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Haselbacher See: Parkende Autos behindern Feuerwehr

Haselbacher See: Parkende Autos behindern Feuerwehr

Regis-Breitingen/Ramsdorf. Das Wochenende wird nicht ganz so heiß, was die Situation etwas entspannen könnte. Und dennoch: Denken der Regiser Wehrleiter Karsten Jockisch und seine Leute an die Zustände, die derzeit an Wochenenden rund um den Haselbacher See herrschen, können sie nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und hoffen, dass auf, an und rund um den See kein Unglück geschieht.

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Hier geht im Ernstfall kostbare Zeit verloren. Mario Ruß muss sehr genau in den Spiegel schauen, um die Feuerwehr mit Bootsanhänger um die in der Zufahrt zum See parkenden Autos zu manövrieren. Kleines Bild: Der Mercedes blockierte mindestens anderthalb Stunden lang die Feuerwehrzufahrt. Fotos (3): André Neumann

Quelle: André Neumann

. Es könnte dann nämlich eine Weile dauern, bis die Feuerwehr eintrifft, sei es, um einen Brand zu löschen, oder mit dem Boot einem Verunglückten zu helfen.

Schuld daran sind Badetouristen aus nah und fern, die in diesen Tagen den Haselbacher See belagern und dabei mit ihren Autos der Feuerwehr den Weg erschweren oder gar ganz abschneiden. Zum ersten Mal spürten Jockisch und seine Kameraden das Dilemma bei einem Einsatz am heißen Pfingstmontag, als bei Hagenest ein Feld brannte. "Auf der Kippenstraße parkten über 100 Autos rechts und links. Wenn uns da einer entgegenkommt, können wir den Einsatz abbrechen" stellt Jockisch fest.

Wenige Wochen später ist die Situation unverändert, wie Jockisch und sein Stellvertreter Mario Ruß bei einer Übungs- und Kontrollfahrt mit dem Boot im Schlepp feststellen müssen. Zwar stehen die Autos diesmal nur einseitig im Parkverbot, das durch eine durchgehende weiße Sperrlinie und seit Kurzem auch durch Schilder ausgewiesen ist. Auf der schmalen Straße führt aber auch das dazu, dass Ruß den Feuerwehr-LKW samt Bootsanhänger bei Gegenverkehr abbremsen und in Richtung Straßengraben steuern muss. Der Versuch, in die erste Feuerwehrzufahrt einzubiegen, scheitert gleich ganz, dort parkt ein schwarzer Mercedes.

Nur wenig besser sieht es an der nächsten Einfahrt aus. Dort, wo es bis zum vorigen Jahr zum alten Parkplatz ging, stehen mehrere Autos in den engen Kurven der schmalen Straße, nur mühsam lässt sich das Feuerwehrauto vorbeimanövrieren. Allerdings ist hier das Schild "Feuerwehrzufahrt" viel zu weit hinten platziert worden. Ähnlich das Bild auf der anderen Seite des Sees an der Straße von Ramsdorf in Richtung Hagenest. Auch hier stehen Autos in Feuerwehrzufahrten und dich gedrängt am Straßenrand.

Die Zustände führten kürzlich zu einer heftigen Debatte im Stadtrat. Wobei sich zeigte, dass die Situation aus mehreren Gründen kompliziert ist. Der Haselbacher See ist Privateigentum des Anglerverbandes Leipzig. Der hat bei Ramsdorf einen öffentlichen Parkplatz oberhalb des Strandes angelegt, der, obwohl bisher nur spärlich beschildert, sehr gut angenommen wird. Ansonsten wollen die Angler unter sich bleiben, weswegen es keine anderen Parkmöglichkeiten rund um den See gibt. Was viele Badeausflügler offenbar nicht kümmert, wie nicht nur das unvernünftige, wilde Parken zeigt. "Die stolpern uns quer über die Angelschnüre", schimpft ein Angler.

Da die Stadtverwaltung Regis zurzeit keine Vollzugsbedienstete hat, die Strafzettel verteilen könnte, würde die Feuerwehr gern selbst handeln und bei Bedarf ein Abschleppunternehmen rufen, bräuchte dafür aber die Legitimation von der Stadt. Linken-Stadtrat Klaus-Peter Katzbach forderte angesichts der prekären Lage, die Stadt dürfe nicht allein gelassen werden, die Polizei und der Kreis müssten der Stadt helfen. Werner Heiche (FDP) hielt dagegen, man solle das ursprüngliche Ziel der Naherholung nicht aus den Augen verlieren. "Sollten wir nicht gemeinsam mit dem Anglerverband nach Möglichkeiten suchen, den Badegästen Angebote zu machen, anstatt übers Abschleppen zu reden", forderte er. Ein Vorstoß, für den Bürgermeister Wolfram Lenk (Linke) wenig Chancen sieht: "Der See gehört den Anglern, die haben den Parkplatz dort gebaut, wo sie das Baden erlauben wollen", sagte er in der Debatte und fügte hinzu: Wer an einer anderen Stelle baden will, dürfe deswegen nicht die Straßenverkehrsordnung missachten.

Eine Lösung fand der Stadtrat für das Dilemma nicht. Und auch die Sicherheitsbehörden tun sich offenbar schwer. Mit seinem Hinweis auf den Wagen in der Feuerwehrzufahrt und seiner Bitte, ihn abschleppen zu lassen wurde Jockisch am Telefon von der Rettungsleitstelle zur Polizei verwiesen. Die schauten sich die Situation vor Ort an, doch der Mercedes stand nach anderthalb Stunden immer noch dort.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.07.2014
André Neumann

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