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Borna Handarbeit: 22 Aussteller und 250 Besucher
Region Borna Handarbeit: 22 Aussteller und 250 Besucher
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17:59 28.03.2010
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Pegau

Sehr zur Freude auch von Organisatorin Sabine Bader: „Es war toll. Das Interesse der Leute ist groß, und auch die Aussteller sind hinterher alle noch einmal gekommen und haben sich bedankt. Sie kommen alle gern wieder.“

Womit die sechste Messe bereits ihre Schatten vorauswirft. Die Idee zum Kre-ativ-Event kam der Mitarbeiterin für Kultur bei der Stadt Pegau vor reichlich vier Jahren. Die eigene Mutter begann, sich mit der Occhi-Technik zu befassen, Bader hörte von einer ähnlichen Veranstaltung anderswo und dachte: „Das könnte man doch auch in Pegau versuchen.“ Schon zur Premiere kamen fast 20 Aussteller; am Sonnabend waren es 22 Stände, und viele Hobbykünstler gehören längst zu den Stammgästen. Sabine Bader bewies damit nicht zuletzt Gespür für einen Trend, den Sybille Schuster so beschreibt: „Stricken ist im Aufwind.“ Die Chefin des Bornaer „Nähkästchens“, die schon viele Ausstellungen in der Region präsentierte und gerade von einer Messe in Köln zurückgekehrt ist, spürt das zunehmende Inte-resse an der Handarbeit. „Die Menschen, die zu uns kommen, wollen etwas ganz Individuelles, und ihre Zahl steigt wieder.“ In Pegau stellte sie an ihrem Stand auch die Hardanger-Technik vor, eine aufwändige Durchbruch-Stickerei. „Da muss man jeden Faden abzählen.“ Sybille Schuster bewahrt nicht nur die alten Handarbeits-Traditionen, sie gibt ihr Wissen auch in Lehrgängen weiter. Damit ist die Bornaerin, wie man beim Messe-Rundgang entdecken konnte, in guter Gesellschaft: Erika Lorenz aus Elstertrebnitz vermittelt ihre Occhi-Künste („Ein Vorläufer des Klöppelns.“) an der Volkshochschule. Heidrun Lang war mit ihrem „Klöppelladen“ aus Lauter angereist und pflegt in der erzgebirgischen Heimat in Kursen die uralte Kunst. Am Tisch von Gabriele Esche bildete sich nicht selten eine regelrechte Men-schentraube, um zu bestaunen, wie aus Kürbis, Radieschen oder Mohrrübe kleine Kunstwerke entstehen. Das Obst- und Gemüseschnitzen ist in Kursen im Kulturpark Deutzen zu erlernen, der nächste beginnt im September. Gabriele Esche hat vor zwei Jahren diese originelle Technik für sich entdeckt und arbeitet ehrenamtlich im Kulturpark mit. Ob das Ostereier-Verzieren am Stand von Hella Hofmann aus Tautenhain, ob Stricken, Häkeln, Klöppeln, Schnitzen oder Malen – diese Messe war für viele Besucher zugleich ein Quell der Inspiration. „Ich stricke leidenschaftlich gern“, erzählte Ellen Moritz aus Groitzsch. „Deshalb komme ich gern hierher, weil ich immer wieder Anregungen finde.“ Sie freut sich, dass die alten Traditionen bewahrt werden. „Wir haben das noch von unseren Eltern gelernt und wissen es zu schätzen.“ Eine aus jener Eltern-Generation ist die 87-jährige Gertraut Müller vom Pegauer Heimatverein, die am Sonnabend den Stand ihrer Handarbeitsgruppe mit betreute. Neben ihr saß Gisela Richter. Sie wünscht sich, dass der allgemeine Trend auch in ihrer Gruppe ankommt. „Wir würden uns über jüngere Interes-senten freuen, sind nun doch schon alle über 60.“ Vielleicht hat die Messe auch dazu einen Anstoß gegeben.

Hartmut Karich

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