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Borna Handwerkskammer eröffnet in Borna Regionalbüro
Region Borna Handwerkskammer eröffnet in Borna Regionalbüro
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10:58 25.10.2009
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Borna

Unterm gleichen Dach sitzt seit 2007 das Regionalbüro der Industrie und Handelskammer (IHK) zu Leipzig.

Es ist nicht der erste Anlauf der Handwerkskammer, den Unternehmern und Existenzgründern in Borna kurze Wege zu bieten. Schon Anfang der 90er Jahre und 2005/06 habe die HWK bei der Kreishandwerkerschaft Sprechtage angeboten, so Schwemmer. Mangels Nachfrage sei das immer wieder eingeschlafen. Nun ein neuer Versuch. Den Impuls dafür habe die Erfahrung in Grimma gegeben. Dort unterhalten HWK und IHK im Haus der Wirtschaft (Schulstraße 67) ihre Außenstellen im Landkreis Leipzig. Es habe sich bewährt, unter einem Dach zu sitzen, sagt Schwemmer.

Ab sofort bietet die Betriebswirtschafterin jeden zweiten Mittwoch im Monat von 8 bis 16 Uhr in Borna Sprechstunden in der Stauffenbergstraße an. Schon am ersten Tag in dieser Woche hatte sie gut zu tun und führte sechs Beratungsgespräche. Schwemmer ist optimistisch, dass sich das Büro in Borna etabliert.

Siegrun Schwemmer ist ein alter Hase auf dem Gebiet. Seit 1987 arbeitet sie bei der Handwerkskammer und kann von sich sagen, nach der Wende die erste Betriebsberaterin der HWK in Leipzig gewesen zu sein. Seit 1993 ist sie – von Grimma aus – für die Region Borna/Geithain und das Muldental zuständig. Im Landkreis zählt die Handwerkskammer knapp 4000 Mitgliedsbetriebe. Sie ist in der Landesdirektion Leipzig die Dachorganisation für über 12000 Handwerksfirmen, während sich die Innungen über die Kreishandwerkerschaft organisieren.

Überwiegend berät Schwemmer potenzielle Existenzgründer. Dann geht es um Voraussetzungen, Finanzierung, Fördermöglichkeiten, Standort und vor allem um das Konzept. Auch mögliche Finanzierungen bei beabsichtigten Investitionen und die Betriebsnachfolge sind Gegenstand der Handwerker-Beratung.

Zudem hat es Schwemmer seit Jahr und Tag mit Krisengesprächen zu tun. Seit Jahresbeginn „sind die Auswirkungen der aktuellen Krise in den Beratungen deutlich zu spüren“, sagt sie. So saß zum Auftakt in dieser Woche in Borna jemand vor ihr, der Anfang des Jahres im Elektrobereich eine Ein-Mann-Firma als Subunternehmer gründete. Nach einem gutem Start seien ihm die Aufträge weggeblieben, weil die Auftraggeber „nun erst ihre eigenen Kapazitäten nutzen“. Schwemmer empfahl dem Mann unter anderem, mehr private statt gewerbliche Auftraggeber zu suchen.

Etwa ein Drittel der Bestandsbetriebe, die sie berät, habe aufgrund der Krise Probleme, weiß Schwemmer. Bemerkbar sei das an Umsatzrückgängen und fehlender Liquidität. Da es schwierig sei, in der Krise frisches Geld zu bekommen, werde gemeinsam nach Einsparpotenzialen gesucht. „Bei größerem Beratungsbedarf vermitteln wir den Runden Tisch“, erklärt die Leipzigerin. Kammer, externe Unternehmensberater und im Bedarfsfall Banker analysieren dann mit dem Betroffenen die Ist-Situation im Betrieb und suchen gemeinsam nach Lösungen. Für den Unternehmer ist das kostenlos.

Obwohl schon lange im Geschäft, reagiert Schwemmer auch heute noch hin und wieder sehr betroffen, wenn jemand in die Krise trudelt. Das seien meist kleine Firmen, Familienunternehmen, „da geht es nicht nur um Zahlen, sondern um Schicksale“, sagt die Beraterin.

Mehr als 400 Handwerksbetriebe und potenzielle Existenzgründer nehmen jährlich Schwemmers Dienste in Anspruch. Etwa 150 Firmen haben einen umfassenden Beratungsbedarf. Meist sucht Schwemmer dann den Betrieb auf. Und ohne Internet geht es auch bei ihr längst nicht mehr, um bei den sich ständig ändernden Förderprogrammen und Richtlinien auf dem Laufenden zu sein. Ebenso wichtig seien die Hotlines zur Kreditanstalt für Wiederaufbau, zur Sächsischen Aufbaubank und zur Bürgschaftsbank. „Wir haben die Netzwerke und das Know how“, sagt Schwemmer. „Das könnte stärker genutzt werden.“

Regionalbüro Borna, Tel. 03433/24 82 19

Internet: www.hwk-leipzig.de

Frank Prenzel

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