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Borna Handelskonzern unterstützt Weihnachtsbasar in Bornaer Dinterschule
Region Borna Handelskonzern unterstützt Weihnachtsbasar in Bornaer Dinterschule
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00:33 27.11.2015
Die DAZ-Klasse der Bornaer Dinterschule erhält eine Spende von Kaufland, hinten mit Daumen hoch Klassenlehrerin Doreen Snicinski und mit den Spendenkarten Hartmut Knorr von Kaufland. Quelle: Foto: Jens Paul Taubert
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Borna

Als Doreen Snicinski fragt, wer beim weihnachtlichen Backen auf den Schulhausfluren am Montag dabei sein will, schnellen die Arme nach oben. Die Klassenlehrerin registriert die breite Palette an Leckerein: Afghanische, syrische, marokkanische, ungarische, kubanische, griechische und kosovarische Spezialitäten werden ihre Schützlinge beim großen Weihnachtsbasar der Dinterschule am Montag herstellen.

Dass die DAZ-Klasse, in der Flüchtlingskinder Deutsch als Zweitsprache lernen, trotz leerer Klassenkasse die Zutaten für die Aktion einkaufen kann, ist der Unterstützung durch den Handelskonzern Kaufland zu verdanken. Hausleiter Hartmut Knorr brachte am Dienstag Einkaufsgutscheine in Höhe von 1000 Euro in die Klasse. „Im Rahmen unserer Schulpartnerschaft pflegen wir ein enges Verhältnis“, sagte er. Die Ankunft der vielen Flüchtlinge hätte das Unternehmen bewogen, kurzfristig einen Wettbewerb auszuschreiben, in dessen Rahmen Integrationsprojekte honoriert werden sollen. Mit dem Weihnachtsbasar, den die Flüchtlingskinder unter das Motto Okzident trifft Orient stellen, katapultierte sich die Bildungseinrichtung an die Spitze in der Gunst des Lebensmittelhändlers. Mit einem Plakat und einem Dankeschön in zahlreichen Sprachen bedanken sich die Kinder.

Mit der Freude in den Augen der Kinder fällt auch Schulleiter Frank Ziemann eine Last von den Schultern. „Durch das System ist die Unterstützung der Flüchtlingskinder nicht zwangsläufig geklärt“, sagte er. Für alle Aktivitäten der Kinder, die Geld kosten und von den Eltern getragen werden, müsse die Schule bezüglich der Ausländerkinder einen anderen Weg gehen. Die Unterstützung durch die Wirtschaft sei da sehr hilfreich.

Nach 15 Jahren Erfahrung bei der Integration von Flüchtlingskindern geht die Schule inzwischen routiniert mit der Problematik um. Wie Ziemann sagte, lernen derzeit 43 Kinder mit Migrationshintergrund in der Dinterschule. 20 davon sind noch mit der Sprache beschäftigt, 23 nehmen bereits am regulären Unterricht teil. Damit sind zehn Prozent der Kinder Migranten. „Das ist noch ein geringer Wert“, sagte er. Die Kinder seien im Alter von 10 bis 17 Jahren, erstmals lernen auch Jugendliche hier, die ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind. „Sie wissen genau, was Schule bedeutet, dass sie fürs Leben lernen“, betonte Ziemann. Disziplinarische Probleme gebe es keine. Mit Vorbehalten auf Seiten der deutschen Schüler würde man offen umgehen. „Die Ganztagsangebote stehen allen offen“, so der Schulleiter.

Wenn am Montag ab 16.15 Uhr der traditionelle Weihnachtsbasar an der Schule öffnet, dann richtet sich das Angebot auch an die Eltern aller hier lernenden Kinder. Das Schulhaus wird dann in weihnachtliches Flair getaucht. Von den 20 Klassen wird jede ein Angebot unterbreiten. Sie reichen von Baumschmuck und Tischdekorationen über die individuelle Gestaltung von Weihnachtskarten bis hin zu individuellen Kalendern und Türschildern. Auch die rüstigen Omas vom Strickcafé der Volkssolidarität wollen wieder mit einem Stand vertreten sein. Der Förderverein wird für die Erwachsenen Glühwein ausschenken, für die jüngeren Besucher sind Kinderpunsch und auch Cocktails im Angebot. Auf zwei Etagen soll die Zauber der Weihnacht an diesem Nachmittag zu spüren sein.

Von Birgit Schöppenthau

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