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Borna Handputz für die Emmauskirche: Lobstädter Baufirma besteht seit 25 Jahren
Region Borna Handputz für die Emmauskirche: Lobstädter Baufirma besteht seit 25 Jahren
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00:35 07.04.2018
Geschäftsführer Thomas Pohle (v.l.) mit den Mitarbeitern Marko Saupe und Andreas Jähnichen bei der Innensanierung eines Altbaus in Lobstädt. Quelle: André Neumann
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Neukieritzsch/Lobstädt

Wenn ihm die Büroarbeit, die eine Baufirma mit zehn Angestellten erfordert, etwas Zeit lässt, dann arbeitet der Lobstädter Thomas Pohle (56) gerade an einem Familienstammbaum. Dabei ist er darauf gestoßen, dass seiner Familie das Bauhandwerk gewissermaßen in die Ahnentafel geschrieben wurde. Um 1900 nämlich betrieb schon Urgroßvater Wilhelm Pohle eine kleine Maurerfirma in Leipzig.

Ein Vierteljahrhundert im Geschäft

Das heutige Baugeschäft Pohle in Lobstädt kann an diese Tradition zwar nicht anknüpfen, ist aber auch schon wieder ein Vierteljahrhundert lang im Geschäft. Gegründet wurde die Firma genau am 1. April 1993, nicht als Aprilscherz, sondern weil die Banken es so wollten, wie Pohle sich erinnert.

Gründer waren Thomas Pohle, sein Bruder Maik und ihr Vater Hans Jochen Pohle. Mit drei Mitarbeitern und einem Büro auf dem Gelände der damaligen Firma Erfkamp gingen sie an den Start. Seit 1999 befindet sich der Firmensitz in der Schlossstraße.

Entschluss zur Selbstständigkeit

Thomas Pohle und sein Vater arbeiteten bis zur Wende in der Bauabteilung des Braunkohlwerkes Borna. Als mit der Wende abzusehen war, „dass es dort nicht weitergeht“, wie Thomas Pohle sagt, reifte in der Familie der Entschluss, sich selbstständig zu machen. Schon 1990 begann Thomas Pohle deshalb eine dreijährige Ausbildung zum Meister. Sein Abschluss als Meister des Maurerhandwerks wird in diesem Jahr ebenfalls noch 25 Jahre alt.

Mitarbeiter der Baufirma Pohle aus Lobstädt putzten vor zehn Jahren die Emmauskirche an ihrem neuen Standort in Borna. Quelle: Thomas Pohle

Von Anfang an arbeitet das Baugeschäft Pohle überwiegend in der Rekonstruktion und Sanierung. Was Thomas Pohle augenzwinkernd mit der Herkunft aus dem Braunkohlewerk erklärt: „Dort waren wir doch auch nur mit Instandsetzung beschäftigt.“

Das Prestigebauobjekt schlechthin in der 25-jährigen Firmengeschichte war vor über zehn Jahren die Umsetzung der Emmauskirche aus Heuersdorf nach Borna. Erst verstärkte die Firma Pohle für den aufwendigen Transport auf einem Spezialtieflader die Fundamente einer Brücke, dann putzten ihre Sanierungsspezialisten das Kirchlein an ihrem neuen Platz frisch ab. „Das war ein richtiger Handputz, so wie ihn unsere Vorfahren gemacht haben“, ist Thomas Pohle heute noch stolz auf den damaligen Auftrag.

Spuren auch in Lobstädt

Auch in Lobstädt selbst hat das Unternehmen, das die Brüder seit dem Tod des Vaters im Jahr 2009 allein führen, ihre Spuren hinterlassen. Mit ein paar Eigenheimen und unter anderem dem alten Postgut mit dem schmucken Fachwerk, welches den Gemeindesaal und die Kegelbahn beherbergt. Derzeit läuft in Lobstädt die Innensanierung eines gut hundert Jahre alten Mehrfamilienhauses und eines Einfamilienhauses.

Dem Bauhandwerk, sagt Thomas Pohle unumwunden, gehe es zurzeit gut. Niemand könne sich beschweren, fast alle hätten ihre Nische gefunden. Allerdings eint die meisten das Personalproblem. „Wir könnten dringend mal wieder einen Lehrling gebrauchen“, sagt der Geschäftsführer und Meister.

Von André Neumann

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