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Borna Heiße Samba-Rhythmen im beschaulichen Ramsdorf
Region Borna Heiße Samba-Rhythmen im beschaulichen Ramsdorf
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16:53 02.07.2017
Mit heißen Samba-Rhythmen begeistert Como Vento das beschauliche Ramsdorf. Quelle: Julia Tonne
Regis-Breitingen/Ramsdorf

Für gewöhnlich geht es in einer Kirche eher ruhig und leise zu. Es sei denn, es ist Nacht der offenen Dorfkirchen. Dann werden schon mal alle Regeln auf den Kopf gestellt. So geschehen im Regiser Ortsteil Ramsdorf. Dort gab es am Samstagabend ordentlich was auf die Ohren. Die Trommelgruppe Como Vento aus Altenburg hatte sich mit heißen Samba-Rhythmen angekündigt und hielt anschließend, was sie versprach. Es war laut, es war ein Hingucker, es war grandios.

Brigitte Meiner vom Kirchenvorstand hatte „keinerlei Ahnung, was uns erwartet“, eingeladen wurden die Kinder und Jugendlichen des sozialen und integrativen Projekts der Johanniter-Unfall-Hilfe, weil zwei Ramsdorfer Kinder mit dabei sind. Doch die anfängliche Skepsis bei einigen Kirchbesuchern wandelte sich schnell in Begeisterung. Schon der erste Titel ging sprichwörtlich unter die Haut und in die Beine – kaum jemand, der still stand. Rund 50 Gäste waren nach Ramsdorf gekommen, „weil das Programm sehr ansprechend klang“, wie Annett Münzner aus Brandis erklärte. Für sie und ihren Mann Christian Kunz stand schnell fest: die Wahl war richtig, der Ausflug gelungen. Detlev Weiß nimmt sich jedes Jahr mit seiner Familie zwei Gotteshäuser vor, die er anlässlich der Nacht der offenen Dorfkirchen erkundet. Auch ihn lockte vor allem das Programm von Como Vento – was übersetzt heißt: wie der Wind. Und auch er war hingerissen von der mitreißenden Truppe um Janek Rochner-Günther.

Etwas stiller wurde es am Samstag dann mit fortgeschrittener Stunde. Während sich in der Kirche unter anderem der Gitarrenkreis, der Chor und der Kinderkreis vorstellten, gab es für die Besucher auch die Gelegenheit, vom Kirchturm aus das Dorf von oben zu sehen und Kutschfahrten durch den Ortsteil zu unternehmen. Für Gänsehautmusik sorgte ein Konzert mit Orgel und Trompete, internationale Musik spielte Ernest Giolbas auf der Panflöte.

Vorstandsmitglieder boten Führungen durch die vermutlich im 13. Jahrhundert errichtete Kirche an, mehrere Stationen standen zur Auswahl. Eine von ihnen waren die Glocken, die seit 1990 elektronisch geläutet werden. Mit dem Boden über dem Kirchenschiff folgte Station zwei. Hier befindet sich der unter Denkmalschutz stehende Blasebalg, ohne den das Spielen der Orgel früher nicht möglich gewesen wäre.“ Zwei größere Kinder mussten einst gut aufeinander abgestimmt zwei Pedale gleichmäßig treten, weil sonst die Töne nur ruckweise aus der Orgel gekommen wären“, erzählte Meiner.

Familie Weiß aus Tautenhain ließ sich die Führungen nicht entgehen. „sie machen Kirche noch verständlicher“, so Detlev Weiß. Die Anfänge des Ramsdorfer Gotteshauses liegen allerdings im Dunkeln. Vermutlich wurde mit der deutschen Besiedlung – die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1296 – auch eine Kirche an diesem Ort gebaut. Die ältesten Nachrichten weisen eine Zugehörigkeit Ramsdorfs zum Kloster Bosau bei Zeitz nach.

Zahlreiche Kirchen im gesamten Landkreis haben am Sonnabend zu Führungen und besonderen Veranstaltungen eingeladen.

Von Julia Tonne

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