spieltisch Platz genommen - und war begeistert.

Der Entschluss, etwas zur Rettung dieser Orgel zu tun, war gefasst, und Christoph Schuster, den damaligen Steinbacher Pfarrer brauchte er für diese Idee nicht zu überzeugen. Ungleich schwerer war es für den Verein, der sich bald darauf gründete, die immense Summe für eine Restaurierung zusammenzutragen. „Wir haben in Steinbach zum Beispiel eine Straßensammlung gemacht, sind wirklich von Haus zu Haus gezogen", blickte Schuster, der Vorsitzende des Vereins, zurück; eine wertvolle Erfahrung für ihn, denn auch Menschen, die er nie in der Kirche sah und die die Euros beieinanderhalten mussten, gaben etwas. Spendabel zeigten sich mehrere Unternehmer und die Kunst- und Kulturstiftung der Sparkasse Muldental. Landeskirche, Regionalkirchenamt und vor allem die Denkmalpflege steuerten erhebliche Mittel bei. In Summe kostete die Restaurierung 110 000 Euro.

Für Christoph Schuster, der inzwischen Pfarrer in der Nähe von Hamburg ist, war die Orgelweihe ein ganz großer Tag. „Es ist geschafft. Ich freue mich. Es ist ein schönes Fest", sagte er mit Blick auf die vielen Gäste im proppevollen Festzelt, das im Pfarrgarten aufgeschlagen war. Ging man ursprünglich von einer Erbauung der Orgel um 1724 aus, gilt nun 1736/37 als letzter Forschungsstand. „Aus diesem Jahr gibt es im Kirchenbuch eine erste Rechnung für einen Kalkant, der den Blasebalg treten musste", so Schuster. Zuvor habe es an selber Stelle in der Kirche bereitzs eine kleine Orgel gegeben; sie wurde in den Hähnel‘schen Bau einbezogen und ist darin bis heute erhalten.

„Für mich ist heute ein freudiger Gipfeltag, wie es unser Pfarrer Süß in seiner Predigt sagte", meinte Jens Raake vom Steinbacher Kirchenvorstand. Er sei dankbar, dass so viele Menschen dieses Vorhaben unterstützten, finanziell, aber auch indem sie selbst Hand anlegten. „Als die Denkmalbehörde Geld zusagte, ist der Knoten geplatzt", sagte er. Die Hähnel-Orgel werde künftig öfter zu Konzerten erklingen, nicht zuletzt im Rahmen der Orgelsommer auf der Orgelstraße Leipziger Land, deren Ursprung ja in Steinbach zu finden ist. Der Förderverein könne dabei auf die Kirchgemeinde zählen.

Instandgesetzt wurde nicht nur die Orgel, sondern auch ihr hölzernes Gehäuse. Letzteres war Sache von Volker Wiesner, der anhand alter Befunde die ursprüngliche Farbigkeit wiederherstellen konnte. Und dabei feststellen musste, dass die Orgel an ihrer prominenten Stelle über dem Altar ursprünglich gar nicht vorgesehen war: „Um sie hier einzupassen, musste damals ein Teil des Stucks entfernt werden." Zu den Gästen der Orgelweihe zählte auch Ulrike Müller von der Denkmalpflege des Landkreises Leipzig, die das Vorhaben behördlich begleitet hatte. „Die Restaurierung war ein enormer Kraftaufwand. Wenn sich eine Kirchgemeinde so etwas vornimmt, kann man nur gratulieren", sagte sie. Und es wäre ganz im Sinne Hähnels, der, wenn auch nicht so bekannt wie Silbermann oder Hildebrandt, ein wichtiger sächsischer Orgelbaumeister gewesen sei.

Ohne Neid blickte Friedemann Steiger aus Krippehna auf die Steinbacher Orgel, konnte sich den Satz dann aber doch nicht verkneifen: „Wir hatten die Hoffnung, dass wir mit unserer Hähnel-Orgel schneller fertig werden." Doch um das 1771 erbaute Instrument zu restaurieren, ist es noch ein Stück Weg. Ihn zu begehen, haben die Krippehnaer in Steinbach nicht nur Erfahrungen eingeholt, sondern auch .

Ekkehard Schulreich

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