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Borna Häusliche Gewalt: Ein Drittel der Opfer sind Männer – Dunkelziffer liegt wesentlich höher
Region Borna Häusliche Gewalt: Ein Drittel der Opfer sind Männer – Dunkelziffer liegt wesentlich höher
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12:56 07.07.2017
Gleichstellungsbeauftrage des Landkreises Leipzig, Konstanze Morgenroth. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Es ist ein Tabu-Thema: häusliche Gewalt gegen Männer. Bei allen Fällen, die davon bei der Polizei aktenkundig werden, dürften in jedem zehnten Fall Männer die Opfer sein, sagt Konstanze Morgenroth, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Leipzig. Die derzeit aktuellsten Zahlen der sächsischen Polizei aus dem Jahr 2015 liegen sogar noch deutlich darüber. Danach waren von den 351 erwachsenen Opfern häuslicher Gewalt im Landkreis Leipzig immerhin 30 Prozent Männer. Als häusliche Gewalt gilt der Polizei zufolge physische, psychische und sexualisierte Gewalt zwischen Erwachsenen sowie gegenüber Kindern und Jugendlichen.

Dass häusliche Gewalt gegen Männer mittlerweile zu einem Thema geworden ist, macht die Einrichtung zweier Männerwohnungen in Leipzig und Dresden deutlich. Dabei finde Gewalt gegen Männer, ebenso wie gegen Frauen, sowohl innerhalb von klassischen Paarbeziehungen zwischen Frauen und Männern, aber auch in homosexuellen Beziehungen statt. Die Gleichstellungsbeauftragte weist darauf hin, dass auch Fälle erfasst werden, in denen es um Gewalt von Eltern gegenüber ihren Kindern oder umgekehrt geht.

Im Landkreis Leipzig gab es der Polizeistatistik zufolge im Jahr 2015 im Landkreis Leipzig 447 Opfer häuslicher Gewalt. Während davon bei Jugendlichen in 21 Fällen 15 Mädchen sowie bei Heranwachsenden in 21 Fällen 14 Mädchen betroffen waren, sieht es bei Kindern anders aus. Von 49 Opfern waren 27 Jungen.

Während es im Landkreis Leipzig ein durchaus stark frequentiertes Frauenhaus in Borna gibt, steht die Einrichtungen von Männerschutzwohnungen noch in den Sternen. Dabei werden die vergleichbaren Domizile in Leipzig und in Dresden gut genutzt. Denkbar wäre eine derartige Einrichtung auch im Landkreis Leipzig, macht Konstanze Morgenroth klar. Letztlich aber sei das eine Frage der Finanzen. Die Männerwohnungen in den beiden Großstädten sind Pilotprojekte.

Hinzu komme, dass derartige Angebote nicht zu den so genanten Pflichtaufgaben eines Landkreises gehören. Das gelte auch für das Frauenhaus, das im Landkreis Leipzig bereits seit langem existiert – im Unterschied etwa zum benachbarten Landkreis Nordsachsen.

Von Nikos Natsidis

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