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Borna Heimatmuseum Rötha: Kämmerin weist Vorwürfe zurück
Region Borna Heimatmuseum Rötha: Kämmerin weist Vorwürfe zurück
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19:02 04.05.2018
Wohin geht die Reise mit dem Heimatmuseum Rötha? Die Verwaltung will Ordnung schaffen lassen. Quelle: Jens Paul Taubert
Rötha

Röthas Kämmerin Heike Herzig hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Arbeit des Stadt- und Heimatvereins von Rötha in Frage zu stellen. „Niemand tritt die Vereinsarbeit mit Füßen“, sagte sie als Reaktion auf einen LVZ-Bericht über Forderungen, das Heimatmuseum zu entrümpeln und zu verkleinern.

Zugleich sprach sie erneut von einer „Vermüllung“ auf dem Dachboden des einstigen Stadtgefängnisses, in dem der Verein das Museum betreibt. Dass die Verwaltung auf das Museum aufmerksam wurde, hat mit den Bemühungen zu tun, das städtische Archiv zu ordnen und an einem Ort zusammenzuführen.

Verein darf über städtische Akten nicht bestimmen

Bisher lagerte städtisches Archivmaterial nämlich an mehreren Orten, darunter auch in Räumen des ehemaligen Stadtgefängnisses, quasi unter Obhut des Heimatvereins. Die Akten würden „gesichtet und vernichtet, soweit die Fristen abgelaufen sind“, sagt die Kämmerin. Der Verein dürfe alte Bauakten auf Wunsch behalten, aber nicht über städtische Akten bestimmen.

Während das Archiv ausschließlich Sache der Stadtverwaltung sei, wie Heike Herzig betont, werde vom Verein eine „Entrümpelung“ des Dachbodens gefordert. Angesichts der Ausdehnung des Museumsbetriebes über die Festlegung in einem knapp 20 Jahre alten Mietvertrag hinaus, spricht die Kämmerin davon, „dass der Verein entgegen seinem Satzungszweck das Gebäude der Stadt Rötha, ihres Vermieters, zweckentfremdet“.

Nutzung jahrelang nicht kontrolliert

Zugleich räumt sie ein, dass die Stadt die Nutzung ihres eigenen Gebäudes jahrelang nicht kontrolliert habe. „Wir möchten Ordnung in den städtischen Räumlichkeiten und bitten den Verein diese Ordnung wieder herzustellen“, fasst Herzig aus Sicht der Stadtverwaltung zusammen.

Stadtratsmitglied Timo Müller, der die Vorgänge um das Museum öffentlich gemacht hat, hält nicht viel von den Erklärungsversuchen der Kämmerin und kritisiert die „Brechstangentaktik“, die aus seiner Sicht nicht sein müsse und nicht gerechtfertigt sei. Er bedauert viel mehr, dass „eine Stadtverwaltung nicht den Mumm hat, auch einmal Fehler bei der Herangehensweise einzugestehen.“

Gemeinsam Museumskonzeption erstellen

Die Kämmerin erkennt an: „Der Verein führt das städtische Museum nach besten Wissen und Gewissen.“ Dennoch werde die Stadt bei künftig wieder besseren finanziellen Verhältnissen, wie sie sagt, „zusammen mit dem Verein, eine Museumskonzeption erstellen lassen“. Damit solle das Museum als Heimatmuseum gestärkt werden. Die Vereinsarbeit mit Kindern und Jugendlichen solle zudem nicht in Frage gestellt werden.

Von André Neumann

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