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Heimkehr für drei Heilige nach Rötha

Heimkehr für drei Heilige nach Rötha

Heimkehr für drei Heilige: Frisch restauriert und aufpoliert werden die geschnitzten Figuren Florian, Georg und Mauritius nach drei Jahren Aufenthalt im Atelier der Denkmalpfleger in Dresden am Dienstag in die Marienkirche nach Rötha zurückgebracht.

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Restauratorin Steffi Bodechtel restauriert im Landesamt für Denkmalpflege Sachsen die spätgotische Holzskulptur des Heiligen Florian. Die Skulpturen sind Teil des Schnitzaltars in der Marienkirche Rötha. Nach fast dreijährigem Aufenthalt im Landesamt kehren die Skulpturen am Dienstag in die Marienkirche zurück.

Quelle: Ole Spata/dpa

Dresden. Die spätgotischen Holzskulpturen gehören zu einem einzigartigen Flügelaltar, der viele Besonderheiten aufweist.

Der Heilige Georg trägt wieder Lanze und Schwert. Sein Mund leuchtet rot, aber nur sein Mund. Der Rest der Holzfigur aus der Marienkirche in Rötha wurde nicht bemalt, farblos, das blanke Holz. Drei Figuren, die Heiligen Georg, Florian und Mauritius, kehren nach einer umfangreichen Restaurierung zurück nach Rötha. Die Skulpturen sind Teil des um 1525 entstandenen Flügelaltars in der Marienkirche.

"In Sachsen gibt es heute nur noch etwa 250 Altäre aus der Spätgotik", sagte Restaurator Arndt Kiesewetter gestern in Dresden. "Der Altar in Rötha ist dabei der einzige, der keine Farbfassung trägt." Die Experten nennen es "holzsichtig". Nur einzelne Details an den Figuren sind farbig gestaltet: die Augen, die Lippen, eine Kappe oder auch das geschnitzte Feuer einer Kirche. "Und es ist einer der letzten vor der Reformation entstandenen Schnitzaltäre in Sachsen."

Daher waren die drei Holzfiguren auch für die Kunstgeschichtsforschung äußerst interessant. "Holzsichtige" Flügelaltäre sind eher in Süddeutschland anzutreffen. Das Exemplar in Rötha wurde von einem unbekannten Meister gefertigt, der vermutlich aus Niederbayern kam. "Ein künstlerischer Einfluss von einem der bedeutendsten Bildschnitzer seiner Zeit in Bayern, Hans Leinberger, ist unverkennbar," sagte Kiesewetter und verwies unter anderem auf die "wehenden Haare" von Georg. Warum der Altar "holzsichtig" blieb, ist nach wie vor ein Rätsel für die Forscher. Möglich, dass der Altar unvollendet blieb. Möglich auch, dass es künstlerische Absicht war.

Restauratorin Steffi Bodechtel zeigte Fotos der Holzfiguren, die ihren Zustand im Jahr 2010 dokumentieren: fleckig, grau, von Vogelkot weiß gesprenkelt und von Holzwürmern zerfressen, die das Lindenholz offenbar mit Vorliebe auswählten. Auch die Marienkirche, um 1518 als Wallfahrtskirche entstanden, war jahrelang baufällig, ist inzwischen aber wieder hergerichtet.

Die Figuren wurden in Dresden gereinigt, von Staub und Schmutz befreit. Ein großes Problem stellte ein öliges Holzfestigungsmittel dar, das vor Jahrzehnten aufgetragen wurde. Dieses Mittel wurde oft in Sachsen angewendet, hinterließ aber Fettflecke und schädigte das Holz eher als das es nützte, wie Chefrestauratorin Christine Kelm sagte. Das betroffene Holz sei dadurch manchmal wie Knete geworden. Und die Holzwürmer kamen trotzdem. Über die drei Heiligen aus Rötha wurde, nachdem die alte Imprägnierung "herausgezogen" wurde, jetzt ein hauchdünner Leim gezogen. Auch haben die Drei neue Schwerter bekommen, die nicht mehr wie die Exemplare aus den dreißiger Jahren, höchstens noch zum "Kinderfasching" taugten. Am Dienstag werden die Figuren vorsichtig nach Rötha transportiert, um ihren angestammten Platz einzunehmen. Die Restaurierung des kompletten Altars steht noch bevor, die soll aber vor Ort erfolgen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.08.2013

Romy Richter

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