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Heliosklinik als Hoffnungsträger

Heliosklinik als Hoffnungsträger

Die Pläne der Heliosklinik zur Errichtung einer Kindertagesstätte sind konkret. Klappt alles, könnte die neue Einrichtung im Gebäude der ehemaligen Schwesternschule 2014 in Betrieb genommen werden.

Borna. Der Jugendhilfeausschuss hat jetzt Geld dafür bewilligt. Entscheidend ist das Votum des Landesjugendamtes Chemnitz, dessen Vertreter jetzt vor Ort waren. Ein Alternativbau andernorts in der Stadt für die Heliosklinik kein Thema.

Der Bedarf ist klar. 210 Krippenplätze gibt es derzeit in der Stadt, sagt Stadtsprecher Sandro Tröger. Die sind zu 100 Prozent belegt oder durch Bedarfsmeldungen blockiert. Gebraucht werden noch einmal 60, wenn ab 1. August der bundesweite Rechtsanspruch auf die Betreuung unter Dreijähriger umgesetzt werden muss. Von den aktuell 592 Kindergartenplätzen sind derzeit 95 Prozent belegt oder reserviert.

Hoffnungsträger in Sachen Krippenneubau ist die Heliosklinik. Ihr kämen über die Stadt Borna 595 000 Euro Fördergeld zugute. Das hat der Jugendhilfeausschuss vorgestern Abend beschlossen. "Es handelt sich um Rücklauf-Gelder aus dem Jahr 2011", erklärte Jugendamtsleiter Thomas Pfeifer. 541 000 Euro stammen vom Bund und sind der Schaffung neuer Krippenplätze vorbehalten. Diese Summe stockt der Landkreis um die üblichen zehn Prozent auf. In diese Entscheidung sei Sächsischen Städte- und Gemeindetag des Kreises miteinbezogen worden, sagte Pfeifer.

Das Krankenhaus hatte schon seit längerem verlauten lassen, dass es eine Kindertagesstätte für seine Mitarbeiter braucht. Den vorliegenden Plänen zufolge geht es um 60 Krippenplätze sowie 25 Kindergartenplätze, die die Klinik in einer Etage der vormaligen Schwesternschule errichten will, sagt Constanze Jakob, Assistentin der Geschäftsführung in der Klinik und Projektbeauftragte für die neue Kindertagesstätte. Kostenpunkt: etwa 1,7 Millionen Euro.

Zwar sei das Gebäude noch teilweise belegt, so Jakob weiter. Das habe aber keinen Einfluss auf die Überlegungen der Klinik. Entscheidend sei das Votum des Landesjugendamtes Chemnitz, das darüber zu befinden hat, ob die drei bis fünf Hubschrauberlandungen auf dem Krankenhausgelände im Monat schädlich für die Kinder sind. Bei einem Vor-Ort-Termin vor einigen Tagen hätten die Abgesandten der Chemnitzer Behörde das ebenso kritisch gesehen wie den Verkehr auf der Bundesstraße vor dem Krankenhaus, heißt es aus dem Landratsamt.

Für das Krankenhaus wäre die Kindertagesstätte, deren Bauzeit Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) mit einem halben Jahr veranschlagt, "sehr sinnvoll", wie Janet Schütze, die Heliossprecherin sagt. Es gehe dem Haus mit seinen Krankenhäusern in Borna und Zwenkau, wo insgesamt 893 Leute beschäftigt sind, darum, gute Bedingungen für seine Mitarbeiter zu schaffen. Eben durch eine Kindertagesstätte, die Arbeit und Familie besser vereinbar mache. Von den Heliosmitarbeitern an beiden Standorten kommen 68 Prozent aus dem Leipziger Land und 23 Prozent aus der Stadt Leipzig. Auch weitergereiste sind darunter. Etwa 15 Prozent kommen aus Sachsen-Anhalt, 4,3 Prozent aus Thüringen und immerhin ein Prozent aus Dresden. Wobei klar ist, dass die neue Kindertagesstätte, als deren Betreiber die Heliosklinik die Johanniter Nordsachsen vorgesehen sind, nicht nur Heliosmitarbeitern zur Verfügung stehen würde. Und dass die Öffnungszeiten der neue Einrichtung über die üblichen Zeiten hinausgehen würden, darf als klar gelten.

Für die Helios stehen und fallen die Pläne zur Errichtung einer Kindertagesstätte mit der Genehmigung eines Baus auf dem Klinikgelände. Kinder in andere Kindereinrichtungen in Borna zu schaffen sei keine Option, erklärt Projektbetreuerin Jakob. Dann bliebe nur noch der städtische Plan B - die Nutzung eines Grundstücks in der Pawlowstraße, wo die Kosten allerdings mit zweieinhalb Millionen Euro um einiges höher liegen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.03.2013

Nikos Natsidis

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