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Borna Heiz- und Altöl im Pegauer Hochwasser
Region Borna Heiz- und Altöl im Pegauer Hochwasser
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16:45 19.05.2015
Ein betroffenes Haus in der Ratsziegelei: Bis zu den Fenstern der ersten Etage stand das Wasser, noch gestern reichte es in der Tiefgarage fast bis zur Decke. Quelle: C. CarellDomröse

Öl und Wasser haben sich vermischt und sind in Gärten, Keller und Wohnräume geflossen. Massiv betroffen seien zehn bis 15 Häuser. Am Wochenende seien Fachleute vom Technischen Hilfswerk vor Ort gewesen und hätten versucht das Öl zu binden. "Es ist noch nicht klar, wie groß der Schaden ist", so Gey. Fakt sei aber, dass dies "eine ganz kritische Sache" ist.

Einer der Betroffenen ist Manfred Bischoff. Der 66-Jährige stand gestern fassungslos vor seinem verwüsteten Haus und sagte: "Das ist Totalschaden." Dabei hat der Pegauer schon so manches Hochwasser erlebt - und überstanden. Nach dem vielen Wasser im Januar 2011 kaufte er sich zu seinen zwei Pumpen noch vier dazu und hoffte damit, die nächste Flut besser zu überstehen. Aber diesmal sei er chancenlos gewesen, selbst die sechs Pumpen konnten gegen diese Wassermassen nichts ausrichten. In dem Flachbau reichte das Wasser am Montag bis zum Fenster der Wohnetage. Noch gestern stand es in der Tiefgarage fast bis zur Decke.

"Wir haben kein Möbelstück mehr", sagte Manfred Bischoff. Das Wasser hat selbst die schwere Schrankwand fortgeschoben und zerstört. Viele Helfer packten am Wochenende mit an und beräumten die Wohnung. Das Parkett liegt zerhackt vorm Haus. Waschmaschine, Kühlschrank - alles Schrott. "Im Keller steht die Heizanlage und mein ganzes Werkzeug. Wir können dort noch nicht hinein, aber das ist auch alles hin", sagte der Mann verzweifelt. Das Wasser in Keller und Garage dürfe aus Statikgründen noch nicht abgepumpt werden. Das Grundwasser steht so hoch, dass ausgepumpte Keller anderswo dem Druck nicht standhielten und Gebäude massiv beschädigt wurden.

Mit seiner Frau wohnte der Pegauer in den vergangenen Tagen in einer Pension. Doch das könne man sich auf die Dauer ja nicht leisten. Gestern zogen sie in eine möblierte Wohnung. Manfred Bischoff weiß noch nicht, ob er jemals wieder in sein Haus einziehen kann, das er in den 1970er Jahren selbst gebaut hat. Die Reparatur dauere mindestens ein halbes Jahr und ob er danach wieder eine Versicherung bekomme, stehe in den Sternen. Zum Ölproblem in der Siedlung wollte er sich nicht äußern: "Darum müssen sich größere Leute kümmern."

Landrat Gey sagte gestern, dass er sich dem Problem annehmen wolle. Er kennt die Problematik Hochwasser und Öl von 2002 und weiß: "Da muss ein großer Aufwand betrieben werden." Ein Gutachten soll hier mehr Klarheit bringen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.06.2013

Carell-Domröse, Claudia

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