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Heli-Einsatz im Tagebau - mit grauer Mixtur gegen den Staub

Heli-Einsatz im Tagebau - mit grauer Mixtur gegen den Staub

Wie ein dunkler Schatten schwebt der anthrazitfarbene Hubschrauber AS 350 über der grauen Hügellandschaft im Tagebau Schleenhain hin und her. Immer in einer Höhe um die 20 Meter.

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Bodenbefestigung mittels Helikopter gegen Staub aus dem Tagebau - hier kommt der Heli mit Pilot Steffen Becher zum Beladen zurück zum Mischplatz.

Quelle: Jens Paul Taubert

Neukieritzsch/Deutzen. An zwölf Meter langen Seilen hängt ein Behälter, aus dem Pilot Steffen Becher eine graue, feuchte Substanz gleichmäßig über den Boden verteilt.

Der Pilot des Hubschrauberunternehmens KMN aus Sommerfeld bei Hamburg ist gemeinsam mit seinem Boden-Kollegen Kai Fischer im Auftrag der Firma Gala-Mibrag im Einsatz. Durch ihr Garten- und Landschaftsbauunternehmen lässt die Mibrag seit Montag rund 24 Hektar Betriebsfläche verfestigen beziehungsweise verkleben. Die Substanz dafür besteht aus Zellulose, einem organischen Bodenfestiger und Holzfasermulch. Damit wird die Oberfläche verfestigt, was die angrenzenden Orte vor aufwirbelndem Staub schützen soll. Pro Hektar werden rund 20 000 Liter aufgebracht.

Laut Marcel Schmidt, Geschäftsführer von Gala-Mibrag, handele es sich um eine bewährte Technologie. "Das Verfahren wird auch in Österreich und in der Schweiz zur Fixierung von Skihängen angewendet", sagte er gestern bei einem Pressetermin vor Ort. Bei der Mibrag ist es eine von mehreren Methoden, die Staubbildung im Tagebau einzuschränken. Sie werde dort genutzt, wo nur der Hubschrauber an unbefahrbares Gelände herankommen, und wo die Flächen nicht lange liegen bleiben beziehungsweise in absehbarer Zeit überkippt werden. Im Gegensatz dazu werden Flächen, die längere Zeit unberührt bleiben, begrünt, je nach Gelände aus der Luft oder vom Boden aus. Nahe Deutzen sind solche Bereiche vom Tagebauaussichtspunkt aus gut zu sehen. Noch im Frühjahr will die Mibrag weitere 50 Hektar Betriebsfläche begrünen lassen. Eine dritte Möglichkeit ist das Bewässern der Fahrwege im Abbaugelände.

Etwa auf halber Strecke zwischen dem Deutzener Aussichtspunkt und dem früheren bei Breunsdorf hat die Gala-Mibrag einen Mischplatz und Hubschrauberlandeplatz eingerichtet. Wobei der Helikopter nur einmal in der Stunde wirklich landet. Alle ein bis vier Minuten schwebt Becher mit seinem Heli nur über dem Platz ein, verharrt eine Seillänge über dem Boden, wo sein Kollege mit dem Radlader den Behälter mit den nächsten 500 bis 800 Kilogramm des zuvor an Ort und Stelle angerührten Bodenfestigers füllt. Die beiden sind ein eingespieltes Team und verständigen sich über Funk. Kaum eine Minute später fliegt Becher auf die nächste Runde, bis zu zweieinhalb Kilometer in den Tagebau hinein.

Die jetzige Aktion zielt vor allem auf den Schutz der östlichen Tagebauorte Deutzen und Lobstädt. Marcel Schmidt stellt klar, dass mit der Bodenverfestigung nicht auf aktuelle Wetterlagen reagiert werde. Vielmehr werde je nach Abbaufortschritt brach liegendes Gelände bearbeitet.

Deutzen ist in diesem Jahr noch ­weitgehend davongekommen. Jedenfalls habe beim Sturm "Niklas" Ende März der Wind für den Ort günstig gestanden, sagt Ortsvorsteherin Marika Nowak. "Wir bekommen aber permanent etwas ab", fügt sie hinzu. Maßnahmen zur ­Verringerung von Staubbildung seien daher immer im Interesse des Ortes und auch ein laufendes Thema für die ­Bürgerkontaktgruppe Deutzen-Mibrag, die sich etwa einmal im Vierteljahr trifft. Ganz beseitigen lassen werde sich die Beeinträchtigung durch Staub aber nicht, vermutet Nowak.

© Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.04.2015
Neumann, André

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