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Heitere Häppchen aus 800 Jahren

Heitere Häppchen aus 800 Jahren

Im Zeitraffer von gut 70 Minuten zogen am Donnerstagabend acht Jahrhunderte Stadtgeschichte durch den voll besetzten Groitzscher Bürgerhaussaal. Ohne diesen Filter hätten sich die Protagonisten der Festveranstaltung zur Verleihung des Stadtrechts vor 800 Jahren niemals begegnen können: Dietrich der Bedrängte, Markgraf von Meißen, Wiprecht von Groitzsch mit seiner Gattin Judith, ein Mönch aus dem Pegauer Kloster, Apotheker und Mundart-Dichter Johannes Richter bis hin zu Ortschronist Albin Jahn und dem heutigen Groitzscher Bürgermeister Maik Kunze.

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Vom Groitzscher Stadtschreiber Antonius (Dietmar Schäfer, v. r.) bekommt Bürgermeister Maik Kunze am Donnerstagabend seine erste Amtskette überreicht. Die Stadträte Adelheid Böhmichen und Peter Fröhlich dürfen der Zeremonie beiwohnen.

Quelle: Thomas Kube

Groitzsch. Das Publikum, darunter Landrat Gerhard Gey, Pfarrer a.D. Frank-Udo Lohmann, Pegaus Bürgermeister Peter Bringer und Chronist Tylo Peter, Mibrag-Geschäftsführer Bernd-Uwe Haase sowie Helmut Hentschel vom Heimatverein des Bornaer Landes, hatten sichtlich Spaß an diesem Kammerspiel um Kriege, Macht und geschichtliche Randnotizen.

Gey lobte die Groitzscher um ihre gute städtische Entwicklung, die "hervorragende Schullandschaft" und "akzeptable Infrastruktur", den Nachbarschaftsvertrag mit der Mibrag und ihr aktives Vereinsleben. Zugleich griff er den Faden mit dem Stadtrecht auf und erinnerte an Privilegien wie das Markt-, Münz- und Zollrecht. "Sein Marktrecht hat Groitzsch bis heute, denn hier findet jede Woche ein Markt statt. Das Münzrecht gibt es leider nicht mehr, aber ich kann mir vorstellen, dass der Bürgermeister sehr gerne eigenes Geld drucken würde, schon allein um die Kreisumlage zu bezahlen." Privileg Nummer 3, das Zollrecht, ist den Groitzschern ebenfalls abhanden gekommen. "Dafür haben sie eigene Steuereinnahmen", fuhr der Landrat fort. Das wünsche er sich manchmal auch für den Landkreis. "Wir haben keine Steuereinnahmen, deshalb erheben wir die Kreisumlage."

Doch zunächst stellte der Stadtschreiber Antonius (Dietmar Schäfer) die Uhr wieder auf Null. Markgraf Dietrich der Bedrängte verlieh dem Ort Groitzsch 1214 die Stadtrechte, die er aber schon vier Jahre später wieder verlor. "Groitzsch verfiel in einen Schlaf, der gut 200 Jahre dauerte", fuhr Antonius fort. Es überstand die Vasallenherrschaft und Kriege, beherbergte Russlands Zar Alexander und Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. am Markt und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einer passablen Schusterstadt. Große Söhne wurden hier geboren, etwa der Schriftsteller Adolf Gentzsch, Flugpionier und Arzt Waldemar Geest, Mundart-Schriftsteller Johannes Richter oder der Maler und Grafiker Rudolf Schumann. "Nach ihnen sind noch keine Straßen in Groitzsch benannt", gab der Stadtschreiber einen Wink mit dem Zaunpfahl weiter.

In heiteren Häppchen servierte er die Stadtgeschichte, gewürzt mit musikalischen Einlagen, Bildern und zwei Werbeblöcken für Groitzsch-Bücher. Zur Feier des Tages überreichte er Bürgermeister Kunze eine dicke Amtskette sowie eine Silbermünze "800 Jahre Stadtrecht". Im Anschluss wurde in der Stadtmühle eine Ausstellung über die Geschichte der Stadt eröffnet. © Seite 36

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.09.2014

Haase, Kathrin

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