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Harte Arbeit, Gastfreundschaft und gutes Geld: Die Trasse wirkt bis heute nach

Treffen im Kulturpark Deutzen Harte Arbeit, Gastfreundschaft und gutes Geld: Die Trasse wirkt bis heute nach

Die Trasse verbindet: Viele jener aus der Region, die damals an der Erdgasleitung in der Sowjetunion mitbauten, an der Drushba-Trasse, kommen immer wieder gern zu einem Wiedersehen mit den Kollegen von damals. Am Wochenende war es im Kulturpark Deutzen wieder soweit.

Gemeinsam mit den Kollegen schwelgte Matthias Schwirz (links) in Erinnerungen.

Quelle: René Beuckert

Neukieritzsch/Deutzen. Der Deutzener Kulturpark war erneut in diesem Jahr zu Pfingsten Anziehungspunkt für Leute, die einst am Bau der Drushba-Trasse, einer Erdgasleitung in der Sowjetunion, mitwirkten. Diese Erinnerung wird seit 18 Jahren durch Treffen, die aller zwei Jahre stattfinden, wachgehalten. Initiator ist Familie Schwirz.

„Wir haben damals neben der schweren Arbeit und den Entbehrungen auch viel Schönes erlebt. Jeder der Beteiligten an der Trasse hat seine eigene Geschichte dazu, in der sich besonders der Zusammenhalt widerspiegelt, wie ihn alle erlebt haben. Um das noch einmal neu aufleben zu lassen und zu sehen, wie sich die Leute von damals weiter entwickelt haben, organisierten wir das erste Treffen 1998, zu dem 1300 Personen eintrafen“, berichtete Matthias Schwirz. Damals seien sie von der Resonanz regelrecht überrannt worden, da sie eigentlich mit 80 Leuten rechneten.

Um dem enormen Zuspruch gerecht zu werden, finden seit 2003 die Wiedersehen im Deutzener Kulturpark statt. „Wir finden hier nicht nur ausreichend Platz vor, sondern können sogar mit einem kleinen Trassenmuseum aufwarten, in welchem zahlreiche Bild-Dokumente sowie Gegenstände jener Zeit Erinnerungen wach rufen“, so Schwirz. Das in der Grundschule untergebrachte Trassenmuseum ist zugleich Begegnungsstätte, in der die Geschichte des Trassenbaus nochmals lebendig wird.

Peter Haese möchte auf die Treffen mit den damaligen Kollegen von der Trasse nicht verzichten. „Für mich sind solche Begegnungen immer wieder ein bleibendes Erlebnis. Das Interessante ist der Blick aus heutiger Sicht auf das damalige Geschehen“, sagte er. Obwohl sie in jener Zeit vieles hätten entbehren müssen, wolle er die Zeit nicht missen. „Wir haben gutes Geld verdient und konnten uns Dinge schneller leisten, als wenn wir regulär zu Hause gearbeitet hätten. Ich habe mir eine damals begehrte Tiefkühltruhe gekauft und die Wohnung eingerichtet.“

Noch vor dem Betreten des kleinen Museums fielen gemalte Bilder in Plakatform auf, die aneinandergereiht den Flur zierten und die auf mehrere Jahre Trassenerfahrung zurückblicken ließen. „Die Plakate sind im Nachhinein entstanden. Damalige Zeitungsausschnitte und Berichte über die Trasse habe ich kreativ in eine Plakatform gebracht, die zum Nachdenken und Erinnern anregen“, sagte Reinhard Saupe. Die Kameradschaft, wie er sie zu jener Zeit erlebt habe, gebe es heute so nicht mehr. Doch auch das Finanzielle habe in die Ferne gelockt. „Über den Genex-Katalog habe ich mir in kürzester Zeit einen Farbfernseher, eine Waschmaschine und andere Annehmlichkeiten zulegen können, für die ich sonst Jahre hätte sparen müssen.“

Auch Anita Aboushranta möchte die Trassenzeit nicht missen: „Der Zusammenhalt ist mir deutlich in Erinnerung geblieben. Insbesondere die Begegnungen mit der russischen Bevölkerung und deren Gastfreundschaft haben mich beeindruckt. Noch heute pflege ich Kontakt zu den russischen Freunden, von denen ich sogar einige besuche.“

Von René Beuckert

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