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Heimatstube Deutzen: Geschichte bis unter die Decke

Heimatstube Deutzen: Geschichte bis unter die Decke

Der kleine Raum in einem Anbau der Deutzener Schulturnhalle misst gerade mal gut 40 Quadratmeter. Die stecken bis unter die Decke voller Geschichte und Geschichten über Deutzen und vor allem den Bergbau im Ort, der 1910 begann.

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Karl-Heinz Feiner zeigt auf das Herzstück der Heimatstube, das Modell der Brikettfabrik Deutzen, so wie sie 1940 aussah.

Quelle: André Neumann

Deutzen. 2013 sagt Karl-Heinz Feiner, war ein gutes Jahr für die Heimatstube.

 

 

Feiner ist der Vorsitzende der Ortsgruppe Deutzen im Heimatverein Regis-Breitingen und Umgebung. Er freut sich, dass sich das kleine Museum im vergangen Jahr sogar in anderen Bundesländern herumsprach, waren doch unter den Besuchern auch Gäste aus Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Die Besucherzahlen sind natürlich nicht mit denen eines professionell betriebenen Museums vergleichbar. Doch immerhin fanden 2013 rund 300 den Pfad um die Turnhalle herum zu der Hintertür, durch die der Weg zu den Deutzener Heimatschätzen führt. "200 Besucher waren es allein an dem Wochenende, an dem Deutzen sein 775-jähriges Jubiläum feierte.

Wer die Ausstellung besucht, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Allein schon die Fülle der zusammengetragenen Exponate beeindruckt, angefangen von den Bergmannsuniformen, von denen Feiner sogar sagen kann, wer sie getragen hat, über eine endlose Zahl von Schriftstücken, Chroniken, Fotos, Biografien wichtiger Persönlichkeiten aus der Bergbaugeschichte, Gedenkbriketts, Maschinenteile, Münzen, Abschiedsgeschenke für Bergleute. Neben dem Bergbau steht auch die Geschichte von Alt-Deutzen im Fokus der Ausstellung, welcher Ort 1965 devastiert wurde. Auch an den Männerchor von Deutzen wird erinnert, der 1906 gegründet worden war. "Es ist ein großes Glück, dass wir die Fahne des Männerchores hier haben", sagt Feiner.

Mindestens genauso glücklich ist Feier über jenes Exponat, das allein einen großen Teil des Raumes aufnimmt und wegen der Enge noch nicht einmal komplett aufgebaut werden kann. Es ist das etwa drei mal drei Meter messende detailgetreue Modell der Deutzener Brikettfabrik, so wie sie 1940 ausgesehen hat. Gebaut hat es Ulrich Lackerbauer, ein ehemaliger Formleger in der Brikettfabrik, der heute in Norddeutschland wohnt. Der hatte Karl-Heinz Feiner eines Tages gefragt, ob er Interesse an dem Modell hätte. "Da wusste ich noch nicht, wie groß das ist", sagt der Heimatforscher. Am Ende musste extra ein Tisch dafür gebaut werden. Und während die Fabrik mit ihren Anlagen, Kraftwerk, Kühltürme, Wasserkugel, Werkstatt und Magazin originalgetreu aufgestellt sind, reicht der Platz für die Schwelerei nicht aus. Im Herbst vorigen Jahres war Lackerbauer selbst in der Heimatstube zu Gast. Während des Besuches machte er aus der bisherigen Leihgabe ein Geschenk für die Heimatgruppe, berichtet Feiner voller Stolz.

Gleichzeitig kann er auf weitere Zugänge für die Heimatstube in diesem Jahr verweisen. Deutzener Bürger übergaben wichtige Dokumente. Das ehemalige Ortsgruppenmitglied Herbert Lotze bereicherte die Sammlung mit einer Chronik über die Devastierung von Heuersdorf. Und auch ein bedrückendes Zeitdokument fand Eingang in die Ausstellung: Die Aufzeichnungen eines Flak-Soldaten, der 1945 in Deutzen diente.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.01.2014
Neumann, André

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